Heidelberger Zeitung — 1866 (Januar bis Juni)

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E ch w e i z.

St. Gallen. Das Polencomite in St.
Gallen erklärt eS als eine russische Lüge, daß
eS in der Bank von St. Gallen Fr. 22,500
deponirt habe, damit daraus Waffen für Polen
gekauft werden können, und daß Dr. Kaminski
diefeS Geld eingezogen und damit nach Galizierr
abgereist sei. Die Bankdirection bestätigt, daß
sie ein solches Depot nicht crhalten und also
auch nicht habe herausgeben könuen.

S P a « i e n

Madrid. 23. März. Die Post von den
Antillen ist iu Kadix angekommen. Die Be«
wohner von Kuba jchicktcn sich an, eine vater-
ländischc Unterzeichnung zu eröffnen, die be-
stimmt ist, dcr Regierung im Kriege gegen Chili
zu Hilfe zu kommen.

Madrid, 24. MLrz. Heute entwickelte Hr.
Fages im Congreß seine Motion wegen Ver-
minderung deS HeereS. Hr. Lopez Domingnez
bekampfte diese Motion, indem er sich auf die
jetzige Lage Europa'S berief.

Neueste Ntichrichren.

Berlin, 26. März, MittagS. Der König
arbeitete heut Mittag mit dem KriegSminister
von Roon, dem Chef dcs Generalstabes General
v. Moltke, dem Generaladjutanten General
Grafen AlvenSlebeu, dem Chef des Militär-
kabinets Gencral von Treskow und konferirte
alSdann mit dem Miuister-Prästdenten Grasen
Bismarck.

Breslau, 26. MLrz, Mittags. Die „BreS-
lauer Ztg." meldet in ihrcm heutigen MittagS-
blatte aus Oderberg vom gestrigen Nachmittag,
daß die Regimenter Hannover und Mensdorf
daselbst durchmarschirt sind, daß die Divisionen
Clamgallas und Siebenbürgen in Oesterreich-
Schlesien und Böhmen erwartet werden, daß
viele Grenzorte Garnisonen erhalten ubd fort«
dauernd größere TruppcndiSlokationen vorge-
nommen werden.

Wien, 26. März. ES «ird, schreibt die
„N. F. Z.", was ich Jhnen zu berichten habe,
den Unwillen des Grafen Bismarck gegen Jhr
Blatt schwerlich vermindern, aber unter allen

Umständen ein allgemeineS. wenn auch sehr
gemischtcs Zntereffe erregen. Es ift nämlich
Thatsache, daß Dr. Lothar Bucher, jetzt geheimer
Legationsrath, früher Demokrat, im höheren
Anftrage bei seinen frühcren Gesinnungsgenossen
darüber Erkundigungen einzuziehen hatte, ob
die deutsche Demokratie sich dazu verstehen
werde, seine Politik zu unterftützen und sür
deren Ziele mitzuwirken, fallS Graf Bismarck
mit allem Nachdruck für die Berufung eines
deutschen ParlamentS auf demokratischer Grund-
lage wirken werde. — Die Antwort war eine
enschieden ablehnende. Zwischen Graf Bis-
marck und der Demokratie sei jcder Pakt un-
möglich. So ward Herr Bucher bedeutet.

Florenz, 26. März. Die hier versammelte
Konferenz der Direktion des Etablissements der
industriellen Credit-Gesellschaften und Eisenbahn-
Kompagnien, welche über Mittel und Wcge zur
Verbesferung der Verhältnisse dieses Etablisse-
mentS in Beziehung auf den Credit berathet,
hat stch in Permanenz erklärt und einen Aus-
schuß erwählt, der die gcstellten Anträge behufs
Formülirung von Beschlüssen prüfen soll.

Ikastatt, 26. März Lei der letzten
GeburtstagSfeier deS Königs von Preußen haben
die Spldaten eine eigene Jllustration zum Forft-
gesetz geliifert. Bei der Bezirksforstei.wurde
der vorgeschriebene Erlaubnißschein erhoben zum
Sammeln von Tannenästen. Statt den damit
beauftraglen Waldhüter beizuziehen, begab sich
eine große Menge Preußen in oen Wald bei
Kuppenheim und richteten dort großen Scha-
den an.

Aus Äaden. Jn Villin^en stand am
21. MLrz Pfarrer I. Einhart von DLggingen
schon wieder (zum drilten Mal) vor den Schran-
ken der dortigen Strafkammer. Ee war ange-
klagt, zwei Burschen in der Kirche mit dem
Weihwasserwedel Schläge auf den Kopf verfetzt
zu haben. Da die Thatsache erwiesen wurde,
so verurtheilte der Gerichtshof den Angeklagten
zu einer Strafe von 30 fl. und Tragung der
Kosten. — Jn Wallstadt erschoß sich ein 65-
jähriger dortiger Bürger, nachdem er vorher

seine Frau durch den Unterleib Kestchossen; letztere
liegt lcbensgefährlich nieder.

Vrrmischte Nachrichtrn.

1- Karlsruhe, 26. MLrz. Am 2. «pril fmdet nach
beendigter Borstellung der Astikanerin ein Sonderzug
bi« Baden und Straßburg statt.

München. Ueber ein kürzlich vorgefalleneS Jagd-
unglück geht dem „RegenSb. Tagbl.' auS Wasserburg
folgendeS Nähere zu: Di« BezirkSgerichtsrGthe Baron

achtcte Beamte, verlicßen am 14. d., anf einer kleinen
Zagdpartie anf Marder begriffen, daS WirthShau« zu
Eiselfing, als sich unter der Thüre daS Gewehr deS
Ersteren. desseii Hahn unglücklicherweise am Thürpsosten
hängen geblieben war, entlud und der volle Schuß von
rückwärtS die Brust deS Letzteren durchdrang, waS defsev
augenblicklichen Tod zur Folge hatte.

Frankfurt, 26. MLrz. Die BSrse war hcnte wie-
besscre Notirungen»

1882er Bonds wurden mil 74'/g—Vi« berahlt.

Von österreichischen Werthen «aren sür National zu
58Vs — 59Vs geboten. Neue englische Metall. wurden
zu 67 — Vs, 4Vr Vo Metall. zu 49Vs — 50 gemacht.
1860er Loose 76Vs—Vis. 1864er Loose 79'/, umgesetzt.
Creditacticn 158'/»—159—158'/,. österr.-stanz. Anleihe
66'/- bez.

(2 Uhr.) 1882er BondS 74V„ bez. 1860er Loose
76Vs- Mobilier 158'/, G.

Quittung.

Die unterzeichnete Witttve deS Math. Hilbert von
Sandhausey bescheint hiemit, durch Hrn. Stadtpfarrer
Schellenberg in Heidelberg eine Anzahl KleidnngS-
stücke und Geldgaben, letztere im Betrag von: Zwan-
zig sieben Guiden 45Kreuzer; und ebcnso durch
denselben von der verehrlichen Erpedition der Heidel-

55^Kr^uzer; Hnd endlich von I. K. Z. 1 fl. 15 kr.,
und von M. R. 3(tzkr., Bcide auf dem Jnsultheimcr-
hof. erhalten zu habkn.

Sandhausen, 25. MLrz 1866.^ ^ ^ Hjlb

rinstweilen anf der Sparkasse dahier anlegem

_ Schellenberg, Ptr.

Quittung.

Von der Erpedition der Heidelberger ZeiMng weitere

Heidrlberg, den 27. März 1866.

Schellenberg, Pst.

Obrigkeitliche Bekanntmachungen und Privat-Anzeigen.

Bekanntmachung

Nr. 1612. Jn Sachen der Ehefrau des Franz
Friebrich Fleck, Schuhmacher tn Rohrbach, Klä-
gcrtn, gegen ihren Ehemann von da, Beklagten,
Vermögensabsonderung betr, ift zur mündlichen
Verhanblung über die von der Klägerin gegen den
Bcklagtcn rrhobene VermögenSabsonberungsklage
auf Dienstag, drn 1. Mai d. I., früh 8 Uhr,
Tagfahrt anberaumt, was zur Kenntnißnahme der
Gläubigcr hiermit bekannt gcmacht wird.

Heidelberg, den 22. März 1866.

Großh. bad. Kreisgericht, Livilkammer.

- Der Vorsitzende.

Krebs.

_Dr. Ammann, Secr.

Bekanntmachung.

Nr. 1613. Jn Sachen der Ehrfrau deS Land-
wirthS Ludwig Breuninger von Rohrbach, Ca-
tharina gcb. Kaltsckmitt, gegen ihren Ehemann
von ba, Vcrmögensabsondcrung betr., ist Tagfahrt
zur MÜndlichen Verhandlung über die von der Klä-
gerin gegen den Beklagten gerichtete VermögenS-
absonderungsklage auf Dieustag, den 1. Mat d.
A., früh 8 Uhr anberaumt, was hiermkt zur Kennt-
nißnahme der Gläubiger veröffentlicht wird.

Heidelberg, den 22. März 1866.

Gr. bad. Kreisgericbt, Civilkammer.

Der Vorsitzende:

Krebs.

Dr. Ammann, Secr. -

Großh. Bczirksamt Heidelberg.

Nr. 6614. Jn der von Stulz'schen Waisen-
anstalt zu Licbtenthal ist ein Freiplatz für ein ev.
Mädchen erledigt. Dies wird mit dem Anfügen
bekannt gemacht, daß Bewerbungen, zu welchen
die btsher üblichen Fragrbogen verwendet werden
können, spätestens biS zum 12. k. Mts. dahier ein-
zuretchen find. (2)

Heidelberg, den 21. März 1866.

Großh. Amtsgericht Heidelberg.

Bitte der Ludwig Sulzer
Wittwe von hier um Ein-
setzung in Befitz und Gewähr
des Nachlaffes ihres verstor-
benen Ehemannes.

B e s ch l u ß.

Nr. 1718. Die Wittwe des verstorbenen Post-

nach Derzicht des einzigen Kindes M. L. S.^Sul-
zer auf dte Erbschaft, um Einsetzung in die Ge-

währ der Verlassenschaft nachgesucht.

Dies ivird unter Hinweisung auf L.-R -S. 770
bekannt gcmacht.

Heidelberg, den^l9. Aanuar 1866. s3)?

Main-Neckar-Bahn.

Mit dem heutigrn Tage tritt eine directe Erpe-
dition für Steinkohlen und Coaks in. Ertrazü-
gen von ben Stationen der Ruhr: Herne, Gel-
senkirchen, Essen, Berge-Borbeck und
Oberbausen nach den Stationen der dieSseiti-
gcn Bahn südlich ab Darmßadt und nach der Sta-
tion Mannheim der Großh. badischen Bahn tns
Leben.

Näheres ist aus dem betreffenden Tarife zü ent-
nehmen, von welchem bei den Gütererpeditioncn

^ Darmstattt,^den' 20. Mär/1866^' (D

Direktion der Main-Neckar-Sahn.

Kchöffengerichtsfitzung-

Am Mittwoch, dcn 28. d. M. kommen vor dem Schöf-
fengerichle dahier folgende gerichtliche Straffälle zur
Verhandlung:

1) die llntersuchungssache gegen Phtlipp Daub
und Aakob Arnold von hier, wegen Körperver-
letzung;

2) dleUntersuckungssache gegen Dorothea Schwarz
von hier, wegen DiebstahlS, und

3) die Anklagesacke gegen Peter Weibncr Ul. von
Doffenheim, wegen Ehrenkränkung.

Dsr sich immer stcigernde Verbrauch unseres
scit Jahren selbst fabric.irten 6öttiL86li6Q
Va886rs und die wesentlichen Vervollkomm-
nungen, welche wir in der Fabrikalion eintreten
ließen, haben uns veranlaßt, demselben den
Namen

OllckrillM ^38861

beizulegen; fti» krästiger und feiner Geruch
stelll es nllen ähnlichen Fabrikatcn würdig znr

Seite. Preis die ganze Flasche 30 kr. Kist-
chen von sechs Flascken fl. 2. 30.

JedeS GlaS „Onrlsrnllsr Vssssr" ist mit
unserer Firma und Fabrikzeichen versehen und
trägt die Aufschrist

L'i»» kiii», rivi» ,I« v » »»>IIi< »

Friedrich Wolf u. Sohn^

Hoslieferanten.

Niederlage für Hcidelberg und Umgegend
bei sllss Ikli»,,»,,. voiüenr.

Einla-ung

zur Bestellung der „Tauber".

Mit dem 1. April beginnt ein neues Viertel-
jahr zur Bestellung der

„Tauber".

Ein Volksblatt zur Vertretung der Jnteressen
der Landestheile

vom Main bis zum Neckar,

zugleich

„Amtliches Verkündigungsblatt"

^Preis ^vier^esiäbrlich mit Poftaufschlag 51 kr.

„Die Tauber" ^erschelnt wöckenklich 3 Mal mit
Beigabe eines Unterhaltungsblattes, und ist haupt-
sächlick verbreitet in ben Aemtern vom Main bis
zum Neckar, als: Wertheim, Tauberbtschofsheim,
GerlachSheim, Walldürn, Borberg, Buchen, Avels-
heim und Mosbach.

Diese bebeutende Verbreitung fichert zu veröffent-
lichknden Anzeigcn ben beftcn Grsolg.
Tauberbischofsheim, im März 1866.

Dve Txpeditivn.

MttKttttNN Der 2. Stock (Belle-Etage) in
Hanse an der Rohrbacher-
straße gegenüber dem „Hotel Schrieder", 1 Salon,
7 gcränmige Zlmmer, 2 Gardcroben, 4—5 Man-
sard'en, Antbkil an bcr Waschküche, Keller, Spkicher,
Gartcn ist sofort zu vermiethen. Nachricht westl.
Hauptstraße Nr. 120. l.7l
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