Heidelberger Zeitung — 1866 (Januar bis Juni)

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werben. — Unsere protestantischen Mitbrüder
werden auch künflighin in gcweihter 6rde neben
unS ruhen, mit aller Feierlichkeit werden auch
wir Katholiken sie zur letzten Nuhestätte bc-
gleiten, und diesclbe Glocke, die unö zur Messe
ruft, soll quch sie auf ihrem letztrn Gange
mit ihren Trauerklängen beglciten. — Unsere
Neligion ist die Neligion der Liebe, die Christus
gepredigt hat; die Verordnung aber geht auS
von der Neligion deS Hasses bis ins Grab.
Wir anerkennen diese Ncligion nicht als die
unserige und kein geistlichcr Bcfehl wird uns
zwingen, derselben Fülae zu leisten." — Nach
Absingen des Liedes „Brüder reicht die Hand
zum Bunde" begab sich der Zug cbenso ruhig,
wic er gekommen, auf den Marktplatz, wo die
Bevölkcrnng daS „RufH'du mein Vaterland"
anstimmte. Während der ganzen Feier wurde
kein beleidigender Rnf vernommen und die
schönfte Ruhe und Ordnung wallete während
des ganzen Aktes.

T ü r k e i

Bucharest, 26. Febr. Die Verhafteten,
23 an der Zahl, wurden mit Ausnahme Lieb-
recht's auf freien Fuß gesetzt. Nuhe und Ord-
nung sind nicht gestört wordcn.

Neueste Nachrichten.

Neuyork, 17. Febr., Morgens. (Per
„City of Washington".) Der österreichische
Gesandte protestirte gegen die Beleidigmtg des
Kaisers Maximilian durch Bankroft's Rede und
erneuerte seine Protestation trotz der Weige-
rung Seward's, sie anzunehmen. — Die mexi-
kanischen Nepublikaner sind bci Tampico ge-
schlagen wordcn. Sie verloren 850 Mann.
(Die Rede Bankroft's, von welcher oben ge-
sprochen wird, ist nichl im Repräsentantenhause,
sondern vor einer großen Vcrsammlung alö
Lobrcde auf Lincoln gehalten worden, bei wel-
cher Präsident Johnson, die Mitglieder des
Cabincts und dcs Congresses, das diplomatische
Corps und viele Officiere zugegen waren.)

Berlin, 28. Febr., Nachm. Gouverneur
v. Manteuffcl wurde heute Mittag vom Könige
empfangen. Darauf fand im königlichen Pa-
lais ein Ministcrrath statt.

Berlin, 28. Febr., Nachm. Der heutigcn
Conscilsitzung wohnten der Gouverneur von
Manteuffel, ver Botschafter Graf Goltz, der
General v. Moltke unb der Chef des Militär-
.cabinets Gencralmajor v. Treskow bei.

Berlin, 28. Febr., Abends. Dic „Pro-
vinzialcorrespondenz" sagt über die Verhand-
lungen mit Oesterreich: Das Augustenburgische
Parteitreiben gab Anregung zu Verhandlungen.
Preußens Vorstcllungcn wurden durch einc
österreichische Depesche vom 7. Fcbruar d. I.
beantwortet, welche jedoch den preußischen Ge-
sichtspunkten die erwartete Berücksichtigung nicht
angedeihen ließ. Dicse Depesche blicb preußi-
scherseits unbeantwortet und wird eS wahr-
scheinlich bleiben. Die Nachricht, Preußen habe
ein Ultimatum an Oestcrreich gerichtet, ist
völlig unbegründct. AllerdingS ist zuversicht-
lich anzunchmen, daß Preußcn, seinen Schrift-
streit ruhen lassend, desto cntschiedener die end-
liche volle Erledigung der Hcrzogthümerfrage
im Sinne der preußischen und deutschen Jn-
tcressen herbeizuführen bedacht sein wird. —
Weiter bemerkt die „Provinzialcorrespondenz":
Wahrscheinlich wird wegen der Frage der Do-
naufürftenthümer eine Conferenz der Groß-
mächte zusammentreten. Preußen widmet der
Angelegenhcit die lebhafteste Theilnahme vom
Standpunkt der deutschen und der europäischen
Jnteressen auS.

Hamburq, 28. Febr. Das nunmehr im
Wortlaute vorliegende Rescript des Statthalters
in Holstein erkennt ausdrücklich die Verfassung
von 1854 für Holstein an.

Wien, 28. Febr. Die Diplomatenconfe-
renz wegen der Donaufürstenthümer tritt in
Paris zusammen; den Vorschlag von Frank-
reich auf Zusammentritt der Conferenz in Wien
lehnte Oesterreich wegen Jtaliens ab. Ueber
die Nothwendigkeit, daß die Wahl eineS Fürsten
auf einen eingeborenen Bojaren fallen müsse,
herrscht unter den Mächten Einigkeit. — Es
geht daö Gerücht von einer bevorstehenden Spe-
cialmission OesterreichS nach Berlin.

Wien, 28. Febr. Der preuß. Gesandte,
Barzn v. Werther, hat keine dem Wiencr Ca-

binet mitzutheilende Depesche, sondern nur die
Anzeige von der bevorstehenden Entsendung des
Generals v. Manteuffel nach Wien crhalten.

Bern, 28. Fcbr. Die italienische Negic-
rung enlscheidet sich für Durchbohrung des
Gotthard und wird den Kammern bezüglichc
Anträge vorlegen.

Warschau, 28. Febr. Ein kaiserlicher
UkaS gestattet, die mit einem russischen oder
polnischen UniversitätSdiplom versehenen Jsrae-
liten zum Civildienste in Polcn mit Benutzung
allgemciner Rechte zuzulassen.

London, 1. März. Der „Globe" ist zur
Erklärung ermächtigt, daß die durch die „Times"
verbreiteten Gerüchte wegen Russells Resigna-
tion eine Erfindung sei.

-s- Malsch (bei Wiesloch), 28. Febr. Etwa V4
^jchl^chts.^ ^)>isjclbe war in eine elwaS

Mosbach, 28. 8^^.^ ^Abend sand der

Verloosungen.

Karlsruhe,'28. Febr. Bei der h eute stattgehabten

50 Serien qezogen wordcn: 133. 283. 422, 522, 644,
663, 890. 970. 1035. 1145, 1171, 1415, 2124, 2508.
2525, 2835. 2861, 3034, 3244, 3250, 3416, 3619,

3788, 3915, 4063, 4094. 4193. 4415. 4476. 4508,

'4662, 5045, 5230. 5346, 5385. 5433. 5498, 5503,

5527, 5560, 5739, 5843, 6117, 6330, 6417, 6690,

6736. 6875. 7731. 7940.

^Vou A fl.^' ""^gan>>en.

Obrigkeitliche Bekanntmachungen und Privat-Anzeigen.

Großh. Amtsgericht Heidelberg.

Bekanntmachung.

Nr. 4509. Jn Folge EilasseS Großherzogl. Justiz-

von ihnen aus Grund des Gesetzes vom 19. April 1856
(R.B. Nr. 16) erledigteii bürgerlichcn Streilsachen Ta-

Heidclberg, dcn 26» Febrnar 1866.

Kah.

Großh. Bezirksamt Wiesloch.

Art. 5 des Gcsctz^cs vom 17. März 1854, Ncgbl-
1854, Sritc 80 unc des § 2 der Vollzugsverord-
nung voiu 18. April 1854, Rcgbl. Seite^l59 dte

fl^ach Art. 3 des bemcrkten ^(sktzcs^v. 17. März

in Gemcinde» nnter 2000 Seelen auS 3 Mitglte-

schließlich 6000Seelcn aus 5 Mitgliedcrn gebildet.

Die Vorfchläge find an den Großh. Steuerperä-
quator Orth in Mannheim zu überscnden.
Wieslow, den 28. Februar 1866.

I. Eberle.

Bekanntmachung

Es wird zur öffenllichen Kenntniß gebracht. daß für
den dirkklcn Güterverkchr zwischen der Großh. Bad.
StaaiSeiscnbahu einer- und der Mäiu Neckarbahn, so-
,, ^Eaalion Offenbach anderseitS eine namhafte
Liizahl Güter in niedrigere Tarifsklasscn versetzt wurde.

Die betreflendeu Clasflfikationsänderuugen, welche so-
sort m Wirksamkeit treten, sind in einem Verzeichniß
zusammengestellt und werden von letzterem einzelne
frü"abge"ben Verbandstatione» kosteu-

KarlSruhe, den 19. Februar 1866.

Direktion der Großh. VerkehrSanstallen.

B. V. h. D.

Bauartieiten-Vergebung.

Der Voranscklag betragt für
Maurer- und Stcinhauerarbeit 118 fl. 29 kr.
Schlofferarbeit 195 ff. 59 kr.

Tüwbcrakcheü j ^ ^ ^ ^ ^

^Hlldr1b,?g^d!n 2^ Februar wöb" '

Gr. Ber.-Bauiuspection.
_ Waag. _s2)r

Erbvorladung. ^

seiner gestorbeiien Mntter Elisabctha geb. Kühner,
Ehefrau vrs Bürgers und Webers Iohaun Fischer
vou Mauer, mitberufen. ^

nahme und zu den Theilungsvcrhandliingen mit
Frist von 3 Monaten mit dem Ansügen vorgela-
den, tzaß im Nichtersckeinungssalle die Erbschaft

anfalls nickt mehr gelcb^t hätte. ^ ^

Neckargemünd, den 27. Fcbruar 1866.

Der Großh. Notar:

_ Ackcrmann. flj'

Holzversteigerung.

Nr. 118. Ziegelhausen. AuS Domänenwaldun-
gen versteigern wir

Freitag, den 9 März,

1) auS der Abth. Juvenwald:

17 Eichstämme, 19 Stück buchene Klötze, 126
Klafter buchencs Schcitbolz, 19 Klafter desgl.
Prügelholz, 89 Klaster buchenes-, 1'/, Klafter
eichencs Klotzholz u. 3l50 Stück buchene Wellen;

2) aus der Abtheilung Habnengrund:

133 Klafter buchenes Schcitholz und 11 Stück
huchene Klötze;

3) aus der Abtheilung Siebeubrunnenhang:
100 Klafter buchenes Scheitbolz.^

Samftag, den 10. März,

1) aus der Avtheilung Hahnengrund:

41 Klafter buckcncs Prügel-, 86 Klafter deSgl.
Klotzholz und 6100 Stück buchene Wellen;

2) auS ber Abtheilung Siebenbrunnenhang:

106 Klafter bucheneö Prügelholz, 64 Klafter
buckenes und 7 Klaftcr cichenes Klotzholz und
6700 Stück buckene Wellen.

Die Verhandlung findet im Gasihaus zum Hirsck
dahier statt und beginnt jeweils früh 9 Uhr.
Ziegelhausen, ben 28. Februar 1866.

Großh. bad. BezirkSforstei:
_Föhlisch. (1)

Holzversteigerung.

Wir versteigcrn aus Domänenwalddistrikt I,
„Lußhardt" Samstag, den 10. März d. I., Vor-
mittags 9 Uhr beginnend, im biefigen Löwen-
wirthSbause:

3 Eichstämme, 1 Buchstamm, 1 Forlenstamm,
156 Klafter buck., 12'/, Kl. eicheneS, 2^4 Klafter
gcmischtcs, 25'/, Klaftcr forlenes Sckeitholz, 46V»
Klafter buckeneS, 3^4 Nlafter eichenes, 43'/,
Klafter gemischtes, 19'/, Klafter forlenrS Prü-
gelholz, 103V4 Kl. Laubholz, 8'/,Kl. Nadelholr,
Stockbolz, 2025 buckenc, 1850 gemischte und
2725 forlcne Wellen.

St. Leon, den 26 Februar 1866.

Gr. Bczirksforstei:

Kreisschulvisitatur Heidelberg.

Nr. 542. Nach der Verordnung Großh. Ober-
schulraths vom >8. Februar 1865, Verordnungsbl.
1865 Nr. ttl, sollen die Vorlagen Behuss Verthei-
lung deS Sckulgeldes für das II. Halbjahr 1865/66
Ende Februar an die Großh. KreiSschulvisitarur
gemackt werden.

Zum Zwecke zeitiger Vorlage an Großh. Ober-
sckulbehörde werden bie betreffenden OrtSschulräthe
hierauf aufmerksam gemacht.

Heidelberg, den 1. März 1866.

_Leutz._

Kommenden Dienstag, den 3. März,

Vormittags 10 Uhr,

wird im biesigen Rathbaus die Herstellung von 17
Ruthkii Rinnenpstastcr in Steigerung vergcben.
Wirblingen, den 27. Februar I86v.
Bürgermeisteramt.

_, , . Schlez.

J iva-, Havanna- und Cubatabak,

Umblatt und Einlage, Fournieren zu Ligarren-
kistcken, sowie leere Eigarrenkistchen find billig zu
hab-n b-i P I. Guttcnderaer,
lWI am Warlt Nr. 4.
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