Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 14.1916

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UKTIONSNACHRICHTEN

AMSTERDAM

Versteigerung der Sammlung
Marie Rosenfeld, geb. Gold-
schmidt, bei Frederik Müller,
o. bis i 2. Mai.

Weshalb die Veranstalter dieser Auktion einer deut-
schen Sammlung von Kunstgewerbe als Thatort Amster-
dam wählten und nicht eine deutsche Stadt, ist nicht
recht ersichtlich. Vielleicht fürchtete man, als die Auktion
geplant wurde, Deutschland sei nicht recht kaufkräftig?
Vielleicht war es auch die Rücksicht auf den internatio-
nalen Markt? Jedenfalls trat auch Deutschland als eif-
riger Käufer auf. — Dies war möglich, weil die deutsche
Regierung in diesem Falle ausnahmsweise das Einfuhr-
verbot für Kunstwerke aufgehoben hatte. Das Resultat
war mehr als glänzend, und zwar wurde es nicht nur
durch exorbitante Einzelpreise erreicht, als vielmehr durch
gesunde ordentliche Durchschnittsbewertungen. Wir
geben hier die Hauptresultate, in holländischen Gulden,
wobei zu bemerkenist, dass der Gulden jetzt ca. 2.20 Mark
kostet.

Teppiche.

Nr. 8. Beauvais: 5200 Gulden. - Nr. n. Aubusson:
8200 Gulden. — Nr. 15. Vlämisch, Anfang 1600: 13500
Gulden. — Nr. 17. Flämisch: 6000 Gulden. — Nr. 20.
Brüssel, erste Hälfte des 17. Jahrhunderts: 10000
Gulden. — Nr. 25. Brüssel, Art des Andry, ein Paar:
3400 Gulden. —

Broncen.

Nr. 45:. Sansovinoschule, vier musicierende Putten:
5200 Gulden. -- Nr. 47. Italienisch, Anfang 1600,
schreitender Stier; 3000 Gulden. — Nr. so. Cellini?,
Tod der Kleopatra: 2200 Gulden. — Nr. 54. Art des
Riccio, Satyr: 2900 Gulden. — Nr. 8 t. Italienisch, 1700,
Allegorie der Freundschaft: 3150 Gulden. -

Elfenbein.

Nr. 177. Kassette aus der Werkstatt des Embriachi
in Venedig, gegen 1400: 400 Gulden.

Silberarbeiten.
Nr. 260. Rechteckige Büchse, Barcelona, 1500: 500
Gulden. — Nr. 261. Runde Büchse, do.: 460 Gulden. -
Nr. 276. Deutscher Trinkbecher 17.00.* — 400 Gulden. —
Nr. 282. Nürnberger Pokal 17.00: 800 Gulden. —

Fayencen.

Nr. 319. Casteldurante-Teller, von 1520, mit Apoll
und Daphne: 1450 Gulden. — Nr. 320. Casteldurante-
Teller von 1540 mit S. Franciscus: rooo Gulden. —

Porzellan aus Meissen.

Nr. 589, Hirt und Hirtin, Modell von C. C. Punkt

* 17.00 bedeutet: siebenzehntes Jahrhundert; ebenso in
der Folge.

um iy6$: 3250 Gulden. — Nr. 630. Dame mitKrinoline,
Modell von Eberwein um 1740: 3750 Gulden. — Nr.
644. Lautenspielerin, Modell von Kaendler: 1150
Gulden. — Nr. 656/57. Zwei Grenadiere, Kaendler:
7 10 Gulden.— Nr. 69 t. Taube auf einem Felsen, Kaend-
ler: 4400 Gulden. — Nr. 6c>$. Zwei Möpse, Kaendler:
1000 Gulden. —

Berliner Porzellan

(im allgemeinen billig). Nr. 760. Liebespaar, Wegely;
825 Gulden. —

Frankenthaler Porzellan.

Nr. 832. Schäfergruppe, Lück: 1340 Gulden. - Nr.
833. Überraschung, Lück: 2250 Gulden.— Nr. 835. Der
Herbst, Lück: 1275 Gulden. - Nr. 836. Mandolinen-
spieler mit Sängerin, Lück: 1425 Gulden. — Nr. 840.
Dame mit MufF, Lück und Bergdold: 3000 Gulden. —

Fulda.

Nr. 856. Schäfergruppe um 1775: 7500 Gulden. —
Nr. 857. Herr und Dame, um 1770: 4000 Gulden. —
Nr. 858. Dame mit Fächer, um 1770: 3000 Gulden.—

Höchst.

Nr. 865. Schäfergruppe, Melchior: 3675 Gulden. —
Nr. 871. Sultanin, Melchior: 1250 Gulden. — Nr. 883.
Schneider auf Ziegenbock: 3350 Gulden. —

Ludwigsburg.

Nr. 889. Fürstenpaar, um 1760: 4900 Gulden. —
(Dieses Stück sowie viele andre der hervorragendsten
Gegenstände wurden von dem Berliner Sammler Doktor
v. Pannwitz erhoben, dessen Name ja auch auf Aus-
stellungen alter Gemälde wohlthuend auffällt.)

Plauen a. d. Havel.

Nr. 919. Schwarze Theekanne mit Gold, um 1720:
900 Gulden. —

Wien.

Nr. 946. Schäferscene, Gwandtner, um 1755:
2000 Gulden. — Nr. 947. Schlittschuhläufergruppe,
Dreischarf um 1760: 2400 Gulden. — Nr. 951. Herr
und Dame, weiss, Marke A, um 1760: 5000 Gulden. —
Nr. 95 3. Schäfer und Schäferin, MarkeH: 1500 Gulden. —
Nr. 955. Dame mit MufF, um 1795: 3200 Gulden. —
Nr. 957.Hofdame,weiss,Payer,um 1760: 3oooGulden.—
Weisses Wiener Porzellan war überhaupt ziemlich teuer.

Möbel.

Nr. 1031. Maurisches Schränkchen, 16.00.: 340
Gulden. — Nr. 1039. Schreibtisch, Boullearbeit im
Geschmack Berains, Louis XIV: 1550 Gulden. — Nr.
1047. Kommode aus Rosenholz. 17.00: 625 Gulden. —
Nr. 1048. Kommode aus Rosenholz, 1 7.00: 3400 Gulden.—
Nr. 1049. Grosse Kommode aus Rosenholz, 18.00: 900
Gulden. — Nr. 1050. Französische Kommode aus
Rosenholz, 1800: 2800 Gulden. — Nr. 1069. Tisch-

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