Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 1.1925/​1928(1928)

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Amtl.Nachrichtenblatt für die ur- und frühgefchichtliche Zorfchung,
herausgegeben vom Ausschuh für Ur- und Zrühgefchichte Vadens.

Deraritwortlich für öie Schriftltg.: das geschäftsfrchrende Mitglieö des Aus-
schusses für älr- u. Frühgeschichte Badens, Prof. W. Deecke in Freiburg i. Dr.

Heft 8 Zuli 1927

Jnhalt:

Der Heidenftein bei -Niederschwörftadt. S. 225—242. — Aeber einige prä-
historische Refugien im südlichen Daden, !I. S. 242- 247. - Röinisches Land-
ßaus auf der Hagenmatte bsi Merdingen. S. 248- 252. — Hochäcker bei

Rastatt. S. 252 -253.

Der Heideustein bei Mederschwörstadt.

Jn Ar. 4 der Badischen Fundberichte (April 1926) hat E. Gersbach, der
verdienst'oolle Pfleger der vorgefchichtlichen Altertümer im Bezirk Säckingen,
über den Heidenstein bei Aiederschwörstadt berichtet und dabei bas Wich-
tigfte über das derzeitige Aussehen, ähnliche Erscheinungen in der Aachbar-
schaft und die stleüerlieferung im Volksmund beigebracht^: eine Probegra-
bung vor dem Stein (d. h. südlich, rheinwärts) blieb ohne wesentliche Ergeb-
nisse. Gersbach sieht im Heidenstein ein Grabmal der Dolmen-Glockenbecher-
leute. Am die Frage des Heiöensteins als Bauwerk und seine kulturge-
fchichtliche Stellung endgültig zu klären, wurde vom Ausschust für Ur- und
Frühgeschichte Badens eine weitere Grabung auf öer Rückseite des Steines
(d. h. nördlich, bergwärts) unternommen und der Berfasser damit beauftragt:

^ Jn der Literatur zuerst von H. Schreiber, Taschenbuch für Geschichte
und Altertum in Süddeutschland IV 1844 S. 262 und Taf. II unter dem
Namen „Heidentempel" erwähnt, oanach E. Wagner, Funde und Fundstätten l
S. 125. Schon zu Schreibers Zeit stand nur öer Voröerstein (s. u.): Schr.
erfrug über das ursprüngliche Aus'sehen folgendes: „Derselbe habe aus vier
grvhen Steinen, wovon (die Dordertafel abgerechnet) 2 als Seitenwänöe,
einer als Deckstein gedient hätte, bestanden. Veim Strahenbau Habe man
drei davon hinweggenommen: den Sandstein der Decke habe sich öer Schmieb
des Ortes angeeignet und öenselben zu einem Schleifftein verwendst....
Vei der Wegnahme der Steins sei man auf eine viereckige Vertiefung und
darin auf menschliche Gebeine, von mehr als einem Toten, gestvhen. Die
Vertiefung habe etwa 6 Fuh ins Geviert betragen." Ferner erwähnt
Schreiber eine „Aeigung der Tafel etwas vorwärts" und dah es „zu gewisfen
Zeiten dabei nicht geheuer sei". — Aach E. Wagner erwähnt von W. Deecke,
Aotizen zur Llrgeschichte von Vaden in „Mitt. ö. Bad. Landesver. f. Aatur-
kunde i. Frbg". A. F. I 1922 S. 227.
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