Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 1.1904-1905

Page: 55
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Nr. 3.

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

55

von Pontius, Van der Meulen, Palma Giovane,
Solario und eine Landschaft von einem Alt'
deutschen. Von neueren Meistern befinden sich
folgende in der Liste: Baron, Charlet, Dobson,
Dore, Engelhart, Hamacher, Knaus, Liebenwein,
M. Liebermann, Makart, K. Mediz, A. v. Menzel,
Klaus Meyer, Monet, Passini, Reinicke, Th. v.
Rysselberghe, Ch. L. Shannon, Schraudolph
und E. Sullivan.

Das Museum der Stadt Wien hat
jüngst folgende Bilder erworben: G. F. Wald'
müller: Großvaters Wiegenfest, P. Fendi: Der
Taufgang, M. Ranftl: Die Gratulation beim
Gutsherrn und Makart: Skizzen zum Festzug.

Herr Oberleutnant Matsvansky in
Wien hat ein interessantes Bild von Roe-
landt Savery angekauft, eine Löwengrube
darstellend, das ehedem der berühmten Galerie
Fesch angehört hat. Bei Gelegenheit wird davon
eingehend gehandelt.

AUS DER LITERATUR.

Eine große Veröffentlichung von 1000 her'
vorragenden Bildern in amerikanischen
Sammlungen wird durch die Firma Merril
& Baker in Neuyork vorbereitet. Das
Werk, das eine ganze Reihe von weit bekannten
Mitarbeitern aufweist, führt den Titel „No'
table pictures in American private collections“
und wird von John La Farge und August
F. Jaccaci geleitet.

Museumsverein zu Aachen: Denk'
schrift aus Anlaß des 25jährigen Be'
Standes des Suermondmuseums, im Auf'
trage des Vorstandes herausgegeben von Dr.
Anton Kisa unter Mitwirkung von Dr. E.
Firmenich'Richartz, Dr. Alfons Fritz, Dr. Max
Rooses, Dr. Ludwig Scheibler. Mit 8 Vollbildern
und 14 Textillustrationen. Aachen, Druck und
Verlag der Aachener Verlags' und Druckerei'
gesellschaft, 1903. Gr. Quart.

„Das Genter Altarbild von Hubert
und Jan van Eyck“, herausgegeben in
20 Tafeln und zwei Übersichtsblättern von
der Photographischen Gesellschaft in
Berlin 1904. Gr. Fol.

Adolfo Venturi: Storia dell’ arte ita'
liana. III. Arte Romanica. Mailand. Ul. Hoepli,
1903. Oktav. (Mit einigen Abschnitten über
Buchmalereien, Wandgemälde, Mosaiken der
romanischen Kunstperiode.)

Ernst Berger: Die Maltechnik des
Altertums, vollständig umgearbeitete Auflage
der „Erläuterungen zu den Versuchen zur
Rekonstruktion der Maltechnik des Altertums“.
Mit 2 farbigen Tafeln und 57 Textbildern. Müm
chen, G. D. W. Callwey, 1994. Oktav. I. Technik
der Malerei bei den alten Ägyptern, Assyriern,

Persern und in Ostasien. II. Wandmalerei bei
den Griechen und Römern. III. Tafelmalerei
der Antike. IV. Anhänge.

MaxSchmid: ,,Kunstgeschichte“(Ab'
teilung XI der Reihe „Hausschatz des Wissens“).
Oktav. Neudamm, Verlag von J. Neumann.

Gazette des beaux arts mit dem Bei'
blatte „Chronique des arts et de la curio'
site“. Paris, 8 rue Favart.

Zeitschrift für bildende Kunst mit
den Beiblättern „Kunstchronik“ und „Der
Kunstmarkt“. Leipzig, E. A. Seemann.

„Kunst und Kunsthand wer k.“ Monats'
schrift des k. k. österreichischen Museums für
Kunst und Industrie, herausgegeben und redi'
giert von A. v. Scala unter Mitwirkung von
Fr. Ritter. Wien, Verlag von Artaria & Cie.
VII. Jahr. Heft 3 und 4.

„Repertorium für Kunstwissen'
schaft“, redigiert von H. Thode und H. v.
Tschudi. Berlin, Georg Reimer. Bd. XXVII,
Heft 1.

LENBACHS TOD.

Am 6. Mai um 4 Uhr morgens endete
ein Künstlerdasein, das sich so üppig entfaltet
hatte, wie wenige andere. Franz von Lenbachs
Kraftnatur ist dem Unerbittlichen unter'
legen. Das Ereignis fand ein Echo, wo immer
man in Fühlung mit den bildenden Künsten
steht, und in unübersehbarer Reihe häufen
sich die Nachrufe für den weitberühmten
Künstler, die Erinnerungen an den Maler,
dessen Pinsel das Antlitz so vieler bedeutender
Zeitgenossen auf die Fläche gebannt hat, die
Erzählungen eigenartiger Züge des Menschen,
der in seiner Art vielleicht ebenso merkwürdig
war, wie Lenbach der Künstler. Die Blätter für
Gemäldekunde haben wohl kaum die Aufgabe,
dem künftigen Biographen Lenbachs vorzU'
arbeiten, doch wollen sie nicht versäumen,
darauf hinzuweisen, wie Lenbachs Malweise
in jahrelanger Vervollkommnung entstanden
ist und sich auf dem Studium der größten
alten Meister aufgebaut hat. Daß er besonders
in Italien und Spanien für den Baron (später
Grafen) Schack kopiert hat, ist allbekannt.
Als diese Kopien noch frisch waren, gehörten
sie zu dem besten, das auf diesem Gebiete
bekannt geworden ist. Seither hat manches
durch Nachdunkeln gelitten. Die immer stei'
genden Erfolge in der Bildnismalerei hatte
Lenbach nicht zum kleinsten Teil seiner ge'
festigten, sicheren, anfangs eklektischen,
dann eigenartigen Technik zu verdanken.
Aber sie war dem Künstler immer nur ein
Mittel zum Zweck, nämlich zur durch'
dachten höchst individualisierten Auffassung.
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