Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 14.1916

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EMIL PREETORIUS, VIGNETTEN

EMIL PREETORIUS

VON

KARL VOLL

or ungefähr

zwölf Jahren be-
suchte meine
Vorlesungen und
Seminarübungen
an der Münche-
ner Universität
ein Student; der
war von kleinem

stämmigem
Wuchs, war stets
a quatre epingles
gekleidet, ohne
geziert zu sein.
Rückhaltend in
seinen Manieren, wandte er sich doch eines Tags per-
sönlich an mich und legte mir Zeichnungen seiner
Hand vor und gestand nicht ohne Besorgnis, dass er
das Zeichnen an sich habe, und fragte, ob ich glaube,
dass er Kunsthistoriker werden solle. Ich riet ihm
sehr ab; denn die Zeichnungen verrieten einen der
Kunst selbst bereits mit Energie und Erfolg zuge-
wandten Sinn. So sagte ich ihm, dass, wenn er
künstlerische Thätigkeit und kunstgeschichtliches
Studium miteinander verbinden wollte, er gewiss
die Wissenschaft bald an den Nagel hängen würde,
weil die Kunst dabei zu kurz käme. Er befolgte

den Rat, den er wohl nicht gebraucht hätte,
war bald danach einer der bekanntesten jungen
Illustratoren Deutschlands, und wurde von Thomas
Theodor Heine für den „Simplizissimus" ange-
worben.

Da er nebenbei auch der Jurisprudenz oblag,
machte er noch das Referendarexamen und den
juristischen Doktor. Als Emil Preetorius kurzweg
wird er aber den Lesern dieser Zeitschrift wohl be-
kannt sein.

Ich selbst rechne es mir zu den besten Erfolgen
meiner Thätigkeit als Hochschullehrer an, dass ich
der Kunst diesen tüchtigen Novizen zu erhalten
mitgeholfen habe und ich habe seine Thätigkeit seit-
her mit sympathischem Interesse verfolgt, bin auch
immer sehr froh, wenn ich ein neues von ihm illu-
striertes oder geschmücktes Buch meiner Bibliothek
einverleiben kann. Nicht immer haben es die Uni-
versitätslehrer so gut, dass sie sich freuen dürfen,
wenn ihnen ein Hörer untreu wird.

Emil Preetorius entstammt einer alten ange-
sehenen mittelrheinischen Familie. Er wurde 1883
in Mainz geboren und wusste, nachdem er das Gym-
nasium absolviert hatte, zunächst nicht viel mit sich
anzufangen. Die Brunnen der sogenannten Bildung
fliessen in Deutschland etwas gar reich. So versuchte
er es anfänglich mit der Medizin, dann mit der

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