Heidelberger Zeitung — 1865 (Juli bis Dezember)

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Utidelbergtr Zeilung.

KreisveMndigungsblatt für den Kreis Hcidelberg und aintliches Äerkündigungsblatt für dic Aints^ und Amts-
Gerichtsbczirke Hcidelbcrg und Wicsloch und ücn Anttsgerichtsbezirk Neckargcinünd.

N- 2S2. Dienstag, 12. December

* Politische Umschau.

Die Vorstände und Delegirtcn der südöst-
lichen schleSwig-holsteinischen Vereine haben in
einer Vcrsammlung zu FlenSburg beschlossen,
daß eS eine heilige Pflicht SchleSwig-Holsteins
und DeutschlandS sei, allcn Denen, welche we-
gen ihrer patriotischen Haltung Schaden leidcn
sollten durch Maßregeln der gegenwärtigen
Machthabcr, volle Entschädigüng zu Theil wer«
den zu lassen. Eine improvisirte Sammlung
ergab ca^220 Mark.

Der „Temps" erfährt, daß die päpstliche Ne-
giernng, angesichtS der bedenklichen Finanz-
und Mnnzkrise, in den letzten Tagen in PariS
einc Anleihc von 9 Mill. Scudi (45,000,000
Fr.) abgeschlossen hal.

Nach der „Nazione" hat die ital. Regierung
von Seitcn GriechcnlandS die berechtigte Ge-
nugthnung erhalten für die Beleidigungen,
welche der Polizeidirector von Athen, Herr
BratzariSS, dem ital. Viceconsul, Hrn. Gemi-
niano Malavni, zugefügt hatte.

Die officielle Zeitung in Florenz veröffent-^
licht die Decrete bezüglich der Einführung der
neuen Gesctzbücker, die mit dem 1. Januar in
Kraft trcten. Jn einem Monat wird also dic
Civilehe in ganz Jtalien eingeführt, der letzte
Rest von kirchlichcr GcrichtSbarkeit bcseitigt sein
und, ohne daß man davon spricht, ohne daß
eine Hand des Widerstandcs 'sich regt, eine der
wichtigsten Nevolutionen vollzogen sein.

Die ofstcielle Florentiner Zeitung stellt die
Nachricht, welcher zufolgc sich in Florenz die
Cholera gezeigt hätte, in Abrede.

D e u t s ch l a n d.
Karlsruhe, 9. Dcc. Das heute erschie-
ncne Negbl. Nr. 57 enthält (außer Personal-
nachrichten):

I. Verfügnngcn und Bckanntmachungen der
Ministerien. 1) Bckanntmachungen deS großh.
MinisteriumS des Jnnern: a) Verordnung: Die
Abhaltung von Tanzbelustigungen bctrcffend.
Dadllrch wird anf Grund dcr §§ 60, 61 und
134 des Polizeistrafgesetzbuchs verordnet:

8 1. Wirtbe, welche öffnnliche, d. i. solche Taiizbe-

Lorschrifi sind bei besoiideren Anlässen gestarlek, nament-
lich: 1) in den Fällen deS 8 2, 1—4; 2) an dcm
Svlvesterabend; 3) bei BäUen in Slädten; 4) bei

am Buß- und Belta>;. *

8 ^6. Die Vorschrislen de- 8 5 finden anch auf Tanz-

gesteUt. ° ^ b S g s) ss

8 7. Wirthe, welche bei Tanzbelustigun.zen in chren

b) Die Apothekerlicenz des Gustav Döll von
Karwruhe betreffend. 2) Bekanntmachungen
des großh. Handclsministeriums: ri) Die Er-
richtnng ciner Eisenbahn-Hochbau-Jnspcction in
Donaueschingcn betreffend. l>) Die AuSgabe
eines Gencralverzeichnisses sämmllicher Entfer-
nungcn für die badischen Bahnen betreffend.
3) Bekanntmachungen des großh. Finanzniini-
steriumS: s) Dic Serienziehung sür dic 80.
Gewinnziehung des Lotterieanlehens von 14
Millionen Gulden in 35 fl.-Loosen vom Jahr
1845 betreffend. 6) DaS Ergebniß.der im
Ockober d. I. stattgehabten Prüfung der Ca-
meralcandidaten betrtffend. Darnach sind von
den Cameralcandidaten, welche sich im October
d. I. der StaatSprüfung unterzogen haben,
nachstehende z ehn unter die Zahl der Kameral-
praktikanten aufgenommen worden: Heinrich

Aeber -ie Trichinenkrankheit
veröffkntlicht das H Staatsministkrium, Abtbei-

der haben dikselben in zahlreichen Fällen auch den
Tvd der Erkrankten hkrbeigefübrt. Im Publikum

Die ersten Beobachtungrn über diese Krankheit
machte man im Iahre 1827. In dem rothen
(Muekeln-) Fleische deS Menschen fgnd man kleine,
weißc, dem bloßen Auge aber noch erkennbare
Punkte oder Klecke, welche fich alS abgeschloffene
kalkreiche Kapseln crwiesen, tn denrn je ein kleiner,

drshalb ^rietlili» spirslis. Woher diesk Würmer

Maulwürfen rc., stellte Untersuchungen mit der
Fütterung des Fleisches solcher Tbiere an und fand,
daß die Ffittrrung mit solchem trichinenhaltigen

Fleische zur Folge hatte. (Forts. f.)

Dem „Moniteur de l'Armce" schreibt ein Corre-
sponbent auS Tien-Lfing über die dortige Einrich-


Wohlgemuth von Untergimpern, Peter Welde
von Wieblingen, Gunav Scherer von Freiburg,
Heinrich Mampel von Kirchheim, Otto Noman
von KarlSruhe, Otto Danner von Pforzheim,
Karl Thiergärtner von Baden, FranZ Bühler
von Offenbnrg, Alfred Hasenohr von Endingen,
Nobert Baumstark von Freiburg. e) Die Til-
gung deS auf 3^/zprocentige Obligationcn auf-
genommenen Eisenbahnanlehcns von 1842 be-
trcffend. 3) Die Rückvergütung der Steuer
von Branntwein und Weingcist, welcher zur
Bereitrmg von Essig oder Leuchtgas verwendet
wird. bctreffend.

II. Totrsfälle. Gcstorben stnd: Am 6. v. M.
der evangel. Pfarrer Karl Nein in Nonnen-
weicr; am 10 v. M. der pensionirte Stabs-
Pfcrdearzt Stahl in Karlsruhe; am 18. v. M.
der großherz. Oberamtsrichter Fr. Achert in
Donaueschingen; am 20. v. M. der großh.
OberamtSrichter M. I. Beck in Lahr; am 23.
v. M. der pensionirte Oberamtmann Betz in
Baden; am 27. v. M. Canzleirath Leopold
Bellosa in Mannheim.

Karlsruhe, 9. Dez. I. K. H. die Groß-
herzogin ist aus Vevey wieder hierher zurück-
gekehrt.

Karlsruhe, 9. Dez. (5. öffentliche Sitzung
der 2. Kammer.) Vorsitz: Hildebrandt. Am
Miniftertische: StaatSministerDr. Stabelund
StaatSrath Dr. Lamey. Nach Eröffnung der
Sitznng wird dcr neu eingetrctene Abgcordnete
Henne (Landbczirk Pforzhcim) becidigt. Der
Abgeordnete Frick bcrichtet Namens der Druck-
kommission über dcn mit dcr Buchdruckcrei von
Fr. Gutsch dahier (in seinem und der übri-
gcn hiesigen Bnchdruckereibesitzer Namen) einst-
weilen abgeschlossencn Vertrag über den Druck
und Verlag der für die 2. Kammcr crforder-
lichen Drnckarbeiten. Der Vcrtrag ist der
frühere, dagegen vermehren sich die Kostcn für
den Bogen um 54 kr. (13 fl. 22 kr ), weil
die Sctzer überall eine Lohnaufbcfferung von
1 kr. für 1000 n erhalten haben und anch
statt 165 jetzt 180 Excmplare dcr Kammer-
verhandlungen gelicfert werden sollcn. Die
Kommission beantragt Bcrathung in abgekürz-
ter Form und Genehmigung des Druckvertrages.
Die Kammer nimmt diesen Antrag ohne Be-
sprechnng an.

Staatsrath Dr. Lamey legt hierauf die
Ausfertigung der allcrhöchsten Bcstätignng der
Präsidentenwahl auf den Tisch des Hauses.

lristet wrrdrn. Ieder Kaufmann muß eincn Mann
zum Drandplatze senben. Urbrigens sind die Rollen
vertbeilt; die einen tragen dte Spritze, andere die

die Laternen, TagS die Fahnen, und endlich —
diese letztrren Aufgaben fallen MkistenthrilS den
Iungen von der Straße zu — lassen andrre die
Gongs ertönen odrr schütteln kie Knarren. Sobald
ein Braod fich bemrrkbar macht, benachrichtigt der
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