Die Gartenkunst — 1.1899

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208 DIE GARTENKUNST I, 11

In Bezug auf die Reihenabstände der Bäume unter sich
hat hier eine Willkür Platz gegriffen, die geradezu erstaunlich
ist; so sind angepflanzt mit einem Reihenabstand unter sich
von 5,— m Catalpa bignonioides Walt.; Catalpa Kaempferi Sieb,
et. Z. (C. ovata G. Don.), Acer pictum Thunb. (A. Colchicum
rubrum h.) Mit Reihenabständen von 6,— m Acer platanoides L.,
Acer Pseudoplatanus L., Aesculus Hippocastanum L., Populus
alba L., Platanus occidentalis L., Tilia alba Ait., Tilia tomentosa
Mnch. (T. argentea Desf.), Tilia parvifolia Ehrh., Tilia platy-
phyllos Scop., Ulmus campestris L.

Einen Abstand von 7,5 m haben Tilia tomentosa Mnch., Tilia
dasystyla Stev. (euchlora C. Kch.), Tilia pubescens Ait., Tilia
platyphyllos Scop., Tilia macrophylla h.

Abstand von 8,— m. Acer platanoides L„ Acer platan.
Reitenbachii h„ Celtis australis L„ Juglans regia L., Sorbus
hybrida L., Tilia dasystyla Stev.

Abstand von 10,— m Aesculus Hippocastanum L., Aesculus
discolor Pursh., Robinia Pseudacacia L., Ulmus campestris L.,
Ulmus montana With. (scabra Mill), Tilia alba Ait., Tilia dasy-
styla Stev.

Man sieht hier, wie in derselben Stadt die gleichen Bäume
in verschiedenen Abständen stehen, die nicht immer die richtigen
sind.

Bücherschau.

Die Fusicladium- oder Schorfkrankheit des Kernobstes.

Herausgegeben von der biologischen Abteilung des Kaiserlichen
Gesundheitsamtes. Bearbeitet vom Geheimen Regierungsrat
Professor Dr. Frank. Verlag von Paul Parey. Berlin. Preis
50 Pf., 100 Stück 45 Mk.

Wir haben es hier mit einer grofsen kolorierten Tafel zu
thun, auf der in 14 Abbildungen, die zum Teil in starker
mikroskopischer Vergrölserung hergestellt sind, die Schorf-
krankheit des Kernobstes in den verschiedenen Stadien ihres
Auftretens meisterhaft veranschaulicht wird. Dadurch wird
die Kenntnis dieser so verheerend unsere Kernobstgehölze
decimierenden Krankheit aufs zweckmäfsigste gefördert. Hierzu
kommt noch der beschreibende Text mit Angabe der Anwen-
dung und Zubereitung des Bekämpfungsmittels, in diesem
Falle der Bordelaiser Brühe, die zur rechten Zeit angewandt
und richtig zubereitet, sich bisher am besten bewährt hat.
Wir wünschen diesem billigen und instruktiven Unterrichts-
mittel die weiteste Verbreitung zur Förderung des deutschen
Obstbaues, besonders aber einen hervorragenden Platz in allen
Schulen Obstbau treibender Gegenden. E. C.

Jahresbericht der Gartenbau - Gesellschaft zu Frank-
furt a/M. über deren Thätigkeit im Jahre 1898.

Wie die früheren Jahrgänge enthält auch der diesmalige
aufser den rein geschäftlichen Mitteilungen eine Fülle höchst
interessanten und lehrreichen Stoffes aus allen Gebieten der
Gartenkunst und des Gartenbaues. Ich erwähne nur folgende,
besonders den Gartenkünstler interessierende Themata, die in
längeren Vorträgen behandelt werden: „Gartenbau- und Garten-
kunst der rheinischen Lande in alter und neuer Zeit", vom
städt. Obergärtner Jung-Köln; „Frühlingsbilder", von Ober-
gärtner Krauls-Frankfurt a/M.; „Die Akklimatisation und
geographische Verbreitung der Pflanzen", von C. Rimann-
Frankfurt a/M.; „Öffentliche Anlagen in einigen Grofsstädten",
von demselben. In dem zuletzt erwähnten Vortrage werden
besonders die Leipziger, Breslauer, Berliner und Magdeburger
öffentlichen Gartenanlagen einer Besprechung unterzogen. An
die Erwähnung der neuen Anlage eines Weihers im Leipziger

Palmengarten wurde die Bemerkung geknüpft, dafs derselbe
mit Dachpappe gedichtet werden sollte, was in der Versamm-
lung zu lebhaften Debatten Veranlassung gab, indem bezweifelt
wurde, dafs eine Befestigung mit Dachpappe imstande sei, dem
Druck des Grundwassers Widerstand zu leisten. Vorgeschlagen
wurde für grölsere Weiher eine Cementunterlage, auf welche
noch eine Schicht Asphalt kommt, für kleinere Wasserflächen
wurde ein Ausrollen mit Lette, in welche kleine Steine ge-
stampft werden, für genügend erachtet. Schliefslich seien noch
die Vorträge von Obergärtner Werner über „Städtische und
sonstige Gartenanlagen Süddeutschlands" und von Dr. Popp
über „Pflanzenbeschädigungen durch industrielle Abgänge" er-
wähnt. Wir wünschen der Frankfurter Gartenbau-Gesellschaft
unter der thatkräftigen Leitung ihres Vorsitzenden, des Herrn
Kgl. Gartenbaudirektors Siebert, noch ein ferneres fröhliches
Gedeihen! ' E. C.

Personal-Nachrichten.

Beck von Mannagetta, Ritter, Professor Dr. G., ist znm

Direktor des Deutschen botanischen Instituts in Prag ernannt
worden.

Böttcher, bisher Gartentechniker im Bureau der städtischen
Gartendirektion zu Berlin, ist zum städtischen Obergärtner
ernannt und die Verwaltung des III. Revieres (Moabit) der
Parkverwaltung von Berlin übertragen worden.

Breitschwerdt, Hermann, bisher Obergärtner in der
Stadtgärtnerei zu Mainz, übernahm am 1. Oktober die Instituts-
gärtnerstellung und die Stelle eines Lehrers für Gartenbau
am Franzisco-Josephinum (landwirtschaftliche Anstalt) und
Elisabethinum (Gartenbauschule) in Mödling bei Wrien.

Clemen, Emil, Städtischer Obergärtner, Berlin, ist vom
Viktoriapark in die durch Abgang des Kgl. Gartenbaudirektor
Hampel erledigte Stelle zu Treptow, der die Leitung des
Treptower Parkes, der städtischen Baumschulen und des
Planterwaldes daselbst obliegt, versetzt worden.

Ehmann, Kgl. württemberg.^Hofgarten-Inspektor, erhielt
den preufsischen roten Adler-Orden IV. Klasse.

Fink, Heinrich, wurde die Leitung der Gräflich von
Schönbornschen Hofgärtnerei in Gaibach übertragen:

Geyer, A., bisher Obstgärtner auf dem Dippelshofe bei
Darmstadt, erhielt die Stelle eines Obstbaulehrers an der land-
wirtschaftlichen Schule in Cleve.

Lämmerhirt, Otto, Garteninspektor in Dresden, wurde
zum Königl. Gartenbau-Direktor ernannt.

Laubert, Dr., Assistent an der pflanzenphysiologischen
Versuchsstation der Kgl. Lehranstalt zu Geisenheim, ist in
gleicher Eigenschaft an die Kgl. landwirtschaftliche Akademie
in Toppelsdorf berufen.

Neumann, Hofgärtner in Carlsruhe i. O.-Schl., wurde die
Königl. württembergische silberne Verdienst-Medaille verliehen.

Nicol, Oskar, bisher Fachlehrer an der Provinzial-
Gartenbau- und Obstbau-Schule zu Wittstock a. D., wurde als
Stadtobergärtner in Magdeburg angestellt.

Weifs, Alexander, Städtischer Obergärtner, Berlin, ist
von Moabit nach dem Viktoriapark versetzt worden.

Verein deutscher Gartenkünstler.

Neu angemeldete Mitglieder.
Greus, Gartenarchitekt, Hannover.
Potente, Gartenarchitekt, Hannover.

Eür die Redaktion verantwortlich: E. Clemen, Berlin SO 33, Treptower Chaussee 50. — Verlag von Gebrüder Borntraeger, Berlin SW. 46,
Sohönebergerstrasse 17a. — Druck von A.W. Hayn's Erben, Berlin und Potsdam.
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