Baumeister: das Architektur-Magazin — 6.1908

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DER BAUMEISTER . 1908, JUNI.

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Studien seien unter anderen angeführt: das Saalbauprojekt
für Salzburg, im Anschluss an das Schloss Mirabell gedacht,
das im Verein mit Kierstein gearbeitete Projekt für ein
Museum in Spalato, das Haus der Eisenindustrie und andere
Bauten mehr. Derzeit als letzte Arbeit sehen wir ihn
energisch an der allbekannten Karlsplatzregulierung und der
damit verbundenen leidigen Museumsfrage arbeiten. Ohmann
darf wohl hier mit Recht mitreden, gehört er doch zu den
grössten Kennern unserer heimischen Barockkunst. Der
Verfasser dieser
Arbeit hat ver-
sucht soweit als
möglich neues
Material Oh-
manns im Bilde
vorzulegen, da
ja das alte Mate-
rial genügend
durch die bei
Schroll erschie-
nene Publikation
bekannt gewor-
den. Als Lehrer
verlangt Oh-
mann von seinen
Schülern sehr
viel. Grundbe-
dingungen sind
eine tüchtige,
historische Basis
und ein sehr
grosses , zeich-
nerisches Kön-
nen. Ganz im
Gegensatz zu
Wagner lässt er
die erste Zeit
seine Schüler
historische Ar-

einzugliedern und anzupassen. Ohmann als Künstler voll-
kommen gerecht zu werden ist schwer, wohl hat sich der
Verfasser Mühe gegeben möglichst objektiv zu bleiben, die
Meinungen der Kunstwelt in Wien speziell gehen aber
himmelweit auseinander. Süddeutschland dürfte unseren
Künstler noch am besten verstehen, allen voran München.
Othmar v. Leixner.

WohnbaifsKretzer,
Bendlerstr. 6, Berlin.
Arch. Geh. Reg.-Rat
Prof. Dr. ing. Alfred
Messel, Berlin.
Kaum ein Stadt-
teil Berlins zeigt
ein so wechsel-
volles Bild, so-
wohl der Bebau-
ung wie der Ge-
staltung der bau-
lichen Anlage
und des archi-
tektonischen
Ausdrucks des
Baugedankens
wie das Tier-
gartenviertel.
Hier steht eine
Gruppe von Vil-
len neben einem
Block vorneh-
mer, mehrstök-
kiger Mietshäu-
ser, hier wechselt
das Palais, in-
mitten präch-
tiger, alter Park-
anlagen mit dem


Arch. Ernst Rentsch, Berlin.

Börsengebäude in Duisburg.*

chitekturen auftragen und legt hier sehr grossen Wert auf die
Feinheit der zeichnerischen Darstellung. In den oberen
Jahrgängen sehen wir die Schüler an grösseren und kleineren
Projekten tätig, die beinahe alle in ihren Architekturen den
Stempel der Heimatskunst zeigen. Er gehört mit zu jenen
nicht mehr seltenen Künstlern, die ihr Streben dahin richten,
die bodenständige Kunst zu pflegen, das Alte zu erhalten,
die Neubauten dem Milieu der alten Umgebung voll und ganz

Reihenhaus, dem eingebauten Einfamilienhaus der Begüterten.
Ob die Mannigfaltigkeit der baupolizeilichen Verordnungen
hier zum Vorzug geworden ist, darüber lässt sich streiten.
An den Architekten stellt jede Strasse dieses bevorzugten
Stadtteils, in einigen Strassen jede Seite, mitunter das ein-
zelne, oder eine Reihe von Grundstücken seine Sonder-
forderungen. Es wird ihm schwer gemacht, dem Baugedanken
in jedem Falle eine prägnante Fassung zu geben.


Arch. Fritz u. Willi. Hennings, Berlin.

Arndt-Gymnasium zu Dahlem.*

*Aus der Grossen Berliner Kunstausstellung 1908.
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