Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 1.1904-1905

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Nr. i.

15

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

an Bildnissen (ein neues Brustbild des Kaisers
Franz Joseph von Benczur, mehrere von

H. v. Angeli, solche von Ajdukiewicz. Poch'
walski, Bukovacs, Rudolf Swoboda Lavery,
Adams, und ein vortreffliches Stück von
Schmurr fallen auf) und Sittenbildern.

A. Kampf, Edelfeit, Temple, Wilda, Geller,
Simm, Zewy, Kinzel von Merode sind da
beispielsweise zu nennen. Ein kriegerisches
Bild von dem tüchtigen Pippich findet viele
Anerkennung. Emile Claus hat eine große
Apfelernte ausgestellt, ein lichtgetränktes, in
manchen Stücken gelungenes Werk. Luytens
Netzknüpferinnen seien hervorgehoben. Ins
Gebiet der Mythologie haben sich E. Veith
und Schram gewagt. E. Veiths Hain der Diana
ist eines der Hauptstücke in der neuen Kunst'
schau. Zahlreiche Landschaften sind allerwärts
eingestreut, solche von Zoff, Piepho, Cairati,

B. Costantini, Ribarz, Conr. Lessing, Rob.
Ruß, Tomec, Ferdinand Brunner, Zetsche,
F. Hoch, H. Charlemont, A. Kauffmann, Fed'
dersen, Moddersohn u. a.

Am 22. März und an den folgenden Tagen
wird bei Amsler & Ruthardt in Berlin
eine Versteigerung von Holzschnitten,
Kupferstichen und Schabkunstblättern alter
und neuer Meister abgehalten (großer illustrier'
ter Katalog von 1738 Nummern, die sich auf
Stiche beziehen).

Am 29. März findet im Wiener k. k.
Versteigerungsamte eine Auktion von
Kunstdrucken statt.

Man kündigt eine Adolf Menzel'Ausstel'
lung an, die am 1. Mai in Düsseldorf er'
öffnet werden soll.

Bilderpreise. Bei einer Christieschen
Versteigerung (der Townshend'Kollektion) in
London wurden jüngst folgende Preise er'
zielt: 66.150 K fürRomneys Porträt von Geor-
giana Anne Lady John Townshend. Zwei
Porträts von Sir Joshua Reynolds, die die
beiden ersten Marquis von Townshend dar-
stellen, brachten 44.100 K und 42.000 K. Gains'
boroughs Porträt von Robert Adair fand für
42.000 K einen Käufer. Es seien dann noch
folgende Preise erwähnt: J. Hoppner, Porträt
einer Dame in weißem Kleid mit dunkelgrüner
Schärpe und schwarzem Schal 28.350 K; Sir
J. Reynolds Porträt von Charles Townshend,
24.150 K; derselbe, Porträt von Anne Mont'
gomery Marquise von Townshend, 20.160 K;
derselbe, Porträt von Lord John Townshend,
in dunkelblauem Rock mit Messingknöpfen,
gelber Weste und gepudertem Haar, 18.480 K;
zwei andere Reynolds 17.220 K und 16.800 K;
Hogarth, Porträt des Schauspielers James
Quin, 15.120 K; Sir P. Lely, Porträt von Mary

Ashe, 13.020 K; derselbe, Porträt von Eleanor
Gwyn, 10.920 K. Z,

Bei der Versteigerung M. V. in Paris
ging Meissoniers „Soup^on“ auf 14.500
Franken, Ziems „Bateau d’ Uiysse“ auf 4000
Franken. Lebourgsche Landschaften be-
wegten sich zwischen 500 und 850 Franken.
Ein kleiner Plassan kostete 380 Franken.

I. D, A.

RUNDSCHAU.

Aus Hamburg’. Konsul Weber hat in
jüngster Zeit zwei wertvolle italienische Gemälde
erworben, so eine helige Familie mit Sankta
Magdalena von Andrea Mantegna. Das
Bild ist wiedergegeben und besprochen in
Seemanns „Kunstchronik“, Nr. 8 des laufenden
Jahrganges, Sp. 131 ff. Eine weitere Er-
werbung von Bedeutung besteht in einer treff-
lichen Farbenskizze von Giovanni Batt.
Tiepolo mit der Darstellung der Immaculata
Conceptio. Die Komposition dieser Skizze steht
der auf den Bildern desselben Gegenstandes
in Madrid und Vicenza sehr nahe, ohne mit
der einen oder der anderen genau übereinzu-
stimmen. Diese farbenfrische Skizze, sie ist
so gut und wertvoll als irgend eine von Tiepolo,
stammt aus der Alt-Wiener Galerie Leistier,
aus der sie mit einigen anderen Nummern
zugleich im Wiener Versteigerungsamte am
9. Dezember vorigen Jahres ausgerufen wurde.
Der Auktionskatalog brachte eine Abbildung
des interessanten Werkes.

Aus Mailand. Die Breragalerie ist durch
eine wichtige Schenkung von 63 Gemälden
wesentlich bereichert worden, und zwar durch
die wertvolle Sammlung Casimir Sipriot aus
Marseille. Die Sipriotsche Galerie enthält Werke
des Ambrogio da Fossano (gen. il Bergonone),
von Suardi (Bramantino), Defendente Ferrari,
Bernardino Luini und noch zahlreiche andere
Bilder von Interesse (Malaguzzi Valeri in der
„Rassegna d’Arte“, Jänner 1904).

Aus Paris. Die Louvregalerie hat
eine Reihe sehr wertvoller Gemälde zum Ge-
schenk erhalten. Schon vor einiger Zeit wurde
sie durch die berühmte Sammlung Thomy
Thiery verstärkt. Die Schenkung Vendeul war
kaum weniger interessant, und das Legat
Cottier verschaffte der großen Nationalgalerie
Frankreichs eine weitere beachtenswerte Be-
reicherung. Von großem Wert ist das Ge-
schenk Artur v. Rothschilds. Im Dezember
1903 meldete die „Chronique des arts et de
la curiosite“ (Nr. 41) den Ankauf eines Bildes
von Theotocopuli. Über die Schenkungen
äußerten sich neben der genannten „Chrom-
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