Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 14.1879

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l^- Iahrgang.

Beiträge

y. Hanuar

Nr, s3.
Inserate

ü 25 j)f. für die drei
Mcii gespaltene j)etit-
zeile werden von feder
Buch- n.2<unsthandlung

s87Y.

Beiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunft.

Erscheint von September bis Iuli jede woche am Donnerst.ag, von Iuli bis September alle Ilq. Tage, für die 2lbonnenten der „Zeitschrift für
bildende Aunst" gratis; für sich allein bezogen kostet der Iahrgang ^Mark sowohl im Buchhandel als auch bei den deutschen


Der neue Aatalog der Berlmer Galerie*).

Dcn ueuen Katalog dcr Berliucr Gcmäldegaleric
heißcn wir willkommen. Scit Julius Mcyer an
der Syitze dcr Sammlung nnd Wilhelm Bvde ihm
zur Seite steht, hat dicsclbe sich in glänzendcr Weise
cntwickelt. Dank einer Rcihe bedeutcnder Ankaufc ist
sie im Laufe weniger Jahre auf einc neue Stufe ge-
hoben worden. Nur ein Umstand hindert noch die volle
Entwickelung der Sammlung und die Aufstellung alles
dessen, was künstlcrisch odcr kunsthistorisch von Jntercsse
isti dns für weit klcincrc Verhältnisse bcrechnete und
längst nicht mehr ausrcichende Lokal. Die ersten
Schrittc zu eiiiem Umban sind durch Herstellung von
zwei großen Oberlichtsälen an Steklc der schlecht be-
leuchtcten Räuine gegen dic Höse geschehcn. Dcr
jetzige Direktor hegt noch weiterc Plänc znr Umgc-
staltung und vollständigercn Ausnutzung des Rauiiies.
Wir kenncn das jetzt vorliegendc Programm und dessen
Aussichten auf Verwirklichung nicht genauer; aber cs
steht leider fest, daß ein wirklich bcfriedigendes Lokal
in dcm jetzigcn Gebäude nicht herzustellen ist. Jeden-
falls war es geboten, eine vorläufigc Aufstelluiig des
Besten und Wichtigsten in den Räuincn, die augen-
blicklich zur Vcrfügung stehen, diirchzuführe», und diese
Arbeit ist im Jahrc 1877 zu Ende gebracht worden.

*) Königliche Museen. Gemälde-Galerie. Beschreibendes
Verzeichniß der während des Umbaues ausgestellten Ge-
mälde. Von Or. Julius Meyer, Direktor der kgl. Gemälde-
Galerie, und Or. Wilhelm Bode, Direktorialasststenten.
Kleine Ausgabe. Berlin, Verlag von C. Berg u. v. Holten.
1878. VII. u. 505 S. 8.

Als Referent Gelegenheit hatte, sich stersvnlich von dem
Gcleisteten zu überzeugen, konnte er dem Geschmack und
dein künstlerischen Sinn, die hier maßgebend gewesen
waren, nur volle Anerkennung zollen. Die streng kunst-
historische Anordnung ivar früher in der Berliner
Saminlung besonders lehrreich gewesen, aber sie ließ
sich wegen der Aenderungen in Räumlichkeiten und
Bestand nicht mchr ganz in bisheriger Weise beibe-
halten. Jmmerhin blieb der kunsthistorische Gesichts-
punkt anch jetzt der bestimmcnde, wenn auch in etwas
breitereu Massen grnppirt lverden mußte. Am besten
ist die Aufstellung auf der Seite gelungen, welche dic
dcutschcn und niederländischen Schulcn umfaßt. Die
! Räume für dic italicnische Schule und das, was sich
ihr anschlicßt, werden an der Ostseite des Gebäudes,
wo Erperimente in dcr Anlage von Kabinetten mit
schräg gcstellten Wänden gemacht ivordcn sind, durch
drei kleincre Ziminer unterbrochcn, welche auch jetzt
einen Theil dcr Suermondt'schen Sainmlilng, nnd zwar
deutsche und niedcrländische Gemälde, enthalten. Aber
dic Nällinc selbst ließcn auch nur dic Aufstellung kleinerer
Bilder aus dieser Richtung zu, nnd einc ungestörte
kunstgeschichtliche Folgc wärc nur erreichbar gcwese»,
ivenn man sich entschlossen hntte, die italienische und
die deiitsch-nicderländischc Abtheilung der Galerie in
ihren Räumlichkeiten ganz mitcinander tauschen zu
lasseu.

Wie die Aufstellung selbst, so ist auch der Katalog
^ nur cin vvrlänfiger; darauf weist das Vorwort aus-
drücklich hin. Auch die Anor.diiniig deß Verzeichnisses
ivurde dadurch bestimmt. Dcr Dircktor der Sammlung
will cine neue Numerirnng erst dann einführen, wenn
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