Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 1.1925/​1928(1928)

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Jn Mingolsheim bei Bruchsal wurde bei einem Skelett ein Kamm
aus Knochen gefunden, welcher der Zeit um 400 n. Chr. angehört, also öer
sog. frühgermanischen Zeit. üleber den Fund siehe Bad. Fundberichte 1925
Ar. 2 die Darstellung von Prof. Wahle.

Cin merowingischer Friedhof bei Eppelheim unweit Heidelberg, von
welchem schon im Berichte 1922 die Rede war, wuröe öurch Beubauten aber-
mals angeschnitten, lieferte aber nur unbedeutenöe Funde, welche in das
Kurpfälzische Museum zu Heidelberg gelangten (Bericht von Prof. Wahle).

Jn Walldorf bei Wiesloch wuröe ein merowingerzeitliches Grab ge-
funden, dessen Jnhalt nach Wiesloch gegeben wuröe, wo ein Lokalmuseum
geplant wird.

Bei Großsachsen konnte öie Lage eines Merowinger Friedhofes sest-
gelegt werden; dasselbe geschah beiBuhlvch.

Auch bei Dossenheim wurden Körpergräber ohne Beigaben entdeckt.
Es ist wahrscheinlich, öah sie den merowingerzeitlichen Friedhos öes Dorfes
anzeigen.

Das Gleiche gilt von einem in Rohrbach bei Heiöelberg angeschnittenen
Körpergrab ohne Beigaben.

_ Deecke - Freiburg i. Br.

Line ausgemauerle Grubenwohnung
im Lchmitzinger Lale bei VZaldshut.

Auf der Biederterrasse des Seltenbaches im Schmitzingertale bei Walds-
hut, auf der linken Talseite uber dem Rande des ungefähr 10 m eingetieften
Wasserlaufes, liegen auf dem Südwestabhange des Mühlenberges in sonniger
Lage eine Reihe alter Wohnstätten, die meistens als Wohngruben an-
gelegt sind.

Schon früher fielen beim Abgraben von Rainen öie öunklen 2 bis 4 m
breiten unö 1,5 m tiefen Rechtecke oder Trapeze in öem „gewachsenen" gelben
lehmreichen Kalkboden auf. Bei näherer Musterung findet man immer Holz-
kohlenreste, kleine Topfscherben und Knochenreste in der Aussüllung der
dunkleren Stellen. Es gelang jedoch nie, ganz charakteristische Stücke zu ent-

Abb. 82.

öecken, die ein zuverlässiges Llrteil über öas Alter öer Anlagen erlaubt
hätten. Heute können wir jedoch soviel sagen, öah wir in öiesem Ge'lände
einen Platz vor uns haben, öer eine Besieöelung von öer Bronzezeit an >bis
in das frühe Mittelalter hinein aufweist.

Gelegentlich der Ausschachtung zu einem größeren Reubau, etwa 100 m
hinter dem Schützenhause, rechts öer Talstrahe, trat hier eine solche Wohn-
grube zutage, welche dadurch ausgezeichnet ist, öah sie teilweise ausgemauert
ist. Als der Fund gemeldet wurde, war schon der voröere Teil (etwa 1,5 m)
zerstört, doch gewährt uns das, was noch erhalten ist, einen genügenöen
Einblick in die Derhältnisse. Wie öer Grunörih (Abb. 82 u. 83) zeigt, war
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