Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 42.1931

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INN EN-DEKORATION

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Sockelgeschoß sind die Umkleide-, Dusch-, Mas-
sage- und Toiletteräume untergebracht; die Ge-
sellschafts- und Aufenthaltsräume im Erdgeschoß
sind durch eine Reihe von Türen mit der über-
deckten Terrasse verbunden, sodaß an schönen
Sommertagen das gesellschaftliche Leben sich hier
und auf den Terrassen frei entwickeln kann. Be-
sonderer Wert ist auf die Ausgestaltung der ge-
räumigen »Gesellschaftshalle« gelegt worden,
die dem Tanz und Spiel dient. . . fritz hitzbleck.

*

Außer dieser Halle zeigen die vorliegenden Ab-
L bildungen noch einige Innenräume: Fenster-
platz und Kamin aus Elbsandstein und hellgrün
glasierten Klinkern im »Teeraum« des Badehauses
Dr. H.; »Zimmer der Töchter« und des Sohnes
Landhaus Dr. H., Schreib- und Bücherschrank
in feingemasertem Bubinga- und Birnbaumholz;
das »Wohn- und Arbeitszimmer der Tochter«,
Haus Dr. F. H., Möbel Olivenholz mit Einlagen
aus schlichtem und gemasertem, mattpoliertem
Nußholz; Schlafzimmer und Toilettentisch der
Dame im selben Hause (Nußholz, Schleiflack, Alt-
silber-Beschläge); das Ankleidezimmer der Dame
(Birn- und Zitronenholz und hellgrün Schleiflack)
und des Herrn im Hause C. A. B. in Düsseldorf.

NEUER ZUSAMMENKLANG

Im Streben zur Totalität wird der Architekt
dort, wo es dem Sinn und der Bedeutung einer
Aufgabe entspricht, Malerei und Plastik als
»gestaltende Elemente zum Aufbau höherer Ein-
heit im Bauwerk« werten.. Die freien Künste sind
in der Zeit, die wir erlebt haben, ihre »eigenen
Wege« gegangen, — wenn man auch anerkennen
mag, daß sie zu Ergebnissen geführt haben, die
t ine Lösung der rhythmischen und seelischen Span-
nungen unserer Zeit einleiteten. . Wenn wir glau-
ben, daß wir heute »auf einem neuen Boden stehen«,
so muß uns daran liegen: wieder die Vorbeding-
ungen und Grundlagen für eine enge Gemein-
schaft der Baukunst mit den freien Kün-
sten zu schaffen. Dieses kann nur geschehen,
wenn die Baukunst die freie Kunst nicht sklavisch
unterordnet, sondern sich als Fundament betrach-
tet, auf dem die freie Entwicklung aller Künste
als Ausdruck einer reifen Kultur wieder zu
voller Auswirkung gelangen kann. Um solchen
»Zusammenklang der Künste« zu erreichen,
wird es geschehen, daß die Formgebung des
Baues sich oft und bereitwillig nach den aufzu-
nehmenden Künsten richten wird. . peter Behrens.
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