Die Gartenkunst — 1.1899

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26 DIE GARTENKUNST I, i

Zum Ankauf empfohlener Entwurf zum Platz Z in Schöneberg.
Verfasser: Jatzov und Schweitzer, Architekten, Schöneberg.

die Achse der Motzstrafse gestellt und in die Achse des Hampel, Treptow), sowie Aufschiebung des Termins um
von der Stadt Schöneberg erworbenen Torrains, wo die einen ganzen Monat, traten doch noch 66 Bewerber in die
Errichtung eines in monumentalen Formen gehaltenen Schranken, um die Aufgabe zu lösen, einen sehr ungünstig
Gebäudes gedacht ist. Es ist jedoch darauf Rücksicht ge- gestalteten und in ungünstigster Weise von Strafsenzügen
nommen, dafs der Obelisk in der Sehlinie sämtlicher den durchschnittenen Platz gartenkünstlerisch in Verbindung-
Platz kreuzenden Strafsen steht. Für die Aufstellung von mit kleinen Bauwerken und Skulpturen auszuschmücken.
Bildwerken etc. sind in der den erhöhten Platz des Noch niemals hat sich den 3 Schwesterkünsten eine so
Obelisken und des Brunnens umgebenden Bailustraden günstige Gelegenheit geboten, vereint ein Werk zu schaffen,
sowie in dem westlichen Zugang Postamente vorgesehen, welches an jede gleich hohe Anforderungen stellt. Mögen
die Ost- und Westseite des Plateaus sind mit Sitzbänken die schönen Erzeugnisse des Wettbewerbs Veranlassung
versehen. Der gesamte Platz soll fast ausschliefslich mit werd&n, dafs der alte Streit zwischen Gartenkünstler und
Rasen bedeckt werden. Blumenbosquets sollen nur in sehr Architekt endlich beigelegt wird und freudigem, neidlosem
beschränktem Mafse verwandt werden. Die Westseite des Zusammenwirken Platz macht.

Platzes soll im Gegensatz zur Ostseite mit Bäumen um- Unter den vielen zu Tage geförderten Lösungen, deren

geben werden, um die Bestimmung der beiden Teile des gröMo Z;üll als anerkennenswerte Leistungen bezeichnet

Platzes besonders hervortreten zu lassen. werden kann, befanden sich mehrere ganz vorzügliche

Vorschläge, und nur eine kleine Anzahl derselben war

gänzlich unbrauchbar.

Das mit dem erstenProise gekrönte Projekt unter dem Motto
Zum Wettbewerb, betreffend die gartenkihistlerische „Ruhe" des Herrn Garteninspektor Enke, Wildpark, geht
Ausschmückung des Platzes Z. in Schöneberg. von dem Leitgedanken aus, dafs der Verkehr in den ein-

„_..,_,, TT . .. mündenden Strafsonzüg'on durch die Gartenanlage keinerlei

Von Priedr. Glum, Halensee-Berlin. ~ °

Unterbrechung und Störung erleiden darf. Es zeigte sich

Infolge des liebenswürdigen Eingehens auf die Vor- wieder die Wahrheit des Satzes: Das Einfachste ist immer

schlage des Vereins Deutscher Gartenkünstler seitens der das Beste, aber das Einfachste zu finden ist oft schwer.

Berlinischen Bodengosellschaft durch Vermehrung des Preis- Unter Beibehaltung streng architektonischer Linien auch

gerichts um eine fachmännische Autorität (Gartenbaudirektor in der Pflanzung hat der Autor Licht- und Schattenpartien
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