Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 1.1925/​1928(1928)

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2Iuf öie übrigen Knochen sei crn bieser Sielle nicht näher eingegangen.
Detvnen möchte ich, dah die Berghaufener Skelettreste, soweit mir als Nicht-
spezialisten ein ülrteil zusteht, in ihrer Ausbildung sehr nahe Beziehmngen'
zu denen des rezenten Menschen zu besitzen scheinen. Sie dürften dem im
Jungpaläolithikum herrschenden Thp, den man unter dem Sammelnamen
„Rasse von Cro-Magnon" zu vereinigen pflegl, und der sich bekanntlich
in keinem wesentlichen Punkt von dem modernen europäischen Menschenthp
unterscheiöet, zuzurechnen sein. Schädel, öie nicht nur öer Mahberechnung,
sondern wie der Berghausener Schäöel auch der Form nach Langschädel
sinö, bilden einen Teil der 33 in der Ofnet von M R. Schmiöt gefundenew
Schädel. Die Ofnet-Schädel, gehören nach öem Genannten dem Azilien-Tar-
denoisien an, dem jüngsten Paläolithikum, in dem bei uns offenbar eine^
Mischung zwischen einer langköpfigen und einer kurzköpfigen Aasse erfolgte.
Ob und inwieweit Zusammenhänge zwischen öem Berghausener Schädel
unö den Langschädeln der Ofnet bestehen, bleibe öer späteren, eingehenöeu-
Llntersuchung vorbehalten.

Karlsruhe i. M, April, 1927.

Dr. Kurt Frentzen, Karlsruhe.

Bad. Landessammlung für Aaturkunde, mineralogisch-geologische Abteilung.

Lin Vron^e-Depolfund bei Vermalingen.

On das Konstanzer Rosgartenmuseum kam schon vor einiger Zeit eirk
Bronze-Depotfund, welcher im Jahre 1921 zwischen Bermatingen und Jtten-
dorf (B.A. Lleberlingen) gemacht wurde. Om Bermatinger Llnterwald beim
Hof LInier-Riedern fanden sich beim Ausgraben einer Baumwurzel 63 Rip-

penbarren. Hiervon waren 24 vollständig und 42 hatten abgebrochene Spitzen.
Das Gesamtgewicht betrug 5 !<§ 400 §. Die Barren haben eine Länge von
29 cm; sie sind schwach gebogen; die dünneren Enden sind rechtwinklig flach
abgebogen und haben verdickte Spitzen. (Abb. 124.) Sie sind innen mehr
vder weniger slach, autzen halbrund gewölbt mit mehr oder weniger flachem
Grat. Jn der Mitte beträgt die Dicke 8 -10 mm, die Breite 12 -15 inm.

_ O. L e i n e r-Konstanz.

Die Lchalenfteine von Läckingen und Honau.

Den Honauer Stein fand R. Forrer am Wege von Leutesheim nach
Honau (nördlich Kehl) vor etwa 20 Oahren an einem kalten Wintertage öa-
durch, dah in den Schalen Wasser stehengeblieben und zu kleinen runden
Spiegeln gefroren war, die ihn vom Boden her wie Glasaugen anglänzten.
Der Stein, ein gelblich-rötlicher Granit, kam ebenso, wie der früher gefun-
dene Säckinger Stein, aus der Sammlung und als Geschenk öes Geheimrats
Pros. Marc. Rosenberg in die Stadtgeschichtlichen Sammlungen der Stadt
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