Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 14.1916

Page: 433
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kk1916/0460
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
:ft wird

H:

fNeiIa"W

e bietet. D,r,
1 de>; neuen V

Anwendung ^
NeuanlegUng J(t,

;ren Grandplan lr
lorgio aufgestellt'
«ter Wirkung ,1,
hlstrasse und ■ dei
Ringstrasse in der ■
adterweiterung von.-
chsten Werke kl
des dreifachen Gut
die Halbierung k
/irkung der vielbwv
lervondiGiorgioi|,
ckfiguren. Dick
;t indes durch k
chtungen undBaik
n nationalen Cbk

&t

PHILIPP OTTO RUNGE

IM SPIEGEL UNSERER ZEIT

VON

GUSTAV PAULI

Runge steht genau an der Grenze zweier Zeitalter
europäischer Kultur. Hinter ihm lag das Rokoko,
das heisst das Reich eines bei aller Leichtigkeit des Auf-
tretens ungemein starken und folgerichtigen Formwillens.
Runge war Zeuge seiner Zersetzung, da an die Stelle der
verführerisch übermütigen Genien der Blütezeit die ernst-
hafteren Geister der Spätzeit eingezogen waren, die ein
wenig Griechentum, Bürgertum und sentimentale Natur-
schwärmerei miteinander zu verbinden wussten. Reprä-
sentanten dieser Zeit waren Runges Kopenhagener Lehrer.
Allerdings konnte er von ihnen die Wohlthaten eines
immer noch festgefügten Stils empfangen und ein solides
Handwerk erlernen. Allein das Bewusstsein, dass diese
Kunstwelt alt und überlebt sei, scheint schon in Kopen-
hagen in ihm gedämmert zu haben, um sich dann in
Dresden rasch völlig zu klären. Und zwar muss es betont

i



§^H

PHILIPP OTTO RUNGE, ORNAMENTALE UMRAHMUNG
loading ...