Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 14.1916

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CHRONIK

DIE SCHWARZE LISTE

nennt sich ein Buch, das Hans Reimann im Verlag von
Kurt WolfF, Leipzig, hat erscheinen lassen und in dem
mit Wort und Bild nachgewiesen wird, in welcher Weise
fabrikmässig arbeitende Plakatzeichner vom Plagiat
leben. Die Gegenüberstellungen sind lehrreich, die
Erläuterungen amüsant. Etwas Überraschendes haben
die Enthüllungen aber nicht. In dieser Weise wird
schon seit vielen Jahrzehnten im Kunstgewerbe gearbei-
tet und es wird weiter so gearbeitet werden, solange
die Nachfrage nicht abnimmt und der Staat sogar dieser
üblen Nachfrage zuliebe Kunstgewerbeschulen unter-
hält. Die Bibliotheken und Vorbildersammlungen sind
nicht ohne Ursache so eng mit den Unterrichtsanstalten
in unsern Kunstgewerbemuseen verbunden. Jahrzehnte
lang sind Schüler unterwiesen worden, das „Künst-
lerische" den alten Meisterwerken zu entnehmen; wer
die brauchbarsten Vorbilder finden und sie auf den be-
sonderen Zweck übertragen konnte, wer die Alten
am frechsten bestahl und es am besten zu verbergen
wusste, das war der gelobteste Schüler. Als talentvoll
galt, wer aus den Ornamenten Watteaus oder Cuvilliers,
Aldegrevers oder Dürers, Raffaels oder Peruzzis etwas
Nettes zusammenpausen konnte, wer sich nicht scheute
das ehrwürdig Alte, das schöne Echte für ganz banale

moderne Zwecke zu travestieren. Es laufen noch heute
Professoren der Imitation — so könnte man sagen —
zu Dutzenden umher. Warum die so dressierten Kunst-
gewerbler in der neuen Generation vor den „Vorbildern"
lebender Künstler halt machen sollen, ist nicht einzu-
sehen. Aus juristischen Gründen? Das geht nur die
bestohlenen Künstler an. Aus Gründen künstlerischer
Sittlichkeit? Die armen Tierchen wollen ja nur irgend-
wie leben. Die Deutsch und Szafranski sind keine Aus-
nahmen, sie sind die Regel. Woher soll's denn auch
kommen, wenn der Arbeiter auf seinem Nachttöpfchen
noch etwas Künstlerisches verlangt! Angebot und Nach-
frage stehen auch hier in einem festen Verhältnis. Daran
werden „schwarze Listen" nichts ändern.

EIN URTEIL ÜBER DEUTSCHE KUNST

Wilhelm Bode veröffentlicht im „Wieland" Äusse-
rungen holländischer Kunstfreunde über deutsche Kunst,
von denen wir im folgenden einiges mitteilen:

„Sie beklagen sich, dass eine deutsche Zeitschrift
bei uns, die „Deutsche Wochenschrift für die Nieder-
lande und Belgien", die ich Ihnen vor längerer Zeit zu-
sandte, so unerfreulich über die herrschende Richtung

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