Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 1.1925/​1928(1928)

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stätte ntcht vereinzelt lag. sZeöenfalls sinö in früherer Zeit bei öem Aus-
heben öer Häuserfundamente schon verschieöentlich ähnliche Gräber zerstört
wvröen. Eine weitere tNachforschung auf dem Hofe öes Finöers ist zur
Zeit nicht möglich

Z-u der Grabstätte hat natürlich auch öie Wohnstätte gehört. Man wirö
dieselbe weiter westlich am Rande öes vorgeschichtlichen Hochgestades zu
suchen haben. Zedoch dürfte auch öa kaum noch auf Funde zu rechnen sein,
da durch die spätere Siedelung daselbst alles zerstört ist. Auch die anderen
Zufallssunde des Rastatter Bezirks aus öer Bronzezeit wuröen auf vor-
springenden Rasen des Hochufers gehoben, so wie auch heute noch die Haupt-
siedelungen an diesen Stätten angelegt sind.

Die grohe Graburne nebst Knochen und Scherben konnte ich für öas
Rastatter Heimatmuseum erwerben, während öer Finöer sich von öen beiden
kleineren Gefäßen nicht trennen wollte.

^ Rach neueren Mitteilüngen hat Kühn schon 1925, 2 m von obiger Stelle
entfernt, Scherben gefunden. Danach scheint es sich um ein ganzes ülrnen-
gräberseld zu handeln.

Dr. Gutmann, Rastatt.

Valterl — — Vaden^Vaden?

Die Befestigung auf dem Dattert über Baden-Baöen gehört der vorge-
schichtlichen Zeit an. Wenn wir geneigt sind, sie der Lateneperioöe zuzu-
weisen, so geschieht das öeswegen, weil zahlreiche Befestigungen auf süddeut-
schem Boöen ihr mit Sicherheit angehören' auch Wegen gewisser üleberein-
stimmungen in der Bauweise liegt ein Analogieschluh nahe. Aber es darf
nicht vergessen werden, dah in demselben Gebiet die Zahl der sicher vor-
latenezeitlichen Befestigungen immer größer wird, und öah diese Anlageu
in technischer Hinsicht denen der Latenezeit vielfach sehr nahe stehen. Hieraus
ergibt sich, das; die zeitliche Festlegung jeder Befestigung nach Möglichkeit aus
ihr selber heraus erfolgen muh; fehlen sichere Anzeichen ihres Alters, wie das
in dem Beispiele des Dattert öer Fall ist, so kann eine zuverlässige Da-
tierung nicht stattfinöen, und es empfiehlt sich Zurückhaltung in der Beur-
teilung ihrer Zeitstellung.

D'ie Bedeutung der Anlage ergibt sich aus Berechnungen des Arbeits-
aufwandes, öen ihre Erbauung geforöert haben wird Ü Danach hat eine
gröhere Gemeinschaft in Planmähiger, zielbewuhter Weise sie aicksgeführt.
Ein geschlossener Kreis von Menschen ist einem einheitlichen Willen untertan
gewesen. Die Befestigung braucht nicht ständig besieöelt gewesen zu sein:
sie kann als Fliehburg, als Rückhalt für eine in öer Ülmgebung irgendwo
sehhafte Bevölkerung gedient Haben. Die Anzeichen dauernöer Desiedelung
innerhalb des Beringes find wenig umfangreich. Dielleicht rühren sie nur
von einer kleinen Besahung her, welche die Aufgabe hatte, die Anlage gegen
einen feindlichen Handstreich z,u schützen. Aber nicht nur auf öem Wege über
die Aufsassung der Befestigung äls einer Fliehburg kommt man öazu, sie in
ihre engere und weitere Ülmgebung hineinzustellen, sie als ein Bauwerk von
besonderer Bedeutung im Rahmen der gesamten vorzeitlichen Desiedelung
zu würdigen.

Der vorgeschichtliche Zugang zu der Bergeshöhe ist in dem „Setzlersweg"
öer Gegenwart gefunden woröen. Jn steilem Anstiege erklimmt er Vvn
Aordwesten her die Hochfläche. Er kommt aus der Richtung öes Dorfes
Balg, also aus kürzestem Wege von öer Ebene herauf, und gibt öamit einen
Fingerzeig, wo die Hütten der Erbauer zu suchen sind. Auf Grund unserer
heutigen Kenntnis der vorgeschichtlichen Besiedelungsverhältnisse des süd-

*) Der Aufsatz ist die älmarbeitung einer im Baöen-Badener Dadeblatt
am 10. 8. 1923 (Ar. 184) erschienenen Darstellung.

i Badische Fundberichte Hest 4, 1926 S. 110 118.

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