Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 14.1916

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TIERFRIES AUS DEM TOTENTEMPEL DES SAIIURE. KALKSTEIN
BERLIN

DAS ÄGYPTISCHE TIERBILD

II. RELIEFS

VON

HEDWIG FECHHEIMER

Die Ägypter
bildeten zwei ei-
gentümliche Re-
liefverfahren aus.
Da ihre besten
Tierbilder Flach-
reliefs sind, soll
diese Reliefart be-
leuchtet werden.

Die Aufgabe,
das Dreidimen-
sionale als plas-
tische Form auf
einer Fläche aus-
zuprägen, wurde
in Ägypten rein gelöst. Man empfand Rundplastik
und Relief als isolierte Kunstweisen und schuf aus

ZEICHNUNG AUF KALKSTEIN AUS TELL-
EL- AMARNA

dieser rigorosen Auffassung einen fest umgrenzten
bedeutenden Flächenstil. Es war ein Verlust für
die europäische Kunst, als das perspektivische Hoch-
relief der Griechen diese Reliefform — selbst in
Ägypten — endgültig verdrängte. Das Hochrelief
musste für den vorhellenischen Ägypter eine Ver-
mischung von Sehweisen bedeuten, die er ablehnte.
Die Form und ihre kubische Auswirkung —
nicht als thatsächlicher Raum wie in der Rundfigur
— sondern korrespondierend mit einer Ebene —
sind die Elemente der Reliefgestaltung. Die ku-
bische Form in ein optisches Bild übersetzt, darin
das Dreidimensionale — gleichsam abgelöst vom
Volumen — als blosse Oberflächenbewegung
enthalten ist. Die Gestalt ist formal vollständig,
als Volumen nur fragmentarisch vorhanden. Das
Produktive der Aufgabe liegt in dem Zwang, einen

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