Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 6.1931

Seite: 78
Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/form1931/0090
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
DAS SCHICKSAL DER KÖLNER WERKSCHULEN

Am 1. Februar schied Richard Riemerschmid nach
fünfjähriger Tätigkeit aus seinem Amt als Direktor
der „Kölner Werkschulen". Wie man hört, machen
die bedeutenden Einsparungen an dem — bisher
sehr reich dotierten — Haushalt der Schule, zu
denen die Stadtverwaltung gezwungen ist, so ein-
schneidende Veränderungen in der Organisation der
Schule nötig, daß Riemerschmid die Verantwortung
nicht mehr tragen zu können glaubte. Er selbst ist,
wie aus Veröffentlichungen in der Presse hervor-
geht, überzeugt, daß er ein unfertiges Werk hinter-
läßt, — ein Werk, das zwar allen denen, die es von
innen kennenlernten, durch die Geschlossenheit der
Organisation und durch den Reichtum an lebendigen

Ideen tiefen Eindruck machte, das aber nach außen
noch nicht zur vollen Wirkung gelangt war. Es liegt
nahe, dieser langsamen Entfaltung die rasche und
entschiedene Wirkung gegenüberzustellen, die dem
..Bauhause"' nach fünfjähriger Arbeit beschieden
war. Dieser Vergleich wäre ungerecht, denn beim
Bauhause handelt es sich um die sehr bewußte Be-
schränkung der Arbeit auf ganz bestimmte Gebiete,
um eine Neubegründung der gestaltenden Arbeit auf
den primitivsten Fundamenten, unter Ausschaltung
alles dessen, was vorher in der ..kunstgewerblichen1,
Bewegung wichtig genommen wurde, unter Ausschal-
tung vor allem auch der individuellen künstlerischen
Leistung. Riemerschmid dagegen wollte mit seiner

Aus dem Kölner Ratssilber. Ausgeführt von Fritz Müller, Kölner Werkschulen

Specimens de l'argenterie du Conseil de Cologne, executes par Fritz Müller, Ecoles d'art professionnel de Cologne
Some of the Silverware belonging to the municipality of Cologne. Made by Fritz Müller, School of Handicraft, Cologne

78
loading ...