Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 1.1925/​1928(1928)

Page: 193
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Amll.Nachrichtenblatt für die ur- und friihgeschichtliche Zorfchung,
herausgegeben vom Ausfchuß für Ur- und Zrühgefchichte Vadens.

Derantwortlich für öie Schriftltg.: das geschäftsführende Mitglieö des Aus-
schusses für älr- u. Frühgeschichte Badens, Prof. W. Deecke in Freiburg i. Br.

Heft 7 Atär; 1Y27

Inhalt:

Jahresbericht für 1926. S. 193—211. — Funde aus einer Kiesgrube bei Wel-
schingen (Hegau). S. 211—213. — Frühgermanisches aus dem Taubergrund.
S. 213—216. äleber einige prähistorische Refugien im südöstlichen Baden.
S. 217—222. Römische Branöbestattungen und Villa rustica bei Endingen

(am Kaiserstuhl). S. 223—224.

Zahresbericht Mr 1926.

Palaeolithikum.

Palaeolithisches wuröe in Baden 1926 an zwei Stellen gesammelt, näm-
lich erstens am Oelberge bei Ehrenstetten (Amt Staufen i. Vr.), wo im
Frühjahr Herr Dr. Zoh seine Grabungen zu Ende führte, und zweitens am
Isteiner Kloh. An der letzten Stelle räumte Herr Prvf. Lais-Triberg
eine Höhle aus und sand in dem Gesteinsschutt etwa 160 kleine Silex-Werk-
zeuge von Azilien-Typus. äleber dies Vorkommen wird ausführlich mit
Abbildungen berichtet werden. Das Ministerium für Kultus und älnterricht
stellte die Mittel zur Verfügung. Herr Prof. Lais gab folgenöen vorläufigen
Grabungsbericht:

„Die Grabung erfolgte in der westlichen der beiden Höhlen, öie am Fuhe
des Klohen zwischen öem Bahnwärterhaus unö der Dituskapelle liegen. Die
östliche etwas größere Höhle kam für die Grabung öeswegen nicht in Frage,
weil ihr Eingang zugemauert und öaher für das ausgehobene Material nicht
genügenö Plah vorhanden war. Auch für die westliche Höhle waren die
Aussichten nicht besonders günstig. Jhr ganzer vorderer Teil war über-
schüttet mit Gesteinsmaterial, öas beim Vau der Eisenbahn aus öem Tunnel
geschafft worden war. Auherdem zog sich öurch öie ganze Grotte fchräg
ein Graben. VZer ihn ausgeführt und was dabei gefunöen woröen war, lieh
sich nicht mehr ermitteln.

Meine Grabung wuröe am Eingang öer Höhle angeseht und erstreckte
sich auf die westliche Hälfte der Höhle. Etwa örei Meter von ihrer Hinter-
wand entfernt, stieh ich in etwa einem halben Meter Tiefe unter dem ge-
wachsenen Voden auf eine hellgrau gefärbte Kulturschicht. Sie bestand aus
fest auseinandergepackten eckigen Bruchstücken von Korallenkalk, die von der
Deckr öer Höhle herabgefallen waren, aus Verwitterungslehm, Asche, Holz-
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