Heidelberger Zeitung — 1866 (Januar bis Juni)

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neue Verhandlungen über die Elbherzogthümer-
Frage eröffuet w«den.

Wir», 27. Axril. Die amtliche »Wiener
Ztg." meldet: Gestern Mttag ist die Dcputa-
tion deS uugarischen LandtageS zur Ueberrei-
chung der Adresfe vom Kaiser empfangen wor-
den. Baron Sennhey und Graf Andrasiy hiel-
ten die Ansprachcn. Letzterer sagte nach einigcn
Worten der Einleitung: ,Mit vollcm Berlranen
hosicn die Stände »nd Vcrtrctcr Ungarns, daß
Ew. Majcstät durch gnädige Würdigung ihre«
Bitte den Eintritt dcs Zcitpunktis beschleuni-
gen und stchern werden, wo in Fvlge Verwirk-
lichung der eonstitutionellen Principien jcne
Nation ihre volle Kraft zurückgewinnen wird,
welche nichts sehnlicher wünscht, als daß sie wie
einst, so anch in Zukunft die kräfligste Stütze
deS ThroneS und der Macht Enrer Majestät
wcrden könne." Dcr Kaiser erwiderte: „Zch
werde die mir soeben übcrreichte allerunterthä-
nigste Adresic deS ungarischcn Landtags in Er-
wägung zicheu und ich hosic, daß die landtäg-
lich versammclten Stände und Vertreter, durch-
drungen von dcr Wichtigkeit ihrer Anfgabe,
welche den Beginn ciner neurn Zeitepoche kcnn-
zeichnet, die Unterbreitung ihrer Vereinbarun-
gen übcr jene Angelegcnhciten beschlcunigen
werden, von deren vollständig bcfricdigender
und dauerhaft wirksamer Ordnung die Krast
und die Wohlsahrt meincs Gesammtreiches
ebenso wie meineS geliedteu Königreichs Ungarn
gleichmäßig bedingt ist. Versichern Sie übrigenS
ihre Sender meincr königlichen Gnade und mei-
ner unvcränderten väterlichen Abstchten."

Paris, 27. April. Der „Constitntionnel"
schreibt: Wir sind in der Lage, zu bestätigen,
daß Ztalien weder Rüstungen noch Truppcn-
zusanimcnziehungen vorgenommen hat. Die Er-
klärungen der italienischen Regierung sind for-
mell in dicser Beziehung uud alle Privat- und
vsficielle Nachrichtcn bestätigcn eS, Dic Rcgie-
rung dcs KaiscrS Napoleon hat nicht zwei ver-
schiedene Arten von Politik; sic ermuthigt nicht
auf der eincn Seite mehr als auf der andern
Seitc etwaige kricgerischc Bclleitäten; sie wünscht
überall Aufrcchthaltung dcs FricdenS und thut

ihr Mögliches nach Maßgabe des Rcchts uud
der Würde, um Enropa die Wohlthaten deS
FriedenS zu bewahren. Der „Constitulionncl"
sagt ferner: Sogleich nach Eingang der preu-
ßischen Antwor! hat sich Oesterreich zur Rege-
lung der Entwaffnung mit Berlin in Verbiu-
dung gcsetzt. Wir haben Grund zu hoffen, daß
daS Resnltat der Uiitcrhandlungen nicht langc
wird auf sich ivarten lasien.

London, 27. April. Layard erklarte im
Untcrhausc, dic Regicrung habe Grnnd zu
glauben, daß dcr Freiwillizeneinfall in Ocster-
reich tinwahr sci. Der Kaiser habc dem Grafen
Arese uno Hcrrn Venosta dic Audienzcn nicht
verweigert

Ans Baden. Wie aus Emmendingen
sind an Hrn. StaatSrath Lamcy auch aus
Bruchsal und Tauberbischofsheim ZustimmuugS-
adresien abgegangen.

Kunsthalle befindet sich eine fchone Sammtung solcher
Gezenstände). Es wurde grzeigt, wie i» den ältesten
Psahlbauten. oder in der unlersten Schicht ihrer Ueber-
rrste, sich nur stein erne Geräthschaften finden, wie sich
hieran aus Bronze gefertigte Gegenstände schließen
und endlich, aber nur erst sehr vereinzelnt, eiserne
Geräthe gefunden werden. fo daß sich darauS ergibt, daß
die Bewohner der Pfahldaulen dtn sonst auch Vurch ctn-
dere Zeugnisse der vorgeschichtlichen Zeit nachgewiesenrn
drei großen Zeilabschnilten: der Steinzeit, der
Bronzezeit und der Eisenzeit angehören. Hicran

'er^Ge^ Nachwe wie d^^UrbewohE ^un-

Piahlbaut^n gefundenen Menschenknochen in ihremDer»
hälmiß zum Knochengerüste der jetzigon Mcnschen be-
schriebeu. Dadei ward auf die Frage dcr Herkunft der
oain^igei^ P^ahlbaiicrn^ einge^angen und gezeigt, rvie

und zeigte dabei. wie dasselbe mit großcr Wabrschein-
lichkeir aus etwa 7lXX) Jahre in eiuzelnen Fällen ge-
schätzt werden kauu, wäbrend anderseitS einige Bauten

ch* Karlsruhe, 27. ^Apri!. ^ Jn mcinem Bcrichte

Gottesdienft in Heidelberg.

Semiuargottesdienst in der Provwenzkirche 11

Uhr: Hr. Candidat Noth.

Wochengottesdienst:

Mittwoch, 8 Uhr, in der Heiliggeistkirche: Hr. Decan
Dr. Ziktel. _ „

Au» der Auklagesache gegeu W. M. erhielt die Luisen-
heilanstalt von E. G. und A. F. 1 fl. Zeugengebühr,

Obrigkeitliche Bekanntmachungen und Privat-Anzeigen.

Mineral- und Kiefernnadelnbad Wolfach

im Kinsigthsl.

Eröffllung

Großh. Bezirksamt Schwetzinge».

Nr. 3778. Ein verfloffenen Sonntag im Haard-
yald zwischen hier und Hockenbeim auSgekommener,
übrigens glücklichcrweise bald wieder gelöschter
Waldbrand veranlaßt unS, im Einverständniffe
mit großh. Bezirksforstei Schwetzingen, Alle, welche
dermalcn in den Waldungen fich aufhalten, zu
warnen, daß sie dabei nickt aus unbedeckten Tavaks-
pfeifen rauchen oder noch brennende Cigarreureste
in dem Walde wegwerfen. Die Waldhüter werden
zugleich zu gescharfter Aussicht angewirsen.

Drn zahlreich zur Hülse bcim Löschen'aus den
anltegenden Orten herbcigeeilten Mannschaften,
insbesondere der Schwetzinger Feuerwehr, sprechen
wir unsexe beste Anerkennung für ihre große Be-
reitwilligkeit aus.

Schwetzingen, drn 23- April 1866.

Großh. BezirkSamt.

Grofch.

Bekanntmachung.

Dte Gcmrinde Heidelberg bedarf zu der fliegen-
den Brücke zw'fchen Heidelberg und Neuenheim
eiuer Nähe mit dem erforverlichen Jnbau. Die
Lteferung bcrsrlben soll im Soumissionswege begeben
werden. D'e HertN SckiffbauSr werden eitlgeladen,
ihre Soumissionen binnen achtTagen bei dem Ge-
meinderathe in Heidelvrrg etnzureichen.

Der Plan unv Kostenüberschlag, welch' letzterer
zu 3120 fi. berecknrt ist, sowie die Accordbedingun-
. gen können bei Herrn Stadtbaumeister Reichard
in Heidelberg eingesehen werden.

Hetdelberg, den 28. April 1866.

Der Gemeinderath:

Hoffmeister.

(1) Sachs.

Einige junge Leute finden in
"meiner Gießerei, Schmiede- und
Lackirerwerkstätte dauernde Be-
schaftigung, und zwar in der Weise, daß jedem
AermercN Gelegenheit geboten ist, sich in dem
betreffenden Fache als Arbeiter heranzubilvcn.

Der Taglohn ist gleich bei Beginn auf 45
Kreuzcr festgesctzt, wird jcdoch je nach den
Leistungen unverzüglich erhöht.

Krastiger Körper, sowie gute Zeugnisse sind
unerlMche Erfordernisse zur Annahme.

Carl Metz.

am 1. Mai 1866.

Mineral- und Äieferiinadctn-Waniienbäder; Aiefernnadeln-Nanipf-MderAiefern-
nadelii-Nampf-Einathmungea; kaltc und warme Wajlerdanche. Vorzügliche Liegen-
^ ^ ^ ^ ^ ^ ^mo^ke^r, ^allr^^

Eisenbahn-Linie Öffcnburg-Hausach nur^noch Stunde von dersclben entfernt liegt. ^

Es ladet zu zahlreichem Besuche ergebenst ein und ertheilt auf jede Anfrage berettwilligst nähere
Auskunft.

Wvls-ch, im Up-il iSbk. x Armbruster, Bad-besitzer

Schreib-«. BuchflihrunljöMltcrricht.

Bis ictzt haben sick für diesen Unterricht 25 Schüler angemeldet. Diese Zabl ist jedoch zur Eröff-
nung des Lehrkurses nickt genügend (in einer Stunde find jedoch nur 5 bis6Schüler beisammen). Zur
Entgegennahme weiterer Anmeldungen sind baber die HH. Köfter vom Rath L Eomp., Landfriev
Künzle L Comp., sowie die Srpedition des Heidelberget Anzkigers gern berett; auch bin ich am nächsten
Montaa, den 30. April, von 12 bis 5 Uhr, im Gaffbof „zum Rikter" wieder anzutreffen.

_ _Th. Ekntholt, Privallehrer.

tlnl'erc Loilcttt-Fetttciftil

empfehlen wir in Stücken zu 6 uttd 9 Kreuzer. Jn Packeten das Dutzend kleine Stücke 1 fl.,
das halbe Dutzend große 48 kr. A. Wplff Sohtt, Hoflieferanten in Karlsruhe.
Zum Schutze gegen Nachahmnng haben wrr jedes Stück mit unserer Firma verfehen.-«U
Niederlnge in Heidelberg bei Coiffeur.

^ir eriaubcn uns zur Wahl in den cngern Stockholmer Schiffstheer, Nie-

BürgerauSschuß jolgende Herren vorzuschlagen:

AnS dcr Classe der Mittetbesteuerten
Hetrn Carl Abel, N-iiti-r,

Herrn Klingel, Rkchlsanivalt.

AuS dcr Classe der Nicderbesirnertcn
H-rrn Friedr. Bauernfeind, Büchs-n-
macher.

Mchrerc Mitglieder des Gcoßcn
Bürgcrausschuffes.

lLtockholmer Schiffstheer,

derländer Backensteine u. Back-
ofenplatten -mpfi-hlt

(1)_I, Müller, Schiff-r.

Gesuetzt

ein Grundstüick odcr Wohnhaus jenseits
dcr Brücke oder in sonst angenehmer, gSsunder
Lage. — Anerbietungcn untcr k'. 127 in der
Exped. der Heidelb. Ztg. (1)
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