Heidelberger Zeitung — 1865 (Juli bis Dezember)

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vernichtend sei.

Viel und heftig klagt der neue Bote der
Kirchenmanner und modernen Demokraten nach
Nückwärls über Jntoleranz und Tyrannei der
herrschenden Partei, die täglich unerträglicher
werde, und nichts wollc gelten lassen, als was
ihr gefällt und frommt. Hr. »Flaschon mag
hier nicht ganz Unrecht haben. in dem Sinne,

. als überhaupt Parteien cxclusiv — oft bis zur
Jntoleranz — gegen alles Andere, was nicht
ihre Färbung trägt — zu sein Pflegen; auch
gehört etwas mchr dazu, nm nicht den Partei-
gebrechen zu verfalleu, als ein bloßer Professor,
Hofrath oder Schuster zu sein.

Herr Flaschon könnte z. B. erkennen, daß,
während er sich über den Parteigeist Üer Go-
haer beklagt, ihm selbst etwas Menschliches be-
gegnet sei, indcm er sogar zur Denunciation
herabsteigt, und den Redakteur der hicsigen
Zeitung ohne Weiteres mit dem d^r wciland
Oberrheinischen Zeitung, eines, wie er angibt,
„ultrarevolutionäreär Blattes" — zusammen-
würfelt. Dieser Hieb, womit Herr Flaschon
gleich eincm andern Goliath einen vcrnichten- ^
hen Streich gegen uns zu führen vcrmcint, ist ^

zwar nur ein Luftstreich *), aber sicherlich nicht
sehr tolerant und parteilos gemeint.

Schlicßlich aber ist unscre End-Dteinung:
der neue Bote aus dem schwarzen Lagcr müffe
das badische Volk in seiner Gesammtheit für
entsetzlich befangen und dumm erachten, wenn
es sich durch solche Geisteskost den Magen ver-
derben ließe. Doch zum Lachen, und damit
zur Stärkung eines gesunden Appetits mag er
bisweilen etwas beitragen.

Vermischte Nachrichten.

JnGlaShofen, Amts Walldürn, hat sich ein wolf-
artiges Nanbthier gezeigt, das schon mehrere Schafe.

hol^ , ^ Hrte . . die M'tt sst de

geschieht nämlich erst am 27. Angust, nnd von diesent
Tagc an bis zum 31. August soll dic Tüchtigkeit der
Brücke erprobt merden und die unentgeltliche Begehung

/ Karlsruhe, 18. August. (Eingcsandt.) Die
Toilettenseifeiabrik von F. Wolsf und Sobn hier hat
sich durch ihre Glycerinseife in der eleganten Well rühm-
lichst bekannt gemacht. Durch die von ihr neuerdings
hergestellten Fettseifcn aber ist auch durch deren auf-
fallend billigen Preis (daS Stück 6 kr., 12 Stück 1 fl.)
neben ihrer vorzüglichen Beschaffenheit als Toilettenseise
allen Klassen Rechnung getragen. Nur durch den
fortwährend großen Verbrauch dieseS Ärtikels und die
bei der Fabrikation angewendeten HilfSmaschinen ist die
außcrordenlliche Wohlfeilheit erklärlich. Jndessen ist das
Fabrikat nicht neu; es wurde bisher unter verschiedenen

Gottesdienst in Heidelberg.

Sonntast, den 20 Aug., Vormittags 9 Uhr, predigcn:

Nachmittags 3 Uhr,

Wochengottesdienst 8 Uhr:

Mittwoch, in der Heiliggeistkirche: Herr Stadt-

Gantedicte.

Gegen Joseph Bodenmüller von Bruchsal, Tagfahr
1. Sept., VormittagS 8 Uhr.

Obrigkeitliche Bekanntmachungen und Privat-Anzeigen.

Großh. Amtsgericht Wiesloch.

Nr. 6274. Heinrich Bender von Malsch, Ka-
nonier im Gr. Keldartillerieregiment, ist beschuldigt,
seine Garnison am 27. April d. I. ohne Erlaub-
niß verlaffen zu haben und wurde von Gr. Staats-
anwaltschaft die Einleitnng des Strafverfahrens
wegen Desertion gegen ihn beantragt.

Zur Verhandlung ist Tagfahrt auf Mittwoch,
den 20. September d. I., 8 Uhr, anberaumt; der
abwesende Heinrich Benver wird hiezu.mit dem
Anfügen auf diesem Wege vorgeladen, daß tm Falle
seines Ausbleibens nach dem Ergebniß der Unter-
suchung das Urtheil gefällt werden wird.

Wiesloch, den 16. August 1865.

Gr. Amtsgericht:

H ö r d t.

' Bcck.

Die Ferienschule

an der hiesigen höheren Bürgerschule
nimmt ihren Anfang nächsten Montag, den
21. August und wird 4 Wochen lang jeden
Tag von 8—10 Uhr Morgens gehalten. Die
Schüler genießen Untcrricht in verfchiedenen
Gcgenständcii, im Fertigen ihrer Ferienaufgaben
und werdeu durch Vorlesen unlerhalten. Da
die diesjährigen Ferien dcr Philologenveriamm-
lung wegen ctwas längcr dauern (7 Wochen),
so wäre es besonders wünschenswerth, daß na-
mentlich die jüngeren Schüler, für welche diese
Anordnung hauptsächlich getroffen ist — indem
für sie eine so lange Pause am meisten Nach-
theil hätte — diese Ferienschule recht zahlreich
besuchten.

Sinsheim.

Ohmdgrasversteigerung.

Wir versteigern das Ohmdgras von den kir-
chenärarischen, in Selbstbewirthschaftung stehen-
den Wiesen, nnd zwar am

Donnerstag, dcn 2L. August d I ,

Vormittags 8 Uhr,

von 69 Morgen 1 Viertel 63 Ruthen auf
Sinsheimer Gemarkung, auf den Wiescn beim
untern Thor anfangend;

am Freitag den 23. August d. I.,

Vormittags 8 Uhr,

von 45 Morgcn 3 Viertel 65 Nuthen anf
Rohrbacher und SteinSfurther Gcmarkung, wo-
bei der Ansang bei der Nohrbacher Mühle ge-
macht wird. Zugleich kommt an diesem Tag
auch der diesjährige Ertrag verschiedener jun-
ger Zwetschgcnbäume- von den Brühlwiesen,
Steinsfurther Gemärkung, zur Versteigerung.

Sinsheim, den 17. August 1865.

Gr. Stiftsschaffner:

' Banz.

bei

Vuten Ochsemnaullalat

Bal. Geiger, VkLronlier.

Eintadung.

Die Untcrzeichneien haltrn eS sür zweckniäßig,
daß zum Bchufe einer Besprcchung übcr die
Aufgabe und Wichtigkeit der Krcisvcrsammlun-
g-n u»d der am 4. küustigen Monats stattfin-
dende» Wahlmännerwahlen kine allgemeine Ver-
sammlung abgchalten wcrde, und erlaubcn sich
hierzu dic Wählbercchtigten des. Amtsbezirks
Heidelberg

nächste» Sonntu-t, ten 2V. d. M.,
Nachmittägs 3 Uhr,

einzuladen.")

Nluntschli, Bezirksrath.

Arausmann, BezirkSrath.
tralligs, LezirkSrath.

Pagcnstecher sain, Bezirksrath.

Hornung, Geineinderath.
kitzhaupt, L., Gemeinderath.

Ichaaf, Ph., Gemeinderath.

Trau, I. K., Gcmeindcrath.

Kepxter, Mitglicd deS kleinen Ausschusses.
Landfried, Zd., Mitglicd deS klciiien AuSschusses.
Mays, Mitglied dcs kleinen AuSschusseS.
Neiffei, Mitglied dcs klcineii Ausschusscs.

Groffh. Bezirksamt WieSIoch.

Nr. 4922. Skbastian Hambcrger, Küfer und
Bicrbrauer von Malsch, will nach Amrrika. Alle

den aufgcfordert. diese längstenS

Dienstag, dcn s. Scptember,
frük 9 Uhr,

^WiM°ch/bc7^

I. Eberle, Akt.

Schasweide-Ver-achtung.

weide pro Michaeli 186Z/68 auf hicsiger Ge mar-
kung, welche mit 3W Stück Schafen betrieben wer-
den darf, wird auf dcm Nathhanse dahier
Donnerstag, den 31. d. M.,

Mittags I Uhr,

öffentlich versteigert, wozu die Liebhaber einladet.
Baierthal, den 17. Al,gust^865.^

(1) W. Goos.

Kirchweihfest in Ladkliburg.

Zu dem am Soimtag, den 20. und Montag, den 21. d. M. stattfindenden Kirchweihfest
laden freundlichst ein ^ dj<- säniNItllchrtt Wirthe.

S»" Auch ist die Anordnung getroffen, daß der Nachtzug an diesen heiden Tagen um
1 Uhr 7 Min. anhält.

Frenvillige Feuerwehr.

Die Wahl eines Fahnenträgcrs dcs Corhs,
sowie die eines Beigeordneten dcr Waffermann-
schast wird Sonntag, d,n 2«. b. M.,
Vormittags 1 <> Uhr, ans hiesigem Rath-
hause vorgcnommen.

Nachdem dic bctrcffenden Wahlzettcl dcr
Mannschaft zugestellt, wird dieselbe hiermit rns-
gefordcrt, bei dieser Wahl zahlreich nnd hünkt-
lich zu crscheinen. f2)

Das Commando.

Nan;-NntemM.

Mit dcm 1. September beginnt der Winter-
Cursus, zu deffen gesälliger Theilnahine hier-
mit ganz ergcbcnst einladct

Herrmann Lüders,

UnivcrfftSts-Sanztthrrr.

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eine gntc und billige Obstmühle zn verkausen.

Tanz-Unterritzt.

Der Tanzcursus beginnt mit 1. September
wie bishcr, und lade ich zur gcfälligcn Theil-
nahmc hierdnrch frcundlichst ein.

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f2s' academischer Tanzlchrer.

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