Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 1.1904-1905

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Nr. 6.

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

115

Ernst Arnold eine Reihe von Werken H. Prelis
vereinigt und zur Schau gestellt. Seit Anfang
Oktober steht ebendort eine Lenbachaus-
Stellung offen, die vom Leipziger Kunst-
verein veranstaltet ist. Sie umfaßt bei 70 Num-
mern: Werke Lenbachs aus verschiedenen

Zeitabschnitten seiner Künstlerlaufbahn von
den etwas bäuerischen Anfängen in Schroben-
hausen, bis zu den frei behandelten Bildern
der letzten Zeit. —Als neu aufgestellte Werke
in den Sammlungen des Leipziger Mu-
seums sind folgende zu nennen: Greiners
großes Sirenenbild, weit bekannt durch Pro-
fessor Vogels Veröffentlichung, Wilhelm
Jordans Bildnis von Max Jordan, F. A. Kaul-
bachs Bildnis des Fräuleins Ganghofer, Ferd.
Mellys Dame vor dem Spiegel, Arthur
Kampfs Volksopfer, K. Haiders Mühlsturz-
hörner. endlich einige alte Bilder, über die
wohl die Museumsleitung bei Gelegenheit Be-
richt erstatten wird.

Aus Mailand. Über den Zuwachs der
Pinacoteca municipale schrieb Francesco
Malaguzzi Valeri in „L’Illustrazione Italiana“,
Septbr. 1904, S. 208 f., Jahrg. XXXI, Nr. 37
(Abbildungen von Werken des Moretto da
Brescia Defendente Ferrari und Bernardo
Strozzi).

Saint Louis. Die Kunstabteilung im
Worlds Fair besprochen in Seemanns „Kunst-
chronik“, Nr. 30,32 und 33 vom 8. Juli, 9. und
30. September, in der „Kunst für Alle“ vom
15. September.

Über die „erste Ausstellung des deutschen
Künstlerbundes in der Münchener Sezession“
schreibt E. Wieland in der „Kunst für Alle“
vom 15. Juli, und Franz Dülberg in der „Zeit-
schrift für bildende Kunst“ vom August
(Heft 11). Die Jahresausstellung im Glaspalaste
wird besprochen durch Fr. Wolter in der
„Kunst für Alle“ vom 15. September.

Paris. Die Ausstellung der Primi-
tifs fran<;ais, die im Frühling abgehalten
worden ist, beschäftigt seither zahlreiche
Forscher. In der Zeitschrift „L’art flamand et
hollandais“ (Antwerpen, J. E. Buschmann)
berichtet Henry Hymans in eingehender
Weise über die wichtige Vereinigung alt-
französischer Kunstwerke (trefflich illustrierter
inhaltsreicher Artikel). Karl Voll veröffent-
lichte seine Studien über die Angelegenheit
in der „Beilage zur Allgemeinen Zeitung“
(Nr. 188 und 189). — Von derselben Ausstellung
handelt auch „L’Arte“, VII. S. 223ff. (Bouchot),
ferner „The Burlington Magazine“ vom April,
Juni und September 1904, und „The Studio“
vom 15. August 1904 (L. M. Richter). Dur-
rieus Arbeit aus der „Gazette des beaux-arts“
ist in einem Sonderabdruck erschienen. Jüngst
wurde auch versendet Marcel Poete „Les

primitifs Parisiens“ (Paris, H. Champion).
Auf Dimiers Arbeit über das altfranzösische
Porträt ist unlängst schon hingewiesen worden.
Neuerlich auch „Chronique des arts et de la
curiosite“. S. 263 f.

Über ,,Ravenna und die Ausstellung der
Arte sacra“ berichtet L. v. Bürkel in der
„Beilage zur Allgemeinen Zeitung“, München,
21. September 1904.

Aus Siena. Über die Ausstellung alt-
sienesischer Kunst: C. Ricci (siehe die Rubrik:
Aus der Literatur). — In der „Beilage zur
Allgemeinen Zeitung“ (München, 10. Juni 1904)
schrieb Dr. Ludw. v. Bürkel über „Die
Mostra d’arte in Siena 1904“, ferner zu be-
achten Mary Logan in der „Gazette des beaux-
arts“, September 1904, S. 200 ff.

Aus Wien. „Die 20. Ausstellung der
Wiener Sezession“ wird durch Berta Zucker-
kandl besprochen in der „Kunst für Alle“
vom 15. Juni. — Die reichhaltige Sammlung
Ludwig Lobmeyrs ist den Oktober hin-
durch im Wiener Künstlerhause zu sehen.
— Im Kunstsalon Albert Kende ist eine
Reihe von Werken des Brünner Landschafts-
malers Peter Jaros ausgestellt.

AUS DER LITERATUR.

Louis Gonse: Les Chefs-d’oeu vre

des Musees de France. — Paris, Librairie de
l’art ancien et moderne, 1904, Fol. (Fortsetzung
des Werkes über die Kunstsammlungen der
französischen Provinzen. Der neue Band be-
handelt Plastik, Zeichnungen, Kleinkunst).

Jos. Schönbrunner und J. Meder:
Handzeichnungen alter Meister aus der Al-
bertina und anderen Sammlungen (Wien,
Ferdinand Schenk). Vom IX. Bande sind
Lieferung 8 und 9 erschienen, reich an inter-
essanten Blättern aus verschiedenem Besitz.
Von Privatsammlungen kommen darin vor
die Sammlung Löser in Florenz, die fürstlich
Liechtensteinsche und die gräflich Lanc-
koroiiskische in Wien. Als Museen wurden
benützt Budapest, Stockholm und Wien (Al-
bertina).

Corrado Ricci: „II Palazzo publico di
Siena e la Mostra d’antica arte senese“ (mit
215 Abbildungen), Bergamo, Istituto italiano
d’arti grafiche. 1904, 8". (Erster Band der
Monografie illustrate: Raccolte d’arte.)

„Jahrbuch der bildenden Kunst
1904. begründet durch Max Martersteig
unter Mitwirkung von Dr. Woldemar von
Seidlitz, herausgegeben von Wilhelm
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