Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 1.1925/​1928(1928)

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stück und ein Seitenflügel als Wohnung, der anöere Flügel wirö als Stall
benuht, an den sich die Scheune anschlteht (Fig. 104, 6). Das Scheina für al'le
diese Bauwerke ist also dasselbe, wenn auch der Zweck, öem die einzelneu
Räumlichkeiten öienten, ein verschiedener war.

Karl S. Gutmann - Breisach.

Hochäcker bei Rastatt.

Jm „Korrespondenzblatt der Deutschen Gesellschaft für Anthropologie,
Ethnologie und Plrgeschichte", XÜII, Heft 4, hat Günther Aeubel einige Hoch-
ackerbeete bei Rastatt beschrieben. Er gibt dort selbst zu, daß seine ülnter-
suchungen nur flüchtig sind. Tatsächlich lassen sich bei genauerer Rachprüsung
nicht unwesentliche Jrrtümer aufdecken. Zunächst zeigt es sich, dah die er-
kannten und beschriebenen Deete nur einen kleinen Teil einer ausgeöehntlLn
Ackerflur bilden, die sich über mehrere Quadratkilometer erstreckt. Sie be-
ginnt an der von Reubel beschriebenen Stelle, etwa drei Kilometer süölich von
Rastatt an öer grohen Strahe Rastatt—Kehl gerade da, wo der Weg nach
Jffezheim in südwestlicher Richtung von der Hauptstrahe abzweigt. Jedoch
haben wir hier nur einzelne kleinere Parzellen vor uns, öa öer Walö einige
hundert Meter weiter südlich aufhört und in modernes Ackerfeld übergeht.
Westwärts dehnt sich hier öas Hochackergebiet bis zum alten Hochufer des
Rheins, also etwa 3—400 m aus, während es nach Osten in etwa 100 m Ent-
sernung von der Strahe aussetzt. Aber 1f4 !<m weiter östlich am Südost-Saume
des Aiederwaldes, wo er an da.s Sandweirer Gewann „ülnterfeld" grenzt.
sind wieder Köpfe von Hochäckern innerhalb des Waldes deutlich erkennbar.
Die Hauptflur beginnt aber erst unmittelbar südlich Sandweier und bedebkt
nahezu den ganzen Boden des Oberwaldes und Bannwaldes bis in die Höhe
von Schiftung und Söllingen. Jm Südosten ist die Flur begrenzt durch den
Tannwald- und Bruch-Graben, die Aiederungen des alten Kinzig-Murg-
Flusses. Jm Westen reichte das Hochackergebiet minöestens stellenweise bis
an das alte Rheinhochufer heran. Heute ist es daselbst allerdings zumeist
durch moderne Ackerflur zerstört. Die erhaltene Ackerfläche erstreckt sich
demnach auf eine Länge von 8 km und eine durchschnittliche Breite von
Iste—2 !<m. Die Deöeutung. öes Gebietes für die dlrgeschichte unseres Lanöes
erhellt daraus zur Genüge.

Es kann nun nicht der Zweck der nachfolgenden Zeilen sein, eine ein^
gehende Llntersuchung öieses Hochackergebietes zu liefern. Eine solche kann
erst nach einer genauen geometrischen Aufnahme gegeben werden, öie aller-
dings dringend zu fordern ist. Hand in Hand damit mühte eine eingehende
archäologische ülntersuchung stattfinden. Jch zweifle nicht, dah öadurch wich-
tige Anhaltspunkte über Siedelungsart und Wirtschaftsform öer Vorzeit
gewonnen werden könnten.

Hier möchte ich zunächst nur einige allgemeinere Beobachtungen vorlegen.
die bei oftmaliger Begehung öer Flur in den verschieöenen Teilen gewonnen
wurden, die sich aber hauptfächlich auf das Gebiet beschränken, das schon
Reubel beschrieben hat.

Richtig hat Reubel erkannt, dah öie Hochackerparzellen im Aiederwalö an
öer Aoröost- und Aoröseite durch einen kleinen Wall abgeschlofsen werden.
der aber gegen öas Hochufer zu mindestens bis zu 3 m hioch wird- Jnter-
essant ist nun die Tatsache, dah wenige Meter östlich öer heutigen Strahe ein
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