Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 1.1925/​1928(1928)

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felde von Herthen, 2lmt Lörrach, zum Dorschein, abgebildet bei Wagner,
Fundstätlen I S. 157 Fig. 101, Z-.

So wenig zahlreich und so unscheinbar öas erhaltene Fundmaterial cruch
sletn mag, ist es doch sür die 'Died-lungsgeschichte Breisachs von hohem Werte.
2Ille bis jetzt über die hiesige Stadt erschienenen Geschichtswerke bezeichnen
öie Kelten als Gründer und erste Bewohner des Ortes. Die ältesten der
beschriebenen Funde reichen aber nahezu 1000 Jahre weiter zurück, in öie
Bronzezeit. 2lls gegen das Ende öieser Kulturperioöe überall am Ranöe der
Gebirge auf schwer ersteigbaren Dvrsprüngen Höhensiedelungen geschaffen
wurden, die von Ringwällen umgeben waren, wie z. D. am Kaiferstuhl bei
Durkheim, Jechtingen und Riegel, öa entstand auch auf dem Dreisacher Stadt-
berge eine gleiche 2Inlage, die die genannten an Grötze und Sicherheit über-
traf. Es scheint ja, als ob öieser Hügel eigens von öer Datur zum -Zwecke
der Errichtung eines Refugiums geschaffen wvrden sei: nach allen Seiten
schroff abfallend und rings von Wasser ums'lossen bot er öen möglichst
gröhten Schutz gegen anstürmende Feinde. Seit jenen fernen Tagen ist die
kontinuierliche Desiedelung bis auf die Gegenwart nunmehr festgestellt.

Karl S. Gutmann.

Verichl über neue Zunde im Kaiserstuhl.

1. Aeber eine spätbrvnzszeitliche Wohngrube bei Dischoffingen.

2lls der Landwirt Franz Schmidlin von Dischoffingen im Dovember 1927
aus sbinem 2Icker in der Gewann „Jm Tal" oder „Jm Jechtinger Tal", etwa
in der halben Länge öes Kehleweges, beiläusig 500 m südlich des am 19. bzw.
20. März 1925 aufgedeckten Bronzezeitgrabes (Dad. Fundber. Hest 4 S. 103)
ein Rübloch anfertigte, stiefj er auf eine Wohngrube öer späten Bronzezeit,
angefüllt mit schwarzer Erde, Kohle und Gefähscherben. Don letzteren wur-
den nachstehend verzeichnete Stücke aufgehoben:

Fünf größere Druchstücke einer grohen, beiderseits rotbraun gebrannten
ülrne von 9 mm Stärke. Die DZandung ist autzen roh abgerieben.

Drei Scherben einer autzen gelblichbraunen, innen schwarz gebrannten
grohen Llrne mit 10—12 mm starker, auhen roh abgeriebener Wandung.

Fünf Scherben eines öurchgehend dunkelbraunen, innen geglätteten,
auhen abgeriebenen Gesähes mit 6—8 mm starker Wanö. Lleber öem etwas
eingezogenen Hals steht ein 2 cm breiter Rand schief nach auhen. ülnter
dem Hals läuft eine Deihe länglicher Daumenspitzeneindrücke. Diese Ein-
drücke sind mit dem Daumen der linken Hanö erzeugt.

Gröheres Wandstück mit Rand einer flachen Schüssel. 2luf öer Jnnen-
seite läuft über den Rand eine seine, eingeritzte Zickzacklinie,- eine zweite,
etwas andersgestaltete liegt tieser, etwa in der Dauchmitte öes Gesähes.
Die -Zickzacklinien waren ursprünglich zweifellos mit weiher Paste ausgefüllt.
(2Ran findet diese slachen Schüsseln resp. Platten mit öen gleichsn Dsr-
zierungen häufig in den betr. Wohngruben, so z. D. auch in Durkheim.) Der
Don ist leicht gebrannt, schwarz geschmaucht und 7 mm stark. Die Zickzack-
linien sind mit der rechtsn Hand hergestellt.

Ein Dandhenkel eines schwarz-braunen Kruges, 4p2 cm lang, 3 cm breit.

Diese Wohngrube bildet das letzte Glieö für die kontinuierliche Desied-
lung der Feldmark „Om Tal" während der ganzen Bronzezeit: Grab öer
srühen Periode, Bab. Fundber. Heft 4 S. 100,- mittlere Periode,
Dad. Fundberichte Hest 4 S. 103,' jüngste Periode öie Wohngrubs.

Die mit Ornamenten versehenen Scherben waren bereits nach Schiltach

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