Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 1.1904-1905

Page: 185
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Nr. io.

185

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

BILDERPREISE.

Bei C. J. Wawras Versteigerung der
Kollektionen Staatsrat Baron Adolf Braun
und Friedrich Dautvitz sowie der Natur-
Studien des Landschaftsmalers L. Beständig
wurden am 22. Februar und den darauf fol-
genden Tagen unter anderen nachstehende
Preise erzielt. Emil Adam: „Halt im Walde“
brachte 700 Kronen. Amerling: Hagar und
Ismael 2120, kleinere Amerling 400 und 340,
Defregger: „Der Liebesbrief“ 4100, eine alt-
deutsche Kreuzigung von 1455 (österreichi-
sche, wohl salzburgische Malerei) 920, F.Eybl:
„Liebeserklärung“ 1650, F. Gauermann:
Studie 460, Bilder von A. Hansch: 350 und
400, ein Aquarell von H. Ten Kate: „Die
Wachtstube“ 400. L. Löffler: „Der fleißige
Student“ 310, Gabr. Max: „Selene“ 2700,
O. v. Thoren: Ochsengespann 610, B. Vau-
tier: „Ländliche Morgentoilette“ 2370. (D. N.)

Bei der Auktion von Gemälden aus
Flechnerschem Besitz gab es im k. k. Ver-
steigerungsamte zu Wien am 28. Februar
folgende Preise: Für eine Waldlandschaft von
Jaques d’Arthois 800 Kronen, für einen
J. Chr. Brand 510, für zwei frühe Blumen-
stücke von Joh. Bapt. Drechsler (noch mit
der Signatur Trechsler und mit der Jahreszahl
1786) 450, H. Dubbels (flacher Strand) 500,
für zwei kleinere holländische Stilleben 410,
für einen A. Keirincx mit Utrechter Figür-
chen 1000, für zwei J. M. Ranftl je 170, für
ein dem Vertangen zugeschriebenes, viel-
leicht von Haensbergen gemaltes Bildchen
500. — An demselben Tage wurden im Wiener
Versteigerungsamt verkauft zwei signierte nette
Bilder von Abr. Hondius um je 200 Kronen
und ein K. Geibelsches Stadtbild um
300 Kronen. (D. N.)

AUS DER LITERATUR.

Dr. Felix Becker: „Gemäldegalerie Speck
von Sternburg in Lützschena“ (Leipzig, Ver-
lag A. Twietmeyer, 1904). 40 Abbildungen in
Folio. Enthält eine knappe Geschichte der Ga-
lerie und eine kurze Besprechung der abge-
bildeten Gemälde.

(Paul Herbert): Verzeichnis der Herbert-
sehen Gemäldesammlung zu Kirchbichl (Druck
von Ferd. v. Kleinmayr in Klagenfurt), 8°.
Weit über zweihundert Bilder verschiedenen
Alters und mannigfacher Nationalität werden
in kritischer Weise katalogisiert. Das neue
Heft wird die wissenschaftliche Benützung der
Sammlung wesentlich erleichtern.

Im „Jahrbuch für Landeskunde von Nie-
derösterreich“, herausgegeben vom Landes-

archivar Dr. Anton Mayer (Jahr 1904) ein
Artikel „Die Landschaftsformen an der
Grenze zwischen der böhmischen Masse und
dem Alpenvorland in Niederösterreich“ von
Dr, Roman Hödl.

Ludwig Volkmann: „Padua“, Nr. 26
der Reihe „Berühmte Kunststätten“ (Leipzig,
E. A. Seemann, 1904).

E. Dinet „Les fleaux de la peinture“
(mit Vorwort von Georges Lafenestre), Paris,
E. Rey, kl. 8".

Repertorium für Kunstwissen-
schaft, redigiert von Professor Henry Thode
und Direktor Hugo v. Tschudi (Berlin, Georg
Reimer, 1905), XXVII. Bd., 6. Heft.

„Kunst und Kunsthandwerk“, Mo-
natsschrift des k. k. österreichischen Museums
für Kunst und Industrie, herausgegeben und
redigiert von A. v. Scala und Fr. Ritter, Wien,
Verlag von Artaria & Co. VIII. Jahrgang (1905).
Heft 1.

Agnes Gosche: „Mailand“, Nr. 27 der
Reihe „Berühmte Kunststätten“ (Leipzig, E. A.
Seemann, 1904).

Das Februarheft der Gazette des beaux-
arts bringt neben anderen wertvollen Auf-
sätzen eine Studie von Bouchot „Un portrait
de Julie d’Angennes dans la Collection Edmond
de Rothschild“, einen Artikel von R. Marx
über den Stecher Peter Dupont, den talent-
vollen Stilisten, der sich hauptsächlich an
Dürerschen Blättern herangebildet hat, und
den Abschluß einer Würdigung des Malers
Albert Besnard (George Lecomte).

„Die Kunst für Alle“ (herausgegeben
von F. Schwartz) bringt in Heft 10 und 11
Aufsätze über Konstantin Somoff (H. Rosen-
hagen) über „Künstler, die schreiben“ (W. Ernst),
und über Adolf Hengeler (F. v. Ostini), sowie
Mitteilungen über Ausstellungen, kleine Nach-
richten über zahlreiche Künstler und ihr
Schaffen.

Beim Abschluß des ersten Bandes
ist einiges nachzuholen, das in den Bemer-
kungen „zur Einführung“ nicht gesagt worden
ist. Vieles zu versprechen und wenig oder
gar nichts zu halten, lag nicht in meiner Art.
Ich mußte mit ungezählten Schwierigkeiten
rechnen, die auch ein wohlüberlegtes „Pro-
gramm“ sehr leicht Umstürzen konnten. Man
weiß es ja: kaum geht ein Werk in die Öffent-
lichkeit hinaus, so wird ihm ein Bein gestellt.
Demnach dachte ich: je weniger Programm,
desto leichter wird nützliches zu schaffen sein.
An Material kann es im Fach der Gemälde-
kunde niemals fehlen. So brauche ich denn
am Schluß des ersten Bandes auch keine lan-
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