Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 22.1911

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INNEN-DEKORATION

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Härte des Neuen durch Einwohnen gemildert ist, in KULTUR, SCHÖNHEIT UND GESCHMACK,
ihrer Schönheit und Stimmung noch feiner und schmei-
chelnder werden. Die Räume wirken schon durch die Das Interesse der Kultur und das Interesse des
Platzaufteilung behaglich; die Nischen und Erkerplätze, Schönen, wenn man darunter das unmittelbar Schöne
Kaminwinkel und Einziehungen ermöglichen innerhalb im Leben versteht, sie liegen im Krieg miteinander,
der lebhafteren Passageräume, wie Halle und Diele, und jeder Fortschritt der Kultur ist ein tötlicher Schritt
wieder den Raum im Raum. Eine wesentliche Steigerung auf Blumen, die im Boden des naiv Schönen erblüht
wird darin noch durch die teilweise Herunterziehung der sind. — Geschmack haben heißt, ein Schönheitsgesetz
Deckenhöhen erreicht. Im Zusammenhange damit ist fühlen und anerkennen, heißt Finden, Begreifen, Tun
auch die farbige Steigerung mit großem Geschick durch- was zusammenpaßt. — robert vischer.
geführt, und zur Belebung von Füllungen und Friesen Ä

ist auch das gemalte Ornament vorteilhaft herangezogen. Der überwiegendste Teil aller menschlichen Bestre-

Alles in allem sind es Räume voll Gehalt, die viel bungen ist mit Vorbereitungen und Ausführungsarbeiten

Stimmung zeigen und denen eine Gesamtnote auf gut für Dinge beschäftigt, welche nicht zur Erhaltung, sondern

deutsch ausgestellt werden kann. — otto schulze. zur Verschönerung des Lebens dienen. R. dorn.

ENTWURF UND AUSFÜHRUNG: RATH & BALBACH—CÖLN. HERRENZIMMER MIT FENSTERNISCHE IM HAUSE DR. SCHMITZ.
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