Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 38.1927

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INNEN-DEKORATION

DER KLEIN-
WOHNRAUM

S'

'eltsam! Einerseits
lernen die Men-
schen immer mehr den
Raum überwinden,
immer größere Raum-
strecken täglich durch-
messen, — andrerseits
werden sie dazu ge-
führt, den für das per-
sönliche Wo h n e n be-
nötigten Raum immer
mehr einzuschränken!
Von der normalen
Vierzimmer-Wohnung
geht es zur »Zwei-
zimmer«- und zur
»Einzimme^-Woh-
nung. . Wie unange-
nehm würde auch
hier die Welt und der
Zwang der Daseins-
form empfunden wer-
den, wenn es keine
Künstler und keine
lebensnahe Kunst
gäbe, die das zwangs-
läufig immer enger
werdende Gehäuse
mit einem solchen
Charme zu umklei-
den, einzurichten, zu
beleben vermögen,
daß die in der Tat vor-
handene Beschränk-
ung nicht ernüchternd
empfunden, sondern
durch anderweitige
Reize: anregende
Formen und Rhyth-
men, Farben und Ma-
terialien kompensiert
wird! . Gerade bei
solchen Problemen
wird es wieder deut-
lich: nicht der Tech-
niker oder Ingenieur
vermag einen solchen
Kleinwohnraum zu
einem menschenwür-
digen , angenehmen
Aufenthaltsraum zu
gestalten, sondern
nur der feinfühlige

wird, umso mehr be-

KARL AUG. BIEBER-WIEN. SCHLAF- UND WOHNKABINETT darf er der Kunst,

DAS BETTPOLSTER LÄSST SICH AUFKLAPPEN UND DIE SCHRANKNISCHE DURCH DEN VORHANG um menschenwür-

ABSCHLIESSEN, SODASS DER RAUM TAGSÜBER ZUGLEICH AUCH ALS WOHNRAUM DIENEN KANN dig ZU werden! . L.
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