Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 18.1926

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SAMMLER UND MARKT

BEVORSTEHENDE
VERSTEIGERUNGEN
BERLIN
Die am 18. und ig. Mai bei Rud. Lepke
stattfindende Versteigerung von Antiquitä-
ten bringt am i.Tag eine Reihe reizvoller
Einzelmöbel, vorv/iegend des 18. Jahrhun-
derts. Eine Anzahl besonders schöner Kri-
stall- und Bronzekronen des 18. Jahrhun-
derts und der Empirezeit kommen eben-
falls zur Versteigerung, ferner eine Reihe
alter Gemälde, vorwiegend Stücke von star-
kem dekorativen Wert und eine kleine Aus-
wahl guter Holzplastiken, dazu Antiquitä-
ten, Fayencen und ostasiatisches Kunst-
gewerbe.
FRANKFURT a. M.
Am ii. Mai wird bei Rudolf Bangel die
Sammlung des Senators Max Fessler ver-
steigert, die allein von Thoma 15 Werke aus
allen Schaffensperioden, meist Landschaften,
und 5 Bilder von Spitzweg besitzt. Dazu Ar-
beiten von Feuerbach, Liebermann, Corinth,
Schönleber,Trübner u. a. Von französischen
Meistern sind Renoir mit einem Gartenbild,
Courbet, Dupre, Rosa Bonheur, Signac u.a.
vertreten. Der Katalog bildet ca. 40 dieser
Werke ab. n.
KÖLN
Bei Math. Lempertz am 14. Mai Versteige-
rung einer rheinischen Privatsammlung mit
Bildern des ig. Jahrhunderts. Außer einem
Damenbildnis von Raeburn enthält die
Sammlung ausschließlich deutsche Bilder:
Grützner, Defregger, Voltz, Sperl, Willroi-
der, Osw. Achenbach, G. von Bochmann.—
Als zweite Abteilung folgen Gemälde älte-
rer Meister, darunter ein Werk des Ham-
burgers Franz Timmermann von 1534, eines
Schülers von Lukas Cranach (Hinrichtung
Johannes des Täufers), ein Tod der Maria
vom Meister von Kappenberg, eine signierte
Landschaft von Sal. van Ruisdael, ein sig-
niertes Konversationsstück von Jan Olis,
ferner Landschaften von David Vinckeboons
und Pieter Gysels.
MÜNCHEN
Am 18. und ig. Mai findet bei Plugo Hel-
bing die Versteigerung der umfangreichen
Sammlung von Plaketten aus dem Besitz
Walcher, Ritter von Molthein, Wien,
statt. Unter den deutschen Arbeiten ist be-
sonders die reichhaltige Serie Nürnberger
Werke aus der Vischer-, Flötner-, Danner-
und Gar-Werkstätte hervorzuheben. Her-
vorzuheben sind ferner von den Serien eine
Folge von 14 Stück runder Silbergüsse nach
Dürers Marienleben und kleiner Passion,

die, auf Grund signierter Stücke in Ber-
lin, dem Haus Leitmeier angehören; aus
der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine
Serie von 16 Plaketten nach der Totentanz-
folge H. Holbeins, die vollständigste Reihe,
die bis jetzt bekannt geworden ist.
Unter den italienischen Stücken finden
wir Arbeiten des Niccolo Fiorentino, vor
allem ein Jünglingsporträt, ferner Werke
des Moderno, Valerio Belli, Bemardi, Pa-
storino, Sansovino u. a.
Daran reiht sich eine Auswahl niederlän-
discher Plaketten, darunter signierte Arbei-
ten des Steven C. v. Herwijk. Auch unter
den Arbeiten der französischen und spani-
schen Schule finden sich interessante und
vorzügliche Arbeiten.
PARIS
Eine der größten Venten der Saison wird
die Nachlaß Versteigerung der Sammlung
M. Dutasta, des ehemaligen Gesandten
und bekannten Kunstfreundes, sein, welche
am 3. und 4. Juni in der Galerie Georges
Petit stattfindet. Prächtige Kupferstiche
des 18. Jahrhunderts, einige hervorragende
Gemälde derselben Epoche, darunter ein
Pastell von La Tour sowie Möbel aus der
Zeit Louis XV. und Louis XVI. und wert-
volle Tapisserien gelangen zum Verkauf.
STATTG E HAßTE
VERSTEIGERUNGEN
CHICAGO
In der Versteigerung der Goldblattkollek-
tion alter Gemälde in den Grant Galleries
am 18. Februar trug John Constables
„Am Stourfluß“ fast $ 50000 ein. Es war
freilich auf $ 150000 geschätzt worden. Dies
war aber eben eine arge Überschätzung ge-
wesen. So waren L. Deschamps „Zwillinge“
z. B. auf nicht weniger als $ 25000 geschätzt
worden, brachten es aber nur auf $2225;
eine Turnerlandschaft, mit $15100 einge-
schätzt, kostete $ 1600, ein Corot („PetitPay-
sage“) im „Werte“ von $10000, $2510. F.
LONDON
Die dreitägige Versteigerung bei So-
tiheby (22., 23., 24. März) von alter juristi-
scher und historischer Literatur aus der
Britwell Court Bibliothek brachte
iS 23 741 ein. Rechnen wir auch das Resul-
tat der vier Versteigerungstage der voran-
gegangenen hinzu, so ergibt sich ein Total
von iS 3g 612, wovon allein iS 26 238 auf
Dr. Rosenbach entfallen. Der höchste Preis
des erstenV ersteigerungstages, iS 1210, wurde
von Dr. Rosenbach bezahlt, für ein Exem-
plar der höchst seltenen Erstausgabe von

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