Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 1.1904-1905

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Nr. 5.

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

Das Atelier des Miniaturmalers. Deckfarbenmalerei von W. J. Kadorizi in der Sammlung Emil Weinberger

in Wien,

Dr. Heiser für seine opferwilligen Nachfor-
schungen bestens danken, denen es auch
gelungen ist mehrere Guaschen im Linzer
Kunsthandel aufzufinden, die im Stil mit den
Fratzen auf unserem Bildchen merkwürdig
übereinstimmen. Vielen Dank schulde ich auch
dem Besitzer des abgebildeten kleinen Gemäl-
des für die photographische Nachbildung
seines Bildchens und für die Erlaubnis zur
Veröffentlichung. Die abgebildete Guasch-
malerei auf Pergament wurde vor mehreren
Jahren vom Onkel des gegenwärtigen Besitzers
aus einem Konvolut ausgeschieden und da-
durch vermutlich vor dem Untergange be-
wahrt.

ZU MAULPERTSCH.

Einige wenige kleine Monographien, viele
zerstreute Notizen, wenig Abbildungen, das

ist ungefähr der Stand der gegenwärtigen Li-
teratur über die vielen süddeutschen Maler
des XVIII. Jahrhundertes. Und doch wären
manche Künstlergestalten unter ihnen, die gewiß
eine erhöhte Beachtung verdienen würden.
Durch die beigegebene Abbildung des riesigen
Hochaltar blattes der Pfarrkirche am Renn weg in
Wien möchte ich wieder einmal in aller Kürze
die Aufmerksamkeit auf dessen Schöpfer An-
ton Maulpertsch lenken, von dem sich in
österreichischen Kirchen überaus viele Arbei-
ten zerstreut finden. Im Buche von Georg
Rieder: „Ignaz Parhammers und Franz Anton
Marxers Leben und Wirken“ (Wien 1872,
S. 92, 146 und 241 ff.) sind reichliche Angaben
darüber zu finden. Auf andere Literatur
gehe ich diesmal nicht ein, obwohl mir reich-
liche Hinweise vorliegen*).

*) Auf eine riesige Himmelfahrt Mariä, ein Bild,
das in der Literatur über Maulpertsch noch kaum
erwähnt ist, machte mich vor Jahren Herr Prälat Dr.
Friedrich Schneider in Mainz aufmerksam. Dieses
Werk befindet sich in St. Emmeran zu Mainz.
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