Frimmel, Theodor von [Editor]
Blätter für Gemäldekunde — 1.1904-1905

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Nr. 5.

85

BLÄTTER FÜR GEMÄLDEKUNDE.

Zeichnung von Jos. Danhauser im Besitze der Frau Hofrätin Ella v. Lang.

An der ländlichen Feiertagstracht wurde
festgehalten im Bildnis der Tochter Feld'
müllers, Rosalie, das anbei in Netzdruck
wiedergegeben wird. In diesem Falle leitet uns
wieder des Künstlers Inschrift „Waldmüller
1833“. * **)) Dieses kleinere Bildnis ist ohne Zweifel
in Persenbeug gemalt. Es vererbte sich in der
Familie, gelangte in Kernschen Besitz und
dann an Frau von Bachofen. Seit Jahren be'
findet es sich im Bachofenschlößchen beim
großen Nußdorfer Brauhause. Dort sah ich
auch’1"1') zwei Kopien nach kleinen Bildnissen
von Waldmüllers Hand, deren Originale sich
bei Frau Karoline Bosch in Wien befinden.

Bei Frau Majorswitwe Karoline Heid-
mann in Wien lernte ich noch zwei weitere
Porträte von Waldmüllers Hand kennen, die
ins Feldmüllernest gehören. Es sind die sehr
gelungenen kleinen Bildnisse der Tochter Feld'
müllers, Louise, und ihres Gatten Mayer.
Beide sind signiert und mit der Jahreszahl
1836 versehen.

*) Das Original, auf Eichenholz gemalt, mißt
30-7 in der Höhe, 26 in der Breite. Beachtenswert die
Goldhaube, das graublaue Seidenkleid und der zin-
noberrote, bunt geränderte Überwurf. Signatur und
Datierung stehen rechts in halber Höhe.

**) Neben zahlreichen anderen Bildern aus dem
XIX. Jahrhundert und neben vielen Arbeiten von Adal-
bert Stifter.

Die heutigen Mitteilungen über Wald-
müller seien damit abgeschlossen, daß ich den
Besitzern der nachgebildeten Gemälde, den
Herren Brauereibesitzer Bachofen von Echt,
Dr. Albert Figdor, Prof. J. Gierster, Buch-
druckereibesitzer Fr. Jasper, Herrenhausmit-
glied LudwigLobmeyr und Gutsbesitzer Gaston
Ritter von Mallmann meinen verbindlichsten
Dank für mannigfaches freundliches Entgegen-
kommen ausspreche.

EINIGE ZEICHNUNGEN VON
JOS. DANHAUSER.

In der großen Kunstschau, die 1897 in
Wien dem Andenken des Tondichters Franz
Schubert und der Maler Schwind, Kupelwieser
und Danhauser gewidmet war, fand sich ein
Ölbildchen, das ebenso durch seine Darstellung
wie durch seine Auffassung Interesse erwecken
konnte. Der Astronom Karl Ludwig v. Littrow
und seine Gattin Auguste geborene Bischoff,
nebeneinander sitzend, waren auf dem Ge-
mälde zu sehen. Frau v. Littrow blättert, so
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