Die Gartenkunst — 1.1899

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100 DIE GARTENKUNST I, 5

ein gleich lobenswerter Gedanke: Körperlieh Schwachen nach
Möglichkeit ein Fortkommen in Aussicht zn stellen. Leider
nur hinsichtlich des Gärtnereiberufes insofern ein verfehlter
Standpunkt, als die hier vielfach vorhandenen Schwierigkeiten
eben nur körperlich wie geistig tüchtige Naturen mit Erfolg
zu überwinden imstande sind. So schön auch an sich die
ideale Betrachtung dieses Themas, so kann zunächst ein prak-
tischer Beruf nur innerhalb praktischer Gesichtspunkte er-
örtert werden. Die Metapher: mit dem Gesang aufsteigender
Lerchen (Seite 11) die gärtnerische Arbeit beginnen zw lassen,
stimmt keineswegs mit den thatsächlichen Verhältnissen.
Ebensowenig der Bat (S. 25 ff.) dem Lehrling zur Ausbildung
für Baumschulenbetrieb. Pflanzenkultur, Landschaftsgärtnerei
die Lehre in einer mit Verkauf verbundenen Privatgärtnerei
zu empfehlen. Dafs Verfasser (Seite 10) besonders für sein
Institut: Hygienische Obst- und Gartenbauschule, auf einer
ganzen Seite Propaganda zu machen sucht, müssen wir ihm
sehr verdenken Erinnert doch dieses Stimmungsbild nur zu
sehr an das Gleichnis von dem bekannte Pferdefufs. Und
gleichzeitig fühlt man sich zu der Frage veranlafst: was soll
denn aus diesen körperlich schwächlichen jungen Leuten in
Zukunft werden, nachdem sie den 1 jährigen Kursus in sich
aufgenommen? Heilst das nicht: Erst Kinder in die Welt
setzen und darnach dem Verhungern preisgeben? Um eine
klare, allgemein gehaltene Übersicht über das Gesamt-Wesen
unseres Berufes zu geben, mufs man freilich über die Grenzen
von Klosterlausnitz bezw. Geisenheim etwas hinausgehen.
Denn über Klosterlausnitz hinaus sieht der Beruf ganz
anders aus.

Wie Verstand, Fleifs und Ausdauer die Grundvoraus-
setzungen zu einem jeden Berufe bilden müssen, so spricht
der Gegenstand „Kapital" bei allen gewerblichen Unter-
nehmungen eine hervorragende Bolle. Der Kaufmann mul's
zuerst nach dem Gewinn einer Kapitalanlage fragen und in
dieser Beziehung sieht es z. Zt. doch mit dem Gärtnereibetriebe
recht heikel aus. Nichts schädigt einen Beruf im allgemeinen
Ansehen mehr, als eine mit oberflächlichen Hinweisen ver-
bundene Darstellung über das Wesen desselben. H.

Preiserteilungen.

In dem Wettbewerb, betreffend die Anlegung des Süd-
west-Friedhofes der Stadt Düsseldorf, haben erhalten:

Den 1. Preis von 6C0 Mk. der Entwurf „Licht und Schatten"
des Gartenarchitekten Bevermann in Altona;

den 2. Preis von 400 Mk. der Entwurf „Pisano" der Garten-
architekten Hardt & Schmitz in Düsseldorf.

Angekauft wurden zu je 200 Mk. der Entwurf „Uber-
sichtlich" des Gartentechnikers Göbel in Frankfurt a/M., der
Entwurf „Buhe" des Stadtobergärtners Buttenberg in
Düsseldorf und der Entwurf „Malkasten" des Gartenarchitekten
Körner in Steglitz.

Eingesandt waren 50 Pläne, von denen nur die prämiierten
und angekauften zur Ausstellung gelangten, während die
übrigen den Verfassern alsbald wieder zugestellt wurden.

Personal-Nachrichten.

Brüning, Aug., Garten-Ingenieur, hat sich in Berlin SW.,
Friedrichstr. 49, niedergelassen und ein 'Bureau für Garten-
kunst und Gartentechnik eröffnet.

Eck, Hektor, Garten-Ingenieur in Dresden-Blasewitz,
beging am 3. April sein 50 jähriges Fachjubiläum.

Forstel, A., Stadtgärtner in Hermannstadt (Siebenbürgen),
trat von seiner Stellung zurück und liefs sich in Klagenfurt
als Handelsgärtner nieder.

Fritz, Karl, bisher Hauptlehrer an der früheren Garten-
bauschule in Eisgrub (Mähren), ist zum Königlichen Ober-
gärtner im Neuen Garten bei Potsdam berufen worden.

Görlich, Max, bisher erster Obergärtner und langjähriger
Mitarbeiter am Pomologischen Institut zu fieutlingen. erhielt
die Stelle eines Inspektors der Baumschulen daselbst.

Haeberlein, Joseph, bisher Anstaltsgärtner an der Kreis-
lehranstalt in Landsberg, wurde als zweiter Obergärtner an
der Königl. Gartenbauschule zu Weihenstephan angestellt.

Junge, E., Landes-Obstbaulehrer, wurde als Obergärtner
an der Gärtner-Lehranstalt in Geisenheim angestellt.

Kynast, Paul, Kreis-Obergärtner in Peiskretscham (O.-S.),
feierte am 3. April sein 26jShrig.es Fachjubiläum.

Nemeczek, J.. Kaiserl. Kgl. Hofgärtner in Miramar, trat
in den Buhestand, und wurde ihm das goldene Verdienstkreuz
mit der Krone verliehen.

Njehus, Johannes, Obergärtner des botanischen Gartens
zu Würzburg, wurde als Nachfolger des verstorbenen Garten-
inspektors Salomon zum Kgl. botanischen Gärtner der Uni-,
versität Würzburg ernannt.

Reinhardt, M., Gartentechniker, Langfuhr bei Danzig, über-
nahm die Leitung der Ausführung des Volksparkes in Wanne.

Reuter, Alfred, bisher Kgl. Obergärtner im Neuen Garten
bei Potsdam, ist in gleicher Eigenschaft nach Sanssouci ver-
setzt worden.

Rosmanit, Alois, Obergärtner der von Bredenschen
Gärtnerei in Wien, wurde zum Stadtgärtner in Hermannstadt
(Siebenbürgen) ernannt.

Schultheifs, Heinrich, Gründer der bekannten Bosenfirma
Gebr. Schultheifs zu Steinfurth in Hessen, starb am 28. März
im Alter von 63 Jahren.

Schulz, H„ Lehrer an der landwirtschaftlichen Winterschule
in Alzey, trat als Fachlehrer für Obst- und Weinbau in die
neubegründete Weinbauschule zu Neustadt a. d. Haardt ein.

Stiegler. Ed., Hofgärtner, Leiter der Anlagen der Villa
Berg bei Stuttgart, wurde zum Herzoglichen Hof-Grarten-
inspektor ernannt.

Wacha, Rudolf, Fürstl. . Schwarzenbergscher Garten-
inspektor in P., starb am 11. März im Alter von 71 Jahren
nach fast 42 jähriger Dienstleistung.

Verein deutscher Gartenkünstler.

Neu angemeldete Mitglieder.

Blumb erger, Gartentechniker, Köln, MeisterGerhardtstr. 30,11.
Deutscher Gärtner-Verein London W., Soho, Weddes

Hotel, 12 Greek Street.
Gartenbau-Verein „Flora", Essen a/Bh., Obergärtner

Bübenkamp.

Jansen, P. F., Gartentechniker, Kleve, Klosterstr. 5.
Scholl, Budolf, Landschaftsgärtner, Hamburg, Schlung 26, I.
Schwabe, Friedr., Kunst- und Handelsgärtner, Ludwigs-
hafen a/Bh.

Für die Redaktion verantwortlich: B. C lernen, Berlin SW. 47, Viktoria-Park. ■- Verlag von Gebrüder Bor ntraeger, Berlin SW. 46, Schönebergerstr. 17a

Druck von A. W. H a y n' s Erben, Berlin und Potsdam.
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