Baumeister: das Architektur-Magazin — 6.1908

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DER BAUMEISTER » 1907, NOVEMBER = BEILAGE.

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Einleitung von Heinrich Wieynk. Verlegt bei Wilhelm Fülle
in Barmen, 1907.
Zu den mannigfachen Neuentdeckungen in der heimatlichen
Architektur gehört auch das Bergische Haus. Mit Recht: in
ihm hat der Charakter der Landschaft die Lebensart der Be-
wohner und die Geschichte der „Romrike Berge“ Form ge-
wonnen. — Derartige Bauwerke wirken darum so ehrwürdig
und zugleich so selbstverständlich, weil sie nichts weniger
sind als willkürliche Einzelerscheinungen, vielmehr Produkte
der Notwendigkeit; weil sie ein Stück Wirtschafts- und Sitten-
geschichte der Vorfahren lebendig erhalten haben. Das ist
der Sieg der Form: die Menschen sterben, aber in ihren
Bauten — sofern sie ehrlich waren — bleibt das Wesen der
Werkleute latent und auf lange Zeiten hinaus den achtsamen
Enkeln wahrnehmbar. Das ist es, was man die Stimmung
alter Häuser nennt. Darum raunt es in solchen alten Häusern :
aus allen Winkeln kommt die Sprache der Vergangenheit, aus
jedem Einzeigebild strömt die Zweckmässigkeit, die es einst
schuf. Weil wir so einsehen lernten, dass Architektur die
räumliche Projektion völkischen Lebens ist, freuen wir uns
über jeden architektonischen Formenkreis, den uns forschende
Liebe wieder nahe bringt, freuen wir uns auch über diese
Publikation Bergischer Häuser.
Dabei vergessen wir keineswegs, dass es sich hier nicht um
gewaltige Kunstwerke handelt; wir wissen, dass das Bergische
Haus nur ein Epigon ist, ein Nachkömmling der grossen
französischen Stile. Wir wissen aber nicht minder gut, dass
es wie ein Organismus aus der Landschaft und den Bedürf-
nissen der Bewohner erwuchs. — Die Grundrissdisposition
führt uns zurück bis auf das altsächsische Haus. Wir begreifen
den Umwandlungsprozess, dei aus dem grossen Tor und der
geräumigen Diele — nach dem Übergang von der Landwirt-
schaft zur Industrie — die schmalere Tür und die kleinere
Diele werden liess. Wir begreifen, wie diese Tür langsam
heraufrückt, so dass mehrere Stufen angebracht werden müssen ;
wie links und rechts der Tür Fenster sich auftun und schliess-
lich ein Oberlicht hinzukommt. So gewinnt die für’s erste
überraschend sorgfältig behandelte Tür bei einigem Zurück-
denken die Bedeutung eines Dolmetsch, der von Herkunft
und Entwicklung des Bergischen Hauses zu berichten weiss.
Und nicht minder gesprächig ist die blauschwarze Schiefer-
haut, die sich um das Fachwerk legt, ist das weisse Rahmen-
werk, sind die Giebel und die grünen Fensterläden. Wir
werden an die häufigen Regen und die ständige Feuchtigkeit
gemahnt, vor der die Leute sich schützen wollten; wir be-
greifen die Freude an der Farbe als einen Kontrast zu den
nebelverhangenen Tagen. — Es ist ein ästhetisches Ver-
gnügen gar edler Art, zu verfolgen, wie dieser lokal bedingte
Bautyp sich unter dem Einfluss des Rokoko, des Louis XVI.
und des Empire logisch abwandelt. Das vorliegende Sammel-
werk ist darum besonders zu loben, weil es solcher Leiden-
schaft des Architekturfreundes und nicht etwa dem historischen
Sport dienen will.
Die Abbildungen sind mit grosser Sorgfalt ausgewählt und
sehr gut reproduziert. Die Druckausstattung weist jene milde
Schönheit, die für Heinrich Wieynk, der sie leitete, charakte-
ristisch ist. Der Text könnte freilich ein wenig übersichtlicher
sein; Otto Schell ist wohl ein fleissiger Sammler und heimats-
treuer Wandersmann, aber er verleugnet nicht den Amateur


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