Die Gartenkunst — 1.1899

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I, 7 DIE GARTENKUNST 136

will, schon ein gewisses Mals von Kenntnissen der Allgemeinen
Chemie besitzt. Beide Teile bilden jeder für sich ein ab*
geschlossenes Ganze. Der erste Teil behandelt Atmosphäre
und Boden. Hier sind besonders die §§ 16 und 17 erwähnens-
wert, in welchen die im gärtnerischen Betriebe gebräuchlichen
Humusarten und Humuserden besprochen und Analysen
gärtnerisch benutzter Ei-den gegeben sind. Der zweite Teil
behandelt Pflanze und Dünger. Dieser Teil ist besonders
reichlich mit Abbildungen versehen, die den Ernährungs-
vorgang der Pflanzen näher erläutern und die Resultate der
einzelnen Düngungsversuche darstellen. Die verschiedenen
Düngerarten und ihre Wirkung sind hier eingehend besprochen ;
aufserdem sind sehr ausführliche Tabellen über die Zusammen-
setzung der Pflanzen und Düngestoffe gegeben. Möge sieh
das sehr nützliche Buch im Kreise der Fachgenossen recht
viele Freunde erwerben.

B. Goerth, Königlicher Obergärtner, Proskau.

Preisaufgabe

des Magistrats der Stadt Dortmund für einen Entwurf zur Um-
gestaltung des Waldes „Westerholz" in einen Volkspark.

Die Stadt Dortmund beabsichtigt, den im Stadtbezirk
gelegenen städtischen Wald „Westerholz" in einen Volkspark
umzuwandeln und stellt dem unterzeichneten Ausstellungs-
Ausschufs die Mittel zu einem Wettbewerb zur Verfügung.

I. Bedingungen des Wettbewerbs:

1. Die von dem Verein Deutscher Gartenkünstler aufge-
stellten Grundsätze für das Verfahren bei öffentlichen
Wettbewerben sind mafsgebend.

2. Als Preisrichter werden eintreten:

Die seitens des Gartenbauvereins zu Dortmund zu der
im September stattfindenden Gartenbau-Ausstellung er-
nannten fünf Preisrichter (Gartenkünstler), denen seitens
der städtischen Verwaltungen die Herren Oberbürger-
meister Schmieding, Stadtbaurat Marx und Professor
Dr. Nebelung beitreten.

3. Preise:

Erster Preis: 1000 Mk.
Zweiter Preis: 750 „
Dritter Preis: 500 „

4. Enterlagen:

Als Unterlagen für die Bearbeitung werden gegen Ein-
zahlung von drei Mark folgende Unterlagen geliefert:
1 Übersichtsplan im Mafsstabe 1: 25000,
1 Lagenplan mit den wichtigsten Höhenangaben im

Mafsstabe 1 : 2500,
1 Lagenplan im Mafsstabe 1 : 1000 und
1 Darlegung der Preisaufgabe (Programm).

5. Seitens der Bewerber sind einzureichen:

1 Lagenplan im Mafsstabe 1 : 2500,

1 Plan des vorderen südlichen Teiles a, b, c, d, e, a

mit charakteristischen Höhenkurven im Mafsstabe

1 : 1000,

1 Erläuterungsbericht mit Kostenüberschlag.

6. Als Einlieferungstermin wird der fünfte September
vorgeschrieben. Für die Beurteilung der rechtzeitigen
Ablieferung ist der Stempel der Poststation am Auf-
gabeorte entscheidend.

Die bestimmte, bindende Anmeldung zur Ausstellung
hat bis zum fünfzehnten August zu erfolgen.

Die Arbeiten sind in einer Mappe oder einem Tubus
einzureichen, und mit einem Kennworte zu vorsehen.

Ein verschlossener, mit demselben Kennwort versehener
Briefumschlag soll den Namen des Verfassers enthalten.

Von der im Ausstellungsprogramm angesetzten Platz-
miete sind die Entwürfe frei, jedoch werden nur Ent-
würfe angenommen, wofür die Unterlagen von dem
unterzeichneten Ausstellung«-Ausschufs beschafft sind.

II. Preisaufgabe.

1. Unter Beibehaltung des Waldcharakters und möglichster
Schonung besserer Baumbestände soll eine freundliche,
Schatten und Erholung spendende Parkanlage in natür-
licher und volkstümlicher Ausgestaltung geschaffen
werden. Die vielen rechtwinklig sich schneidenden
Wege sind nur in dem Umfange beizubehalten, wie
dieses ohne Beeinträchtigung der Schönheit möglich ist.

Der zu einem Waldpark freundlicher umzugestaltende
Wald soll den Besuchern wechselvolle und schattige
Spaziergänge bieten, Tummelplätze für die Kinder, Spiel-
und Sportplatz für die Jugend, mehrere Wasserflächen,
von denen eine für den Schlittschuhlauf geeignet ist,
ferner eine Rundfahrt für Luxusfuhrwerk, Reit- und
Radfahrwege und auch einen Aussichtspunkt auf das
Hafengelände enthalten. Mit gröfseren Erdbewegungen
verbundene Veränderungen der Höhenlage sollen behufs
möglichster Schonung der vorhandenen Waldbestände
nicht vorgesehen werden.

Für eine Parkwärter-Wohnung, für Bedürfnisanstalten
und Ruheplätze sind geeignete Plätze vorzusehen.

Die Wasserversorgung und die Entwässerung sind in
auskömmlicher Weise vorzusehen und im Kostenüber-
schlage zu berücksichtigen. Bezüglich der sehr wich-
tigen Frage der Entwässerung ist zu bemerken, dafs der
Wasserspiegel des in der Nähe befindlichen. Schiffahrts-
kanals auf liegt. Die Emscher ist in einer Höhe
von zu erreichen. Zur Wasserversorgung wird
bemerkt, dafs im Walde bis hinter dem Vergnügungs-
lokal Fredenbaum bereits die städtische Wasserleitung
liegt.

Der, sogenannte Armenkamp d, k, m, n des Planes
soll zum Spielplatz für Kinder-, Jugend- und Volksspiele
ausgebildet werden.

2. Der im Mafsstabe 1 :2500 zu bearbeitende Übersichts-
lagenplan soll sich über den ganzen am Fredenbaum
zur Verfügung stehenden städtischen Besitz in den mit
den Buchstaben a, b,. c, c1, m, n, d, d1, d2, e, f, g, h, i, a
umschriebenen Grenzen erstrecken und ein Bild der all-
gemeinen Anordnung nach Vollendung der Umgestaltung
abgeben.

3. Der eingehender, im Mafsstabe 1 : 10Ü0, anzufertigende
Plan dagegen soll sich auf den etwa 45 ha umfassenden
Teil erstrecken, der mit den Buchstaben a, b, c, c1, k,
d, d1, d2, e, a umschrieben ist. Es soll dann die all-
mähliche planmäfsige Erweiterung zunächst durch den
mit den Buchstaben a, e, f, g umschriebenen Teil (etwa
13 ha) und zuletzt durch die Fläche a, g, h, i vorgesehen
werden.

Der Teil a, e, f, g ist in der Weise anzuordnen, dafs
der südliche Abschnitt etwa in den Grenzen o, p, e, f
unbeschadet der Gesamtanlage abgetrennt und dem
Hafengelände zugeteilt werden kann; er ist deshalb von
kostspieligen Anlagen frei zu lassen.

4. Der Erläuterungsbericht soll eine Beschreibung des
Ganzen und einen Arbeitsplan für das Vorgehen bis zur
Vollendung enthalten.
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