Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 35.1924

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ihre tiefe Bedeutung für das Eigenhaus, das eigentliche
Heim, das nicht nur als »Durchgangs-Station« dient,
sondern tiefen und dauernden Zusammenhang sucht.
Was beobachten wir in Amerika, — dem Land der fort-
geschrittensten Technik, in dem in den letzten Jahren
ungezählte Tausende von Beton-Zellenbauten gebaut
wurden, in dem jedes Haus mit hohem technischem Raf-
finement eingerichtet ist? Ein Suchen nach höchster Ver-
feinerung in der Einrichtung, nach einer Kultur-Atmo-
sphäre, nach kunsthandwerklich hervorragenden Ein-
richtungen! Im Grunde ist das nur selbstverständlich.
Es handelt sich eben nicht darum, nur das technische
Ideal im Wohnhausbau immer vollkommener herauszu-
arbeiten — auf Kosten des künstlerischen Ideals, — son-
dern vielmehr: gleichzeitig gilt es das künstlerische
Ideal mit der höchsten Energie herauszubilden. Kostbare
Arbeit, köstliches Material wird heute nicht nur ebenso
bewundert wie einst, — trotz aller Hast des Lebens, —
sondern noch viel mehr wie bisher. Die Forderung
für die »Wohnung der Neuzeit« lautet also: höchsten
technischen Komfort und zugleich höchste künstle-
rische und kunsthandwerkliche Vollendung! . . h. lang.

»DAS RECHTE HOLZ«

Darum, o Mensch, bedenke dich allhier in dieser Welt,
bedenke dich, wo du »daheim« bist! . Du wirst
gesäet ein kleines Körnlein, und wachset aus dir ein
Baum; so schaue doch nun, in welchem Acker du
stehest, daß du möchtest erfunden werden als ein Holz
zu dem großen Gebäude Gottes, — und nicht ein Holz
zu einem Steg, da man mit Füßen aufgehet, oder, was
übler ist, welches man zum Feuer braucht, da nur seine
Asche bleibet und Erde wird. Darum laß dichs erwägen
und siehe, daß du im rechten Acker wächsest und brin-
gest Frucht, welche nimmer verweset; und je mehr man

der isset, je lieblicher die sei..............

Es ist dir nichts näher in dieser Welt als Himmel,
Paradies — und Hölle: zu welchem du geneiget bist,
und hinwirbest, dem bist du in dieser Zeit am nähesten.
Du bist zwischen beiden. Und wo du hingehest, da
kommest du hin. Was dein Gemüt säet, dessen Leib
wachset, — das wirst du in dir selber ernten . . So soll
sich der Mensch nun wohl besinnen, was er redet, tut
und vorhat in dieser Welt. . jakob Böhme, (ca. 1560 n. chr.)
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