Heidelberger Zeitung — 1866 (Januar bis Juni)

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rangement zu treffen; die für Amortifirung und
Annullirung der passtoen Schuld bestimmte
Summe zu erhöhen; Zprocentige Titel im noch-
wendigen Betrag auszugeben, um einen wirk-
lichen Ertrag oon 60 Mill^nen Douros zu
crzielen; im Nochfall die LaM- und Seestreit-
kräfte zu oermehren. Dieser Gesetzentwurf er-
regte großes Aufsehcn; LU der Birse ficlen alle
Fonds.

Neueste Nachrichten.

Bucharest, 8. Mai. Der Moniteur ver-
iffentlicht die Entscheidung ter Pariser Conse-
renz, die er mit einer Erklärung der proviso-
rischen Regierung einleitel, worin diese die
Ueberzeugung ausiprichl, daß die garanlirenden
Mächie wic überall jo auch in Rumänieu dcn
nationale» Willen berückfichtigcn und sanctio-
niren werden.

Frankfurt, g. Mai. -Der sächsische An-
trag: Aufforderung an Preußcn aus Grund
deS Art. 11 der Bundesactc dem Bunde durch
eine geeignete Erklirung volle Beruhigung zu
gewähren, ist in der heutigen BundcStags-
Sitzung mit 10 gegen 5 Stimme» angenom-
men worden. Dasür iprachcn sich auS: Oester-
rcich,'Bayern, Sachien, Hannover, Würtem-
bcrg, Baoen, Großherzogthum Heffcn, die säch-
fischen Hiuscr, Brannschweig, Nassau. und dic
16. Curie. Dagegen: Preußen, Kurhessen,
Mecklenburg, Oldcnburg und die sreien Städte.
Preuße» gab cine Erklärung ab, worin eS
unter nochmaligem HinwciS aus den desen-
siven Charakter seiner Rüstungen die Erwar-
tung auSjpricht, der Bund wcrde Sachscn und
Oesterreich veranlaffen, ihre eingestandener
Maßen gegen Preußcn getroffcnen Rüstungen
einzustelle», indem sich sonst Consequenzcn er-
geben kinnte», die Prcußen nöthigcn würden,
nur ieinc eigene Sicherheit und stine euro-
päischc Machtstellnng maßgebcnd sein zu lassen.
Die BnndeSverjammlung bejchästigte sich auch
mit der durch dic preußische Mobilmachung zu
gewärtigenden Vcrmehrung dcr preußischen
BundeSgarnisoncn und nahm Act von der Er-
klärung deS preußischcn Mititärbcvollmächtigtcn,
daß Anstaite» gitroffcn wcrden würden, nach
wclchen eine Üeberschreitung <cs gesctztichc»
EtatS nicht -rjvlge. Di- Bundesversammlung
bcschloß die Militärcommiisio» zu beauflragen,
hierüber sorgfältig zu wachcn.

Bcrlin, 9. Mai. Gcstern lras der russische
Rittmeister Montcverde alS U-berbringer eineS
kaiserlichcn HandschreibenS hier ein.

Berlin, 9. Mai. DaS iKbgcordneten-
haus ist aufgelöst, Ncuwahlcn sind ange-
ordnet. — Am Getreidcmarkl herrschtc Panique
wegen der Lombardkündigungcn.

Bcrlin, 9. Mai. Die Ordre sür Mobil-
machung deS crsteu und deS zweiten Armee-
corpS ist ertheilt. Nunmehr ist die ganze
prcußische Armec mobil. Damit erhalten wir
also cine Feldarmec von 370,000 Mann mit
864 Geschühen.

Bcrlin, 9. Mqi. Die „Kreuzztg." sagt:'
Die Rede NapoleonS in Auperre sollte die deut-
scheu Großmächlc von Neucm erinncrn, in
welche Hände schließlich die Entscheidung —
und wclch' cinc! — salleu würde, wenn ein
Krieg zwischen ihne» auSbrächc. Wir sagcn
dicß nicht, damit Preußcn eincn berechtigtcn
Ansprnch ausgebe, sonder» damit beidc MLchlc
noch einmal, ehe eS zu spät wird, ernstlich
prüsen möchten, ob kcinc MSglichkeit, sich in
Frieden zu verständigen, vorhanden ist.

Bcrlin, 9. Mai. Die ,Rordd. Allg. Z."
macht dic liberale Partei für daS Attentat vcr-
antwortlich.

Drcsden. 9. Mai. Ein Ertrablatt der
hiesigen „Reform" berichtet über eine gestern
stattgehabteMasstndemonstration im deulschen
Sinne, zur Kundgabe gegen die großprenßischen
Umtriebe. Die Menge erwartet den kiniglichen
Bescheid über Annahme der Deputation. Eine
Massenversammlung in Leipzig hat sich in letz-
ter Nacht in ähnlicher Weise wie die hiesige
ausgesprochen, das Benehmen ihrer Stadtbehirde
vollständig und verdientermaßen verdammend.
Gefordert wird: Ausdehnung der Vertheidi-
gungsmaßregeln und Verficherung der Bundes-
genossenhülfe zu standhafter Bekämpfung der
preußischen Sonderbestrebungen in Holstein und
dem ganzen übrigen Deutschland. (N.F.Z.)

Wicn, 9. Mai. Graf Mcnsdorfs hat
anS Anlaß des AltentatcS ei» Glückwnnsch-
schreiben an den Graicn BiSmarck gerichtet. —
Die Anwcjenhcit deS Grafcn Mülinen in Wien
ist durch di- Emleitung l-bhaft-r Verhand-
luugen mit Frankreich vcranlaßt, welchc die
AuSsicht criffnen, dcn Frieden in Jtalien zu
erhalten.

Paris, 9. Mai. Der „Constitutionnel"
sagt i» ciucnl von Boniface gezeichnetcn Artikel:
„Die Rede dcS KaiserS in Aupcrre hatte in
Europa nichl den Widerhall eineS Kanonen-
schusseS, wohl aber den deS gejunden.Menschcn-
vcrstandcS. Dcr Kaijer jagtc schon bei Gelegen-
heit seincS CongreßvorschlageS, daß die Verträge
von 1815 nicht mehr epistiren, daß fle eine
Gcsahr jür Europa stnd. Die Rcde deö Kai-
jcrs ist keine Ermuthigung deS EhrgcizeS dcs
Graseu Bismarck, der die Verträge zu Gunsten
PreußenS modificiren will. Frankreich kan»
seipc Verantwortlichkcit nicht init i»S Spicl
zichen laffcn für eine theilwcije Aenderung,
welche gecignct wäre, das Gleichgewicht der all-
gemeinen Kräftc zu stören. WaS Frankreich im
Auge behält, ist nicht der Ehrgeiz PreußenS,
OesterreichS odcr Jtaliens, wohl abcr seine
eigenc Sicherheit und Würde. Sein Programm
ist dic Resorm der Verträgc von 1815. Jedes
Unternchmen, das nichl dicjes Zicl hat, wird
Frankreich nicht indifferent, sondern ausmerksam,
wachsam und cntjchloffen finden. Dic Rede von
Auxerre ist nicht die Einmischung in dic ver-
jchiedeneu, in Deutjchlaud mit eiuander kämpfen-
dcn Jntereffen, sie ist cin letztcr Appell an dic
Weishcit der llnterzcichner der Verträgc von

1815 zu Gunsten deS FriedenS und der Sicher-
heit EuropaS; an ihnen ist eS, zn prüsen, ob
cS sich zicmt, d;n surchtbaren Wcchselsällen einci
KricgeS eine allgemeine Resorm zu überlassen,
welche Frankrcich der Eintracht und dcm Frie-
dcn hatte vcrdankcn wollen."

PariS, 9. Mai. Lord Cowley soll von
Drouyn de LhuyS wcgen der Rede von Auxerre
Aufschluß v-rlaiigen.

Pondon, 9. Mai. Jm Oberhause wurde
gcstcrn die Ankrage an die Regierung gestdllt,
ob Englands FrenndeSdienstc der Beilegung deS
ConflikteS auf dem Continent nützlich sein dürf-
ten. Die Antwort, welche Lord Clarcndon gab,
lautet nicht aufmuntcrnd.

Brnffel, 9. Mai. Die Nachricht von der
Einberufung von 80,000 Mann ist faljch. Der
Finaiizmiliister erklärte in der DeputirtenkaM-
mer, er werde gegeuwärtig keinen außerordent-
lichen Crcdit sür nationale Verlheidigung for-
dern. Dic Befestigung von Antwerpcn wird
lebhaft betrieben.

8 Ettlinften, 4. Mai. Bekanntlich kam
jchon seit einigen Jahren kein badijcheS Sän-
gerfcst mehr zu Vtandc, weil die mcisten Städte
unsereS LandeS außer Freiburg, daS eine die-
jem Zwecke entjprechcnde Räumlichkeit zur Ver-
fügung hat, die Kosten jchcucn, welche die Ab-
haltung eineS jolchen Festes nithig macht.
Wenn aber die Gesangvereine wirklich die Trä-
ger und Bewahrcr deS dcutschen Männergesan-
geS sein und bleiben sollen, so ist eine ifterc
Vcrcinigung grißerer Sängcrinaffen zu gemein-
samcr Aufsührung herrlicher, vaterländischer Ge-
jänge unbcdingt nothwendig. Dcßwegcn und
um die Lust zur Mitwirkung in Gejangvereinen
wiedcr anzufachen und den Geist in de» Vcr-
cinSabenden zu erhalten und ncu zu beleben,
waS bcsondcrs in kleincren Ortcn iftcr Noth
thut, hat dcr VcrwaltungSrath d-r hiesigen Lie-
dertafel, wahrscheiulich angercgt durch die mäch-
tige Wirkuug der Gejängk, die an Lamey'S Fest-
abend von sämnitlichcn KarlSruher Vereinen
vorgetrageu wurden, jchon Endc vorigc» Mo-
»atS zu einer Beiprechung wegcn Abhaltung
eines Kreiöjängcrtagcs in uiijerer Stadt einge-
ladcn. Dic ziemlich zahlreiche Vcriammlung bc-
jchloß nun, trotz der irhobcnen Bcdenkcn , in
dcr Hoffnung, daß dic KricgSgcwiltcr, ohne sich
z» entladen, vorübcr ziehen werden, im Laufe
dcS Sommers eincn Sängertag in hiesigcr Stadt
abzuhalten. Dic weitern Schriltc wurdcn in die
HLnde eiucS AuSschusseS gelegt, dcr auch be-
reitS die Genchinigung zur Bcnützung deS
SchloßplatzeS von großh. KricgSministexium er-
wirkt hat. Freilich hadcn in den letzten Tagen
die Kriegsgerüchte einen jo crnsten Character
angenomineii, daß eiue Verwirklichung dcS schi-
uen GedankcnS kaum zu erwartcn sein dürfte.

GroKh. BezirkSamt WieSloch.

- Die jwangsweise Rcmontlrung
dcr Militärpferde betr.

Nr. 2905. An sämnitliÄe Bürgkrmeisieräintrr
drS dirffeittgen AmtSbeztrks.

Dlc Bürgcrmelsterämter wrrdcn angewicsen, die
böchstc Verordnung auS Großh. StaatSminitterinm
vom 7. d. M-, Rkgierungsbt. d. I. Nr. 25, S. 119,
atöbatd den Gemeinden und dcn Pfcrdebefitzern
defondrrS zu verkündlgen.

Wiesloch, den 9. Mai 1888.

Z. Sberle.

Mannheim. >1 Mai-Messe.

tlvppoclrome ILinilv

Donnerstag/den I«. Mai,

Erstes

Xuust- L ^VtzttrtzunM

nach Art der Römer und Griechen, sowie
in modcrner Richtung.
Sämmtlichc Mtglieder, sowie der ganze
Marstall des Cirque Hiiino wirken mit.

^bonäs dnlb 7 Obr:

Orosss VorstelluiiA

im tzyquo IHiino.

SoMad zu WiMsen am Neckar.

Die ehemaltge freie Reichs-, jetzt Großh. Hessische Kreisstadt Wimpfen, durch ihre alterthüm-
licheu Bauten unv geschichtlichen Erinncrungen bekannt, liegt am linken Ufer des Neckars, aus einer
200 Fuß hohen schroffen Felsenwand, 729 Par. Fuß über der Meeresfläche, und bat täglich östcre
Verbindungen durch Post-Omnibus und Dnmpfschiff mtt Neckarelz, Waibstadt und von da durch die
Eisenbahn nack Heidelberg und ebenso durch Dampfschisse und Postwagen mit Heilbronn. — DaS Ma-
thildenbad bietet mit seinen gut eingerichteten 80 Gastzimmeru und 15 Badecabinetten alle Bequem-
und Annehmlichkeiten, die der gesunde oder kranke Badgaft wünschen kann, und. steht an Zweckmäßigkeit
und Eleganz keinem andern nach. — Die Luft ist bei ber hohen Lage ungemein gcsund und die Lage
der Anstalt unverglcichlich schön. — Die Ausficht sowohl von den Zimmern, als der großen schönen
Terrasse und den schattigen Alleen tst wett, lieblich und von malerischer Schönheit. Eine gute 'l'abls
ck'kote s 48 Kreuzer, reingehaltene Weine, einfachere Kost für Ieden nach Belieben auf dem Zimmer,
Alles zu möglichst billigen Preisen, werden, wie die Logis, per Woche ein Zimmer mit einem Bett
von fl. 3 bis fl. 7, und mit zwei Betten mtt Salon von fl. 0 bis fl. 16 berechnet; jedcs Bad kostet
24 Kreuzcr, ohne Unterschied der Soolgrade, die Soole enthält 27 Grad, und 1 Grad Soole Snthalt
5 Pfund getrocknctes Salz, somit das stärkste Salzbad Deutscblands. Was die Heilkrast betrifft im
Allgemeinen, e^scheint^ d^Bad ^als Hauptrnittel ^ gegen K r a n k b e i ten^ b^r ^H^uptorganebesonders aber

^ ^ ^ ^ Der Besitzer dcr Anstalt

Anton Müller UIIN Mathildenbad.

Strenlaub-Versteigerung.

Ziegelhausen. Aus den Domänenwald-Ab-
thetlungen Moselsbrunnen, Hahnberg, Sandwcg,
Bärenbacherscklag und Kandelgrund werden
Dienstag, den 15- Mai l. I,
circa 200 Wagen Streulaub öffentlich versteigert
werden.

Man versammelt fich hiezu früb 9 llhr auf dem
sog. Sandweg, am kurzen Buckel.

Zirgelbausen, den 5. Mai 1866.

Großh. bad. BerirkSforstei.

Föbltsch._(2)^

kl Ltllrliistorisek-IIleiiicilliskiler Veroill.

Freltkig, ven II. M-i. Dr. H-in, nnd Profkffor
Srt-nm-ycr: Die ftütz-r angejcigtcn Bvrträgc. Dr.
Mittermaiee: Antrog üb-r Sl-ak-n nnd Kanäle.

Forderungen 'LL»«

beliebe man je vor Schluß eines Monats ein-
zureichen. Otto Krieger.

Redaction, Druck unv Verlag von Adolph Emmerling, VerlagSbuchhandlung und Buchdruckerei in Hetdelberg.
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