Baumeister: das Architektur-Magazin — 6.1908

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DER BAUMEISTER « 1907, OKTOBER.

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wähnen das in dunklem Mahagoniholz gearbeitete Arbeits-
zimmer des Herrn mit türhoher Vertäfelung und eingebauten


Wohnhaus in Gais.*

zum teil al-
ten Schränken
ringsum sowie
darüber Stoff-
bespannung,
die weiss-gelb-
lich abgetönte
Diele (s. Abb.
Seite 7) mit
interessantem
Treppenlauf u.
altem Kamine,
das Wohnzim-
mer mit Stoff-
bespannung
und reich an-
getragener wir-
kungsvoller
Stuck - Decke
von Krüger und
Lauermann,das
schon erwähnte

Speise- und Gartenzimmer. Besonders bei letzterem ist
mit besonderem Geschmack die Cretonnebespannung, die
im ganzen Hause weiteste Verwen-

Ein Wandbrun-
nen spendet
Warm- und
Kaltwasser und
eine Warmwas-
serheizung er-
wärmt den
Raum. Die Ge-
schirrkammer,
Wagen-Schup-
pen nebst Ne-
benräumen
sind in gleich
gediegener
Weise ausge-
stattet.
Bei der Aus-
führung des
Hauses Erxlc-
ben waren fol-
gende Firmen
beteiligt:
Der Maurermeister
OskarGarbe fürdie


gesamten Rohbau-
arbeiten; die Fir-

Vom Zellcrscben Hause „Zum Babgrist“ in Zürich.*
men: Janeck und Vetter für die Niederdruck

düng fand, zu bester Wirkung ge-
bracht, wozu die zarte Bemalung
der Decke und Vouten geschickt
abgestimmt sind. Auch die Vorliebe
des Besitzers für historische Möbel
und Architekturstücke konnten den
Architekten nicht verleiten irgendwo
den Eindruck des prunkhaft über-
ladenen aufkommen zu lassen, son-
dern überall wurden sie mit viel
Verständnis dem Raume eingeglie-
dert und in Farbe mit ihm zusam-
mengebracht, ein Erfolg, dessen nicht
viele Architekten zumal der jüngeren
Generation sich rühmen können.
Das ca. 356 qm grosse Stallge-
bäude ist im Aeussern dem Haupt-
gebäude im Material gleich; sein In-
neres entspricht besonders weitgehen-
den Ansprüchen und wird mancher
schon im stillen gewünscht haben,
hier Ross zu sein. Es beherrscht
je 1 Wohnung für Kutscher und
Gärtner, sowie den Unterstand von
8 Pferden. Säulen und Gewände


Haus in St. Gallenkapell.*

Warmwasserheizung 5 A. E. G. für die elektrische
Lichtanlage; F. Simundt für die Be- und Ent-
wässerungsanlage; Krüger & Lauermann für die
Bildhauer- und Antragearbeiten; J. P. Diem für
den Personenfahrstuhl; Karl Flohr für den Spei-
senaufzug; N. Rosenfeld & Co. für die Fliesen,
Wandbekleidungen und Fliesenfussböden; E.
Wolff & Sohn für die Parquett- und Stabfuss-
böden. Birkle & Thomer für die Malerarbeiten;
Burchardt Söhne für die Tapeten- und Stofflie-
ferungen; Heydtweiller & Co. für die Stallein-
richtung : Stahl & Sohn für die Kunstschmiede-
arbeiten; Kimbel & Friederichsen u.P. F. Lüdtke
für die Tischlerarbeiten; J. Beisswenger für die
Lieferung der Beleuchtungskörper ; Spinn & Co.
für die Glaslieferungen; Akt.-Ges. für Marmor-
industrie Kiefer für die Marmorarbeiten; Holz-
mann & Cie. u. Emil Schober für die Steinmetz-
arbeiten; A. Polzin, Rud. Mücke Nachflg. u.
Ernst Franke für die Beschlagarbeiten; Mix
und Genest für die Telefon- und Klingelanlagen.
Haus Watzinger, Darmstadt.
Architekt Friedrich Becker, Alsfeld.
Das Haus steht seit 1905 auf
Eberstädtischer Gemarkung inmitten
einer im Entstehen begriffenen Land-
hauskolonie. Als Einfamilienhaus ge-
dacht, bietet es im Erdgeschoss äus-
ser Küche, Kleiderablage und Zube-

sind mit hohem Eichenpaneel bekleidet, die Decke mit
Gewölben überspannt, die Gesimse und Kapitäle aus Du-
ranametall gefertigt, der Fussboden mit Verblendern belegt
und die Wände mit extra matten englischen Fliesen be-
kleidet, die ein Spiegeln der Pferde unmöglich machen.

hör zwei Zim-
mer, im Ober-
geschoss vier
und in den Gie-
beln nochmals
zwei Zim-

Kirchplatz in Teufen*.


mer, dazu
reichlich be-
messene Ne-
benräume;
die Wasch-
küche und
ein Hühner-
stall liegen
im Anbau.
Die Dis-
position der
Räume ist
schlicht und
ungezwun-
gen, welche


Wohnhaus in Speicher.*

* Aus „Das Bürgerhaus in der Schweiz." Herausgegeben im Auftrage des Schweiz. Ingen.- und Arch.-Vereins. Verlag Schulthess <& Co., Zürich.
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