Heidelberger Zeitung — 1866 (Januar bis Juni)

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Madrid, 19 Januar. Die Jusurgkntkn
überuachlcten zu Bicnnenida; man glaubt, daß
sie margen nach Portugal übergehen. Einige
Studenien machlcn in Valencia einen mißglück-
le» Aufivicg-lungsvcrsuch.

Paris, 20. Jan. D-r heutige Morgen-
woniteur bcrichtet: Prim war gestern zn Ble-
rena, beute in Frcgenal, kleinen Orten zwischen
Audalusicn und Portugal.

Aus Baden. Zn Manuhci m ist vor
einigen Tagen Karl Artaria, Mitleiter der
KunstverlagShandlung von Artaria und Fon-
tainc, eimr dcr strebsamstcn Firmcn dieses
JahrhnndertS gcstorbcn. — Dcr AuSschuß deS
evangclischen PrcdigervereinS, der am 1k. d.
in KarlSruhe vcrcinigt war, schlägt vor,
die nächste VereinSversammlung a» zwci Ta-
gcn, in Mitte dcS Monat Juni zu halten und
die Sxäljahrsversämmlung ausfallcn zu lassen.
—i Nach dcm für 18KK nnd 1867 aufgestcll-
ten Budgct wird für daS Hofthcater in Mann-
hkim wie scither aus der StaatScasse jährlich
bezahlt wcrdeu: 11,879 fl. 4 kr. — einschließ-
lich 3879 fl. 4 kr. als Ersatz früher bezogener
Gcfälle.

Verinischte Uachrichten.

Auch au« Essen meldet man den Einsturz eine-
Ham'es. Die „Rh. Zkg." schreibt darüber: „Jn der
Nächt vom 8. zum 9. Januar ist ein dreistockigeS Ge-

Wagschale fälll, als Ht. Ehrenbcrg eine übetall aner-
kanute naturwissenschaftlrcbe AMorilät ist. Derselbe be^
^^ne^dic^i^ 1'^^^«-

Wissenschaft auf sie richlet, seiner Zeik leichl darzuldun
sein wird, crklärt eö biS dahin aber für Pflicht jede'S
Einzelnen, beün Gennsje deS Lchweinefleisches Vorsicht
zu beachlkn. Dcrs sichere Mittrl, sich geM. Trichmm-
vergisliiii.^zi^ schützen, findct er ebrnfallS im Garkochen,

chinen nichl sür die Reinheil der übrigen bürge.

Der Gewinn vori 60,000 fl. in der Darmst. 50 fl.-
L^o«-Loüeri^ift an einen Privalma^n in^Wiitem^

wurüen 81Vs—V, -Vis gehaiidelr?1864er Loose 87 bez!,

,englische Mekallique- 69'/,— Vs, Cr^itactien 16O/,

Fur Amerikaner lagen starke LrrkanfSsrdreS vor und
vcrkehrten die 1882er Bonds zivischen 69^/,—*/§.

Livorlieselit grdandelt, erstere zu 43^/,^, letzkere zü 41'/^.
StaatSbahu war 50'/,. erste Elisabeth 75*/^—^, Böh-
mische 80^/, im Berkedr. ^

suchl, 114 bez. u.^G. FraNkfurt-Hauauer zu 106 ge-
suchk. Darmstädter Bankactien 231'/, geboten.

zu lOO^/g reichlich Nchmer ohne Geber. Loudon 119'/,
Br. Paris 94-/« G. u. Br. Wieu 111-/«.

Der Geldstand ist immer uoch schr flüssig und DiS-
conlo unter Banksatz anzubringen.

Dir Dividende oer österr. Baukactie ist 'auf 27'/, fl.
österr. W. festgesetzt.

Nach der Börse. (2 Uhr.) 1882er Bonds 69Vs-
1860er Loose 80^ Oesterr. CrLdnacrien 169 G.

denz matt. 1882er ayrerik. Bonds 69'/i, bez. 1360er
Loose 81b/„ bez. Sonst kein Geschäil.

Gottesdienst in Heidelberg.

Sounkag, den 21. Jall-. Vornnttagö 9 Uhr, predigcn
in der Heiligqeistkirche: Hr. Swdtpfr. Schellenberg;

NachmiltagS 2 Uhr,

in der Heiliggeistkirche: ^r. Stadlpf^ H crb st.

Obrigkeitliche Bekanntmachungen und Privat-Anzetgen.

Den Viehhof in Heidklberg betr.

Man fieht sich veranlaßt darauf aufmerksam zu
machen, daß die Viehhosordnung in neuer Fassung
unterm 29. November 1865, Nr. 26675, von Gr..
Bezirköamte genehmigt wurde. Nach Vorschrift
derselben muß namentlick

»alleS große und kleine Schlachtvieh, sowie
Pferde, welche durch Einheimtsche und Aus-
wartige zu Wasser und zu Laud zum Verkauf
tn hiesige Stadt eiugebracht werben, in den
befteheuden Viehbof eingestcllt, beziehungs-
weise auf den Viehmarkt gebracht werden; die
Benutzung anderer Stallräume sür verkäuf-
liches Vich ohnc Vorwissen des ViehhofbrstLn-
derS oder dessen Verkauf an einem andern
Orte der Stavt ist untersagt.

Uebertretungen der Viebbofordnung werden
mit Geld- oder Gefängnißstrafe geahndet."

D>es wirb mit bem Anfügen bckaiint gemacht,
daß der Viehhof noch, wie in frühercn Iahren, i m
Gasthause „zum goldenen Schwan" nächst
der Brücke sich befindet.

Hetdelberg, dM I^Ianuar 1866.

fl j'_^ ^ ^ ^ ^ ^_SachS.

Von der englischen Kirchengcmeinde wurden uns
heute 100 fl. übrrgeben mit der Bestimmung, solche
zu gleichen Tbcilen

der Kleinkinderschule,

dtr Kinderheilanstalt und
dem WohithätigkcltSvercin
zu überweisrn.

Indem wir dafür unseren Dank aussprechen,
werden wir solche ihrer Bestimmung zuwenden.

Heibelberg, den 18. Ianuar 1866.

1. Bi'irgermetsteramt.

Krausmann.

_SachS.

Bekannrmachung.

Zu Folge richtrrlicher Versügung werden Mitt-
woch, den 24. d. M., Nachmittags 2 Uhr, im Vieh-
hof dahier 2 Pferde (braun und fahl) gegen
baare Zahlung öffentlich versteigert.

Heidclberg, den 20. Ianuar 1866.

_ Edel, GerichtSvollzteher.

Arbeiteu-Vergebung.

Die Anfertigung zweier neucr ReservoirS und
Lieferung derselben entweder auf den Bahnhok
Mannheim oder Heidelberg soll im Sou-

dcn. Die Riservotis K,L' Brrite

und 5^ Höhe und werden aus 2^" dickem Gisen-
blech hcrgrstellt. Das Gewicbt wird stch auf circa
26 Centner per Stück belaufcn. Die zur Ueber-

nahme Lusttragendcn wollen ihre ANyebote,

PreiS per Zentner vcr fertig hergeftellten und an
einen dcr Bestiminnngsorte abgelieferten Reser-

schrift: ' sS p

Liefcrung von Reservoirö
längstens bis züm

22. Januar l. I., Vormittags 10 Ubr,
auf dem tecknischen ^ Büreau der untnifertig^en ^

Großh. Eisenbahnamt.

Der Vorstand: Der Bez.-Ingenieur:

Sachs. Iost._'

Bekanntmachung.

Zu Folge richterlicker Verfügung werden Dien-
stag, den 23-d. M^, Vormkttags 11 llhr, auf veM
Nathbause in Ziegelhausen eine Kuh, ein Wagen
und ein Räubling versteigert.

Hridclberg, ben 20. Ianuar 1865.

Ed-cl, GrrichtSvollzieher.

Diknstng, den 2Z, Januar, findkt der

tehte Winterdstl

statt, Ansang 7 Uhr,

Nir ÄaUdirection,

In dem Musikalien-Verlag von C. Weinholz in
Braünschweig ist erschienen und in der UniversitätZ-
Buch- u. Musikalienhandlung von G. Weiß vorräthig:

ZeLnrieli 8litter.

47. 1aS delle T^rolienae.

54. 8ckn! e tt er! i »A - vof k g.

Fülle von^Melodie, ohne zu hohe Anforderungen an
die Virtuosität des Spielers zu stellen.

gW- Deeimal-Waagen, 'dk

Viess-Waagen, Tafel-Waagen, jeder Form und
Tragkraft, in anerkannter Güte, mit Garantie.
Patentirte SLe-Maschinen, Dresch- u. Häcksel-
Maschinen: Alles mit den zweckmäßigsten Lin-
ricktnngen, empfieblt z» äußerst billigen Fabrik-
prt^en G- AbSWsseimer, östl. Hauptstr. 31, 2 Tr.

Anzeige.

Durch rine nene Einrichtnng din ich
in Len Stand gesetzt, 25 Vifitenkarten in

mehreren Itellungen sür sechs Gul-en
zu fertigen.

Lcstcller erhalten probebilder »nd wer-
den folche aus Vcrlangen mit Farben
ausgcführt.

k'rariL! ILioltnrä,

f2f° Hofphotograph.

80 alte und nene chirirrgiscke
Vkl-zrzUf. Werke. Mittelbabgaffe 7. (2)

Vo» der Elsenz, 19. Ianuar. Ileber die Pfarr-

Wahlsünden, alle Wühlcreien und Hetzereien. Seht, so
heißl stelö daS Ende vom Lied, diese Pfarrwahl taugl
eben NichlS; enlweder hebe man sie auf oder gebe sie

servaliven Pfarrherren würden alleS vermeideu, was
irgend wie Wühlerei aussehen könnte? Dem ist nicht
also. Es g^ebt in dcr Nähe der Stadt Heidelberg cine

aus drei Gemeinden bestehende Pfarrei B.tbal,

in welcher seit mehreren Zahren ein proiestlicher Pfarr-
verwescr zum Heile der Seelen thälig ist; um dicsen
die Wohllhat nicht zu entziehen, hat er seit langer Zeit
nm die Stelle sich in ctwaS lebhafler Weise bemübt.
Trotz einer Peliiion (über deren Zustandekominen übri-
geu's ftltsäme Gerüchtc verlällteii) wcrden aber drei
ällere Geistliche vorgeschlagen, und wäre die Wähler.
schasl nicht verhetzt worden, wüiche sie ohm weilereF'
Eiuett der Vorgeschlägcnen wählen.

Denn hier kannle man bisher keine kirchlichen Par-
teiungen, ja, man murrte nicht einmal. menn hie und
da ein Gottesdienst kurzer Hand ausgesetzt wnrde, ja
selbst dann nicht, wenn während der Christfeiertage nur
ein Gottesdienst abgehalten wurde und der vorgeschrie-
bene Iahresschlußgottesdienst ganz wegfiel. Das ist nun
anders gemorden. Auf einnial will eine grotze Zahl nicht
mehr wählen, sie begehrl den Psarrverweser zu behalten:
da wirft man iveitze Zettel in die. Urne; die Pfarrei
»'irv nöch ein weiteres Jahr verwaltet; unterdessen wird
das Wahlgesetz geändert, und jede Gemeinde, natürlich
auch die beregke, wähtt den Mann ihres Herzens. —
Aber sollten diese Herren sich nicht verrechnet haben?
Kann die kirchliche Behörde ruhig zusehen, wie man ihre
Anordnungen einfach in den Wind schlägt, die man
mißbrauchl, um selbstsüchtige Absichtendurchznsetzen?
— Wemi auch die Agüarion gegen die Wahl heim-
lich betrieben wird, si« wirv ddch aki's Tageskicht koinmen.
stieckt fie doch schon zuweilen den Pferdefuß heraus; es wird
sich herausstellen, wer den Character Eines der Vorge-
schlagenen zu verdächtigen gewagt hat; wer die Helsers-
helfer geiresen sirtd, die'in Dinge sich einmischte», die
nicht ihres Amtes sind; wer aus dem pädagogischen
Haselstock den Taktstock gemacht hat, um das öffentlü^
Gewissen in den Schlaf zu singen. Gesetz nnd Recht
müssen bleibsn—das mag Jeder fich merken, der durch
Borspiegelungen-und dgl. sich von seiner Pflicht abwen-
dig machen ließ.

Möge diese« wohlgemeinle Worl dcr VersiLndignng,
in einer wichtigen Angelegetiheit nickt ungehöit bleih^i
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