Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 14.1916

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AUS FITZ SCH1DERS MUNCHENER ZEIT

VON

EMIL WALDM ANN

Auf der Jahrhundertausstellung fehlte Schider,
Lman kannte ihn damals noch nicht wieder und
streng genommen hatte man ihn auch vorher kaum
jemals ordentlich gekannt, damals, als er seine
hübschen Bilder und frappanten „Skizzen" malte,
im Anfang der siebziger Jahre des vergangenen
Jahrhunderts. Erst in der allerneuesten Zeit, in der
man sich liebevoll mit allen Erzeugnissen der Mün-
chener Malkultur aus der Leiblzeit zu beschäftigen
anfing, hat seine Persönlichkeit und sein Schaffen
kunsthistorisch klar umrissene Züge angenommen;
man schätzt jetzt mit Recht seine Bilder als Werke
einer feinen und eigenartigen Begabung. Denn
eigenartig ist hier nicht nur ein Höflichkeitsbei-
wort, wie man es heute voreilig gern auch Leu-
ten giebt, die für damalige Begriffe eigentlich gar

Die diesem Aufsatz beigegebenen Abbildungen sind mit
Erlaubnis der Galerie Haberstock, Berlin, wiedergegeben.

nicht sehr eigenartig waren, sondern nur gute
Niveaukunst machten; sondern eigenartig im wah-
ren Sinne des Wortes: die Art war wirklich neu
und auf eigenem Acker gewachsen.

Schider war ein Freund und Studiengenosse
Wilhelm Leibls aus Rambergs Atelier. Später ist
er durch eine Heirat mit Leibls Nichte Lina Ivirch-
dorffer sein Verwandter geworden, er gehört also
zum allerengsten „Leiblkreise". Nun ist es aber sehr
merkwürdig zu sehen, wie dieser junge Künstler
trotz seiner intimen Beziehung zu dem überragenden
Genie immer seine eigenen Wege gegangen ist und
sich nie von Leibl hat beeinflussen lassen, im Gegen-
satz zu einer grossen Schar andrer begabter junger
Leute damals, die, auf der Tradition der Diezschule
fussend, mit in LeiblsBahnen wandelten undStudien-
köpfe malten, die Leibischen Bildern auf den ersten
Blick manchmal sehr ähnlich sehen und oft genug

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