Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 14.1916

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AKT PIERUS DEtLA ERANCESCA (?) KÄMPFENDE KNABEN

DIE ITALIENISCHEN RENAISSANCEBILDWERKE

DER SAMMLUNG VON B ECKER ATH

VON

WALTER BOMBE

Mit AdolphvonBeckerath,der am 28. Dezember^ i y
in Berlin fast dreiundachtzigjährig starb, ist einer
der feinsinnigsten Kenner der italienischen Kunst der
Renaissance dahingegangen. Der Beginn seiner Sammler-
thätigkeit liegt mehr als ein halbes Jahrhundert zurück.
Bald nach 1860 fing er an, auf alljährlich zwei- oder
dreimal wiederholten Reisen nach Italien Bronzestatuet-
ten, Reliefs aus Stuck undThon, Marmorwerke, Gemälde,
Miniaturen, alten Hausrat, Majoliken und Bilderrahmen,
mit besonderer Vorliebe aber Zeichnungen alter Meister
zu erwerben. Mit verhältnismässig geringen Mitteln
vermochte er eine reiche Fülle von Kunstgegenständen
zusammenzubringen, wie sie bei heutigen Preisen nur
ein amerikanischer Multimillionär zu vereinigen in der
Lage wäre. Bald erstreckte sich sein Sammeleifer
auch auf die holländischen Meister des siebzehnten
Jahrhunderts, von denen namentlich Rembrandt mit
Zeichnungen und Radierungen in seinen Mappen
glänzend vertreten war. Als Beckerath im Alter von
sechzig Jahren seine geschäftliche Thätigkeit aufgab,
widmete er sich fast ausschliesslich der Pflege und Ver-
mehrung seiner Schätze, die er in möglichst geschlossener

Masse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen bestrebt
war. In Unterhandlungen mit den Königlichen Museen
in Berlin und mit dem Kaiser-Wilhelm- Museum seiner
Vaterstadt Crefeld wurde die Form gefunden, diesen
Plan zu verwirklichen. Gegen Zahlung einer Leibrente
überliess er im Jahre 1892 das Eigentumsrecht an seinen
Zeichnungen alter Meister dem Berliner Kupferstich-
kabinett und einen grossen Teil seiner Kunstwerke
italienischer Herkunft dem Kaiser-Friedrich-Museums-
Verein, der sie vor kurzem in dem hübschen achteckigen
Eingangsraum der italienischen Abteilung ausstellte.
Selbst für die so reicheRenaissancesammlung desBerliner
Museums bedeuteten diese bisher der weiteren Öffent-
lichkeit unbekannten Stücke einen erheblichen Zuwachs.
In den Besitz des Crefelder Museums gelangte im Jahre
1899 für den massigen Preis von 100000 Mark eine
Auswahl hervorragender Bildhauerwerke und anderer
Kunstarbeiten der italienischen Renaissance, darunter
ein bemaltes Stuckrelief der Madonna von Donatello,
zwei köstliche Erzeugnisse der Robbiawerkstatt, eine
innig empfundene Anbetung des Kindes von Luca della
Robbia und eine Büste des jugendlichen Johannes des

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