Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 42.1931

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INNEN-DEKORATION

ARCHITEKTEN OTTO BLOCK, H. EBERT-BERLIN

GROSSE TERRASSE MIT BLICK ZUR HAVEL. HAUS H.

als Polster aufgelegt. . Von dem früheren Haus
sind keine Spuren mehr vorhanden. Das neu ent-
standene Bauwerk ist nach den Gesichtspunkten
modernster Architektur gebaut und eingerichtet.
Der größte Wert wurde darauf gelegt, sämtliche
Wohnräume hell, luftig und sonnig zu gestalten.
Überall wurde auf eine gute Verbindung von
Haus und Landschaft Bedacht genommen. Der
reiche Baumbestand steht mit seinen ausladenden
Formen in guter Beziehung zur Architektur. Der
breiten, ruhigen Wasserfläche des »Jungfernsees«

antwortet die große Terrasse.....otto block.



DIE KUNST ist allgemeingültig: Jeden betreffend
und jeden ansprechend, weil uns nicht nur das
Eigene, sondern auch das Fremde angeht. Alle
echten Unterschiedenheiten der Menschen
nach Geist und Geblüt wirken sich im Kunstwerk
mit dem größten Nachdruck aus. Aber gerade
weil dies der Fall ist, hat Kunst Jedem etwas
zu sagen — ist jedes Kunstwerk eine Botschaft
aus der großen Welt, in deren Leben wir hinein-
gestellt sind, um etwas Eigenes zu sein, w.michel.

»ECHT UND NATÜRLICH«

Eines ist sicher: der Formelkram von früher ist
vorbei. Wir vertragen keine Umschreibungen
für das, was wir einfacher sagen können. Wir
modernen Menschen wollen für den Gebrauchs-
gegenstand wie für die Wohnung und den Arbeits-
raum diejenige Zweckmäßigkeit, welche unsere
Nerven schont und Zeit erspart. Darum werden
auch die Formen unseres Bauschaffens so sein und
bleiben, solange wir die Menschen sein werden,
die wir heute sind, wenn auch Lust und Liebe zu
manchem Uberschwang und farbigem Rausch ver-
bleiben wird. . Das Bauen hat endlich wieder be-
gonnen, Anschluß an Wirtschaft und Technik zu
finden und mit dem Menschen unserer Zeit glei-
chen Schritt zu halten. . Es heißt für uns alle: im
Bewußtsein der Verantwortung bei jeder Aufgabe
auch für das Ganze zu schaffen; es heißt, nicht
nur »richtig«, sondern auch würdig zu gestalten;
es heißt, die technische und praktische Basis zu
gewinnen, auf der nur möglich ist: echt und na-
türlich zu gestalten.....prof. Dr. wilhelm kreis.
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