Die Gartenkunst — 1.1899

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I, 11 DIE GARTENKUNST 20 5

zur Seilerstrafse fehlt, ebenfalls der Umfahrtsweg im nörd-
lichsten Teil. Das Terrain ist zu wenig aufgeschlossen.
Im allgemeinen ist der Charakter des Waldparks bei-
behalten.

„Renaissance". Der alte Baumbestand am Haupt-
eingang,, wie an der projektierten Restaurationsanlage ist
zu stark gelichtet. Der Waldpark ist gut durchgeführt,
bis auf die nicht hierher gehörenden grofsen Paterre-An-
lagen, die jedoch an passender Stelle ihre Wirkung nicht
verfehlen würden. Der Umfahrtsweg im Nordteile ist zu
tadeln, da er aus dem Park hinaus führt. Für die Anlage
des grofsen Sportplatzes war nur der Armenkamp, nicht
aber der sich anschliefsende Teil in Betracht zu.ziehen.

Die Umgestaltung des Totenhofes zu Hörde in eine
öffentliche Anlage.

Die mit dem ersten Preise bedachte Arbeit ist dessen
nicht wert. 1,50 m breite Wege genügen nicht für eine
öffentliche Anlage. Im übrigen ist die Wegeführung ruhig
und zweckentsprechend. Desgleichen liefse sich über die
mit dem zweiten Preise bedachte Arbeit streiten. Hier
lälst die Wegeführung durchaus zu wünschen übrig. Einzig
und allein hat der Entwurf, der den dritten Preis erhalten,
einen gerechtfertigten Anspruch auf denselben. Von den
prämiierten Entwürfen ist dieser die beste Arbeit. So
wirkt sie auch in Ausführung wie Entwurf einfach
und vornehm. Die beste Lösung unter den eingelaufenen
Arbeiten brachte unbedingt der Entwurf Motto „Pax
vobiscum", Verfasser M. Peters-Dortmund. Es ist dies der
einzige Entwurf, der in seiner Anlage auf die Kirche auf-
gebaut ist und von hier aus den Hauptzugang hat. Das
an dieser Stelle liegende, in seinen gotischen Linien sich
dem Stil der Kirche anschliefsende Parterre ist sauber
ausgearbeitet, wie auch die übrige Ausführung wirkungsvoll
ist. Ferner gehören die Entwürfe Motto „Crux" und „Natur",
Verfasser Fr. Gude-Düssoisdorf, dann „Hermannshütte",
Verfasser E. Körner-Steglitz und der Entwurf der Herren
Hardt & E. Schmitz-Düsseldorf mit zu den besten Arbeiten.

Entwürfe zur Anlage eines städtischen Schmuckplatzes
nach gegebener Unterlage.

Nur ein Preis ist hier vergeben, und wiederum ist er
einer Arbeit zugefallen, die durchaus keinen Anspruch
darauf hat, Die anderen zur Verfügung stehenden Preise
sind, da nach Ansicht der Herren Preisrichter keine derselben
würdige Arbeiten eingelaufen waren, nicht vergeben. Her-
vorragend waren trotzdem, wie allgemein behauptet wurde,
die Arbeit mit dem Motto „Ems", Verfasser 0. Prager-Leipzig
und der Entwurf, verfafst von C. Stein-München.

Entwürfe zur Anlage eines Stadtparkes der Stadt Ahlen.

Über die vergebenen Preise ist bereits berichtet. Hier
allein sind die Preise, mit Ausnahme des 3., nach Verdienst
gefallen. Der Entwurf der Firma Hardt & E. Schmitz
hätte wohl einen Preis verdient. Auch diese Arbeit zeigt
das künstlerische Schaffen dieser Firma.

Entwürfe zur Anlage einer gröfseren Gartenanlage nach gegebener

Unterlage.

1. Preis für den Entwurf von E. Tauschke, Bad Elster.
Die Arbeit ist im allgemeinen gut durchdacht. Der Wasser-

lauf ist in Anbetracht des starken Gefälles zu sehr ge-
schlängelt.

2. Preis für den Entwurf von B. Lipovsky, Dortmund.
Dieser Entwurf zeigt entschieden die beste Lösung unter
den eingelaufenen Arbeiten.

3. Preis für den Entwurf von W. Bogler, Frankfurta. 0.
Diese Arbeit ist ebenfalls gut und zweckentsprechend.
Erwähnt zu werden verdienen ferner der Entwurf der
Herren Hardt & E. Schmitz, der besonders durch seine
tadellose Ausführung in die Augen fällt, dann der Entwurf
des Herrn F. W. Begas-Kelsterbach Main.

(Schluss folgt.)

Verschiedenes.

Auf der II. Deutsehen Dahlien-Ausstellung, die am

23. und 24. September im Palmengarten zu Leipzig stattfand,
erhielten folgende 20 Dahliensorten durch Abstimmung der
Besucher derselben die meisten Stimmen:

1.



mit

887

Stimmen

2.

Hohenzollern D . . . .



529



3.

Sonnenstrahlen D ...



338



*4.





311



*5.





289



*6.





277



7.

La France, grofsbl. Schau-









Dahlie D.......



236



*8.

Nibelungen D.....



223



*9.

Night........



205



10.





199



11.





197



12.





131



13.





185



14.

Königin Wilhelmine von









Holland D.......



182



15.





137



16.





136



17.





133



18.

The Clown......



131



19.

Wwe. Haacke D . .



98



20.

Halloria D......



95



Die mit * bezeichneten haben unzweifelhaft dekorativen
oder landschaftsgärtnerischen Wert; D. bezeichnet die deut-
schen Züchtungen, es sind diesen also die meisten Stimmen
zugefallen! .Kohlmannslehne r.

Gärtnerischer Schmuck der Münchener Strafsen. Wir

haben, so schreibt die „Deutsche Bauzeitimg", vor einiger Zeit
über die Ablehnung der gärtnerischen Ausschmückung der
Ludwigstrafse in München berichtet und unser Bedauern an
die so gefallene Entscheidung geknüpft. Es ist aber noch
nicht alles verloren, denn kürzlich hat derMagistrat von München
einem durch Herrn Oberbaurat Schwiening vertretenen Plane
(von wem entworfen'? — Red. der „Gartenkunst") seine Zustim-
mung gegeben, denOdeonsplatz gärtnerisch auszuschmücken, um
das Denkmal Ludwigs I. eine Schmuckanlage zu schaffen und
Baumalleen mit Ruhebänken anzulegen. Zugleich soll der
Platz vor der Feldherrnhalle mit einem künstlerischen Mosaik-
pflaster und mit einem Brimnenbecken geschmückt werden.
Wir zweifeln nicht, so schliefst die „Deutsche Bauzeitung"
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