Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 1.1925/​1928(1928)

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ülm die Frage ncrch öem Alter der Funde einwandfrei löseu zu können,
wäre ein umfangreicheres Material erwünscht, als es z. Zt. vorliegt. Aun
ist die Annahme, dah dee Hauptsiedelungsplah auf der Kuppe des Atzel-
buckels lag, sehr wahrscheinlich. 2lber gerade öieser Teil der Düne ist leider
schon dem Sandgrubsnbetrieb zum Opfer gefallen, so das; die Funde aus dem
Randgebiet der Siedelung stammen, und die Aussichteu auf eine wesentliche
Dermehrung des Fundmaterials sehr gering sind.

Trotzdem unsere Artefaktgesellschaft eine sehr gemischte und auch eigen-
artige ist, weist die Mehrzahl der Stücke auf das Mesolithikum hin. Es steht
deshalb mit ziemlicher Sicherheit fest, dah der Atzelbuckel bereits im Meso-
lithikum eine Siedelung getragen Hat, war er öoch in jener Zeit eine öe>r
wenigen, sich über das Sumpf- und Flustgebiet öes Aeckars erhebenden
Stellen, die nicht nur dauernd trocken lagen, sondern auch einen auherordent-
lich günstigen Stühpunkr für Jagö und Fischerei bildeten. Die Funöe find
im Mannheimer Museum für Aatur- und Völkerkunde aufgestellt.

K. Hormuth - Mannheim.

Lchanzen bei Rothenfels sAmt Rastatt).

Zwischen Bad Rothenfels und Schlohgut Rothenfels an der Mündung
des Murgtals in die Rheinebene fällt der Gebirgsstock zwischen Murg und
Dörnbach mit steiler Wand zum Murgtal ab. Die Murg selbst flietzt in
unmittelbarer Aähe der Steilwand vorbei unö dürfte in früherer Zeit voc
der Kanalisation ihren Futz bespült haben. Üleber öem Steilhang erheben
sich zwei vereinzelte Kuppen, den Eingang in das Tal selbst beherrschendl
Auf der Topographischen Karte Blatt Rastatt ist ihre Höhe mit 178,9 und
210,1 m angegeben. Deids Kuppen sind öurch einen vom Schlohgut Rothen-
fels südwärts ziehenden tiefen Taleinschnitt voneinander getrennt. Deide
tragen alte Schanzwerke, und zwar sind auf der Topographischen Karte die
Ler nördlichen Kuppe als „Kleine Schanzen" eingetragen, während öie An-
lage auf der südlichen höheren Erhebung als „Grohe Schanzen" bezeichnet
werden.

Die „Kleinen Schanzen" Abb. 159, krönen die vorderste Spitze einer
Dergnase, die zwischen dem eben genannten vom Schlotzgut ausgehenden
Seitentälchen und einem zweiten nördlich parallel ziehenöen Taleinschnitt sich
vorstreckt. Durch einen flachen breiten Sattel ist die vorderste Kuppe öieser
Rergzunge vom übrigen Höhenzug abgetrennt. Khre Plattform zeigt in der
Richtung von Aordost nach Südwest etwa 23 m, in öer Richtung von Aord-
west nach Südost etwa 27 m Ausdehnung unö ist von einem Wallgraben in
Form einer halben Elipse umzogen. Der Graben hat eine lichte obere Breite
von etwa 4 m. Das ausgehobene Erdreich wuröe nach austen zu einem Wall
aufgewvrfen, der noch gut ausgeprägt erhalten ist, am deutlichsten an der
Aordwest-Front. Hier mag er von auhen gesehen noch die Höhe von 2 m
haben. Weniger deutlich hebt er sich im Südosten ab, wo e,r heute noch eine
Höhe von 1 m aufweist. Die Tiefe öes Grabens beträgt von der Wallkrone
ab gemessen 2,50—3 m. Das derart umwallts Plateau überragt öe,n Wall
um einen Meter.

Aach Aordwest und Südost fällt das Gelänöe vom Wall aus stark ab.
während es nach Südwesten und Süden sich flach senkt um jenseits öes Sattels
zum Bergmassiv anzusteigen. Aach Aordwesten ist dem besprochenen Ring-
wall ein schwacher Dorwall vorgelegt, von dem aus dann die Bergschräge
zu einer tief eingeschnittenen Schlucht abfällt. Disse Schlucht scheint natür-

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