Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 14.1916

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EIN BRIEF

UND FÜNF BISHER UNVERÖFFENTLICHTE
ZEICHNUNGEN

VON

MORIZ VON SCHWIND

Salzburg,
denj. September 1S27.
Quoadvillam ist
München ein odioses
Nest, die Stadt ist
voll Laubengängen
und diese wieder voll
Brodsitzem (d. b. Bäckerläden). Zwischen
Stadt und Vorstadt findet sich nur eine
breitere Gasse, die an einigen Stellen mit
Bäumen besetzt ist. In den Vorstädten
wird viel gebaut und das curios schön.
Gegend caret. Ich wohnte in einem kleinen
Hause vor dem Angerthore, von wo ich
immer durch die ganze Stadt mußte, um
an die Gallerie, oder die Glyptothek zu kommen. Die
Gallerte hat nach dem ersten Eindruck doch nur raros
nantes und einen verbältnistnässigeji gunges dazu.
Das grosse Bild von van Eyk, das Du durch den
Kupferstich kennen wirst, zog mich den ersten Tag

Anm, d. Red.: Diese bisher unbekannten Zeichnungen
Schwinds verdanken wir der Liebenswürdigkeit des Herrn Prof.
Max Friedländer, in dessen Sammlung sie sich befinden. Sie
gehören zu einem sonst uninteressanten Brief, den sie humo-
ristisch erläutern. Wir haben statt dessen einen der schönsten
Briefe Schwinds aus dem Buch „Künstlerbriefe aus dem neun-
zehnten Jahrhundert" (Verlag Bruno Cassirer) abgedruckt.

sehr an und hoffte mir viel Genuss davon. Es ist
äusserst ausführlich in den Köpfen und hin und her
sehr natürlich, nachdem ich aber mit der Glypto-
thek bekannt geworden, fühlte ich einen unwidersteh-
lichen Abscheu vor dem kümmerlichen Wesen. Das
heisst, ich habe es immer angesehen, um ihm nicht Un-
recht zu thun. Eine sehr künstlich gruppirte hl.
Familie von Raphael ist, die Du aus Kupferstichen
kennen wirst, ,cosic (er gibt dazu eine zollgrosse Skizze),
„ein Dreieck formirend. Mir war es recht gut bemerk-
lich, welche Vertrautheit mit den gewagtesten Lagen
der Glieder und Gewänder, welche deutliche Vorstel-
lung und bestimmte von Geschmack geleitete Auswahl
dazu gehört, eine so künstliche Gruppe so natürlich zu
denken. In der Zeichnung ist sie geschwungen und
zarter, als unsere in Wien. In Farben zeigt er sich
hier lebhafter. Rothes Kleid und lichtgelbe Vorder-
ärmel, blauer Mantel mit grünem Umschlag u. s. w.
Raphaels und Dürers Portraite hängen nebeneinander,
von ihnen selbst gemahlt. Raphael ist unglaublich
schön, vor allem hat er einen Mund, der nicht wieder
zu sehen, so strotzend und so edel dabei. Die Schatten
davon sind sehr dunkel. — Bevor ich noch zu Cornelius
ging, schummelte ich mich mit einiger Keckheit in den
fertigen Saal. Ich habe von der Anordnung des Ganzen

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