Baumeister: das Architektur-Magazin — 6.1908

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DER BAUMEISTER » 1908, APRIL


der guten al-
ten Zeit her-
rührt, da die
Fuldaer Her
ren die Pop-
penhauser
Kirchweih
fleissig be-
suchten und
zu einer be-
sonders be-
lebten und
lustigen
machten.
Drüben am
Fichtelge-
birge hin-
wieder heis-
sendie Weis-
senstädter
die „Bumm-
ler“ oder
„Bummel-
franken“,
und man er-
zählt ihnen

Aufgen. Adolf Eckardt, Berlin.

Strassenbild aus Bernkastel.

dasselbe

anordnung,
welche
durchdiege-
drungene
Höhenent-
wicklung
und die
ruhigeDach-
linie beson-
ders glück-
lich in die
Erscheinung
gebracht ist.
Von den
zwanglos
um die mit
schöneralter
Täfelung
und Kamin
ausgestat-
teten Diele
gruppierten
Wohnräu-
men ist das
um einige
Stufen tiefer
gelegene


Aufgen. Adolf Eckardt, Berlin.

Haus in Rissbach a. d. M.

Stücklein wie den Weilheimern nach,
dass sie einmal einen Ochsen (Bummel)
zur Höhe des Kirchturmdaches hinauf-
gezogen , damit er das Gras, das
zwischen den Dachplatten wucherte,
wegfresse. Die Häfer führen den Spitz-
namen „Oehrlose“, was im Volksmunde
schier wie Ehrlose klingt, weil sie beim
Guss ihrer Pfarrkirchenglocke das Gehr
vergessen haben sollen. Im oberfrän-
kischen Juraland heissen die Weiss-
mainer „Kaulhansen“ (Kaulquappen),
weil sie diese erste Larvenform der
Frösche für Fische angesehen und ge-
gessen haben sollen. Die Pottensteiner
müssen sich die absonderliche Bezeich-
nung „Eselskiiber“ gefallen lassen.
Man sagt ihnen nach, dass sie einmal
in der Verlegenheit einen Esel, der sich
in ein enges Feisengeklüfte verrannt
hatte und zwischen dem Gesteine ein-
geklemmt stecken blieb, zerschlagen
(zerklopft) hätten, um ihn wenigstens
stückweise wieder herauszubringen.
Landhäuser Elmenhorst u. Torgelow.


Aufgen. Martin Baur, München.
Hofbrunnen in Windberg bei Bogen.

Wohn- und Musikzimmer besonders mit
der Natur in Verbindung gebracht, in-
dem nach allen drei Seiten, je nach
dem Stande der Sonne, Tür und Fenster
geöffnet oder geschlossen werden
können. Dem Speisezimmer ist die
Küche angegliedert und dieserwiederum
die einzelnen Diensträume. Die Bau-
kosten betrugen ca. 125,000 M., d. i.
ca. 27,5 M. pro cbm und 315 M. pro
qm bebauter Fläche. Besonders reiz-
voll ist das seitlich gelegene Haus für
Stallung, Kutscherwohnung, Automobil
und Maschinenanlage. —
Das am See gelegene Schloss Torge-
low nimmt in der Disponierung und
der zum Teil erkerhaften Gestaltung
seiner Räume besonders Rücksicht auf
die schöne Aussicht und verrät sofort
durch die zahlreichen Gastzimmer in
den oberen Geschossen die Gastlichkeit
seiner Insassen. Die Baukosten betragen,
da das Innere relativ einfach gehalten
ist, rund 200,000 M., d. i. ca. 20 M. pro
cbm oder 290 M. pro qm.

Arch.Geh. BauratOtto March, Charlottenburg.
Das an altem prächtigen Parke gelegene Haus wirkt be-
sonders durch seine gestreckte, über 30 m lange Grundriss-



Aufgen. Adolf Eckardt, Berlin.

Haus in Rissbach a. d. M.

Aufgen. Adolf Eckardt, Berlin.

Cröw a. d. Mosel.

Verlag Georg D. W. Callwey in München. Verantwortlich: Hermann Jansen in Berlin W 35. Druck von Kastner & Callwey in München.
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