Zeitschrift für christliche Kunst — 1.1888

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Rückblick.

ie „Vereinigung zur Förderung der Zeitschrift für christliche

Kunst" kann auf das erste Halbjahr von dem Bestehen der
letzteren mit grofser Befriedigung und Freude zurückblicken.
— Dank den angelegentlichen Empfehlungen der meisten hoch-
würdigsten Bischöfe Deutschlands, Dank der materiellen
Beihülfe von Seiten der hochgeehrten Patrone, Dank der
kräftigen Unterstützung durch die treuen Mitarbeiter hat
die Zeitschrift sich das Vertrauen derjenigen, welchen sie auf dem Gebiete der christ-
lichen Kunst zur Erreichung der gemeinsamen Ziele die Hand bot, alsbald in hohem
Mafse erworben. — Zeugnifs legen dafür ab die zahlreichen Stimmen der Anerkennung
in der Presse, wie die beifalligen und ermuthigenden Aeufserungen, die mündlich
und schriftlich dem Herausgeber in grofser Anzahl zu Theil geworden sind. Am
deutlichsten aber spricht das Zeugnifs der Abonnenten, deren Ziffer von Woche
zu Woche derart wuchs, dafs sie bereits weit über Tausend beträgt. Diese Zahl,
die wohl von keiner ähnlichen Zeitschrift, auch nur annähernd, erreicht wurde, und
ihr ununterbrochenes Wachsthum ist der beste Beweis für die Sympathien, die
das neue Unternehmen mehr und mehr gewonnen hat, soll aber auch ein Antrieb
sein, es immer mehr zu vervollkommnen und seinen wichtigen Zwecken dienstbar
zu machen.

Worin diese Zwecke bestehen, hat das Einleitungswort ausgeführt, welches
allgemeiner Zustimmung begegnet ist. Nicht jedes einzelne Heft konnte und kann
diese Zwecke in ihrer Gesammtheit erfüllen; die sechs vorliegenden Hefte dürften
aber im Ganzen von den wichtigsten derselben keinen unbeachtet gelassen haben.
In ihnen ist wohl auch mit der Einlösung des Wortes begonnen worden, dafs mehr
noch als die theoretischen Erörterungen die praktischen Unterweisungen ihre Stelle
finden und neben den archäologischen Fragen vornehmlich die artistischen zur Behand-
lung kommen sollen; dem Avers der wissenschaftlichen Gründlichkeit, die als vor-
nehmstes Ziel ins Auge gefafst wurde, soll ja der Revers der praktischen Brauch-
barkeit nach Möglichkeit entsprechen.

Wenn auch vorwiegend, so soll doch nicht ausschliefslich der kirchlichen
Kunst die Zeitschrift gewidmet sein, denn nicht nur für den Klerus und für diejenigen,
die dem Heiligthum und seiner Ausstattung zu dienen den Beruf haben, ist sie
bestimmt, sondern für Alle, welchen die christliche Kunst am Herzen liegt, mit der
so grofsen und reichen Vergangenheit, deren sie sich berühmen kann, und mit den
nicht minder erhabenen Aufgaben, welche die Gegenwart ihr stellt, deren Lösung sie
von der nächsten Zukunft mit Recht erwartet.

Bei den Beziehungen, die zwischen der kirchlichen und der weltlichen Kunst in
mehr als einer Hinsicht obwalten, kann auch die letztere nicht ganz aufser Acht
gelassen werden. Die Grundsätze, von welchen sie beherrscht wird, die Richtung, die
sie einschlägt, die Zwecke, die sie verfolgt, die Erfolge, die sie erringt, können auch
den Verehrern der christlichen Kunst nicht gleichgültig sein. Sie haben das Recht und
die Pflicht, zu prüfen, inwieweit jene Erfolge berechtigt sind, daher Anerkennung und
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