Heidelberger Zeitung — 1865 (Juli bis Dezember)

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überlragen sei, aus Hebung unserer Viehzucht
durch Veredlung der Race einzuwirken. Es
wird beschlosien, die. betreffende Eingabe der
Regierung zur Erwagung empfchlend mitzu-
theilen. Bei der Verhandlung macht sich der
Gedanke der Verlegung der StaatsveterinLr-
anstalt von Sluttgart nach Hohenhcim geltend.
— Hierauf kommt zur Berathung die Nach-
exigeuz zum Anbau des Stuttgarter Bahnhofs.
Nach der dem Bericht angehängten Uebersicht
betragen dic Gesammtkosten dicses Umbaus
3,806,340 fl. Die Commisiion beantragt Ge-
nehmigung. Dieser Antrag wird nach län-
gerer aber nichh.besonders intereffanter Debatte
angenommen.

Leipzig, 15. Zuli. Herr v. Beust ist gestern
Abend aus Dresden hier eingetroffen und con-
ferirte mit dem bayerischen Minister Herrn
v. d. Pfordten. Heute Abend reist er zurück.

Berlin, 15. Juli, Abends. Die „Natio-
nalzeitung bringt nachstehende Mittheilung aus
Florenz: Jn einer Note an ihren Gesandten
in Berlin wies die italienische Regicrung' die
Bemerkungen Sachsens über eine Trennung dcr
politischen und der commerciellen Fragen in
den Unterhandlungen zwischen dcm Zollvcrein
und Jtalien zurück und beharrte darauf, in
keine Unterhandlung einzutreten, der nicht die
Anerkennung Jtaliens vorangegangen sei.

Brewen, 14. Juli. Seit heute Morgen
herrscht die größte Geschaftigkeit in allcn Thei-
len der Stadt. Schon gestern hatten manche
Wohnungen ihre Ausschmückung angelegt,Krän-
ze und Flaggen. Die Zahl der Fremden mehrt
sich. Diesen Morgen ist das Dampfschiff des
Nordd. Lloyd „Bremcn", an dessen Bord sich
die aus Nord-America erwarteten Schützen be-
finden, auf der Weser eingetroffen. Die Bremer-
havener, die ebenfalls große Zurüstungen gemacht
haben, werden ihre Gaste wahrscheinlich erst mor-
gen früh freigeben. Das Wetter ist der Art,
daß man nur wünschen kann, es bliebe so.

Bremen, 15. Juli, Abends. Der Frank-
furter Schützenzug mit der Bundesfahne ist
heute Nachmittag nach 3 Uhr hier eingetroffen
uud wurdc mit Begeisterung empfangcn. Alle
HLuser sind decorirt. Die Witterung ist sehr
schön.

F r a n k r e i ch.

Paris, 14. Juli. Mehrere Zournale be-
haupten, die Anleihe der Stadt Paris sei an
den Credit Mobilier begeben.

G rr g ! u n d

Southampton, 13. Juli. Der „Tasma-
nion" von Wcst-Jndien kommcnd hat 1,773,505
Dollars mitgebracht. Unter den Pasiagieren
befindet sich die Königin Emma, die Wittwe
des Königs von Honolulu, Kamehameha, be-
gleitet von einem auf besonderen Befehl der
Königin Victoria abgesandten CommissiLr. —
Die Zwistigkeit zwischen Spanien und Chili
ist auf freundschastlichen Wege beigelegt. Die
Bedingungen des Arrangements sind ehreuhaft
für Chili und genügend für Spanien. — Jn
Bolivia ist cine dritte Revolution zum Aus-

bruche gekommen. Der PrLsident Moligarajo
ist von La Paz entlassen. Man glaubt, dieser
Platz werde von den Empörern heimgesucht
werden. Die der Regierung treugebliebenen Per-
sonen haben ihre Häuser und ihre Güter ver-
lassen. Die insurrectionelle Bewegung dauert
in Peru fort. Die Wiedercinnahme von Azica
und Tacna seitens der Truppen der Regierung
hat keincn weiteren Erfolg gehabt. General
Canseco, Vicepräsident der Nepublik, ist unter
dem Schutze des Consuls der Verein. Staaten
von Lima entkommen und hat sich zu den Em-
pörern begeben. Zm Süden verliert die Regie-
rung überall Boden. Die Empörer marschiren
mit bedeutender StLrke gegen Lima. Ein Com-
plott, welches zum Zwecke hatte, die spanische
Panzerfregatte „Numancia" in die Luft zu
sprengen, ist in Callao entdeckt worden. Viele
Personen sind verhaftet worden. Jn Ecuador
ist Revolution ausgebrochen. General Urbina
hat die Empörer bei Salvador geschlagen.

K ch w e i z.

Frauenfcld, 13. Zuli. Man hofft, daß
binnk» kürzcster Frist 12,lXD Untcrschristen
für die Seithal - Bahn zusammcn sein werden
nnd betrachtet die letzters alS gesichert.

P o r t » g a l

Lifsabon, 13. Zuli. DaS Ergeiniß der
Wahlen ist jetzt bekannt geworden. Nur an
wenigen Orten hat die Opposition den Sieg
errungen; die große Mehrzahl der „eugewählten
Dcputirten ist der Regierung günstig.

Skeueste Nachrichten.

Neuyork, 8. Zuli. (Mit dcm Dampfer
„Asta.") Payne, Harrold, Atzerott uud Ma-
dame Suratt wurden zum Tod verurtheilt.und
werden morgen gehängt; Mudd, Arnold und
Olaughlin sind zu lebenslänglichem, Spangler
ist zu fechsjährigem Kerkcr »erurtheilt. — Aus
Veracruz wird unterm 23. Juni gemeldet: Die
Situaüon dcr Kaiferlichen ist günstig. Der
Kaifcr Marimilian hat ein Manifest crlasfen,
welchcS die religiöfe Erziehung den Priestern
überläßt und sagt, der Staat werde stch in reli-
giösc Sachen nicht einmifchen.

Alexandria, 13. Zuli. Zn Cairo ist die
Cholera 'im Abnehmen begnffen. Zn Alerandria
kamen hcute nur 43 Tvdcsfälle »or. — Die
indo - englische Post ist im Rückstand wegen
stürmifchcn Wettcrs.

Paris, 1». Juli, Abends. Die „Patric"
metdet: Wegen eines leichten Unwohljeins des
kaiscrlichen Prinzen find der Kaiser nnd dic
Kaiserin hrnte nicht abgereift. Der Kaiser geht
crst morgen nach Fontaineblcau. Ein Theil
der Anleihe von Paris ist dem Ercdit Mobilier
bcgeben.

Paris, 16. J»li, Morgens. Die Parijer ,
Anieihc wird im Wege der öffentlichen Sub- ^
scriptivn direct von der Stadt begeben. Der i
Vertrag mit dem Credit Mobilier hat einzig l
den Zweck, das vollständige Resultat dcr Emis- j
sion zu sichern. — Der „Moniteur" meldct

ans Florenz, daß der Graf v. SartigeS nach
Valdieri gegangen ist.

Aus Baben. Das Anzeigeblatt für die
Erzdiöcese Freiburg enthält rine Vcrfügung
deS erzbischvslichcn Ordinariats, wonach um
glückliche Enlbindllng der Frau Prinzessin W i l-
helm in allen Pfarrkirchen deS LandeS mit
dem allgem. Gebete eine Fürbitte zu verbinden
ift. — Der Gewerbeverein in Waldkirch vcr-
langl das Bcibehalten deS verpflichtenden Be-
fuchs der Gewerbeschnlc. Auf einem Stimm-
zettel stand: „Ucb' den Zwang; Gibt's ein
Mannl Jal" Ebenso sprach sich auch der
Gewerbschulvorstand für daS Fortbestehen des
Gewerbschulzwangs auS. — Dcr Gemeinderath
«on KarlS ru hc hat den Ruhegehalt deS Ober-
lehrers Peitz aus freien Stücken um 1lX> fl.
erhöht. — Anf demverbrannten Schiffe „William
Neljon" besanden sich auch drei junge Lente
aus Gamburg, dic sich nach America begeben
wollten.

vermischte «achrichten.

Frankfurt, 13. Juli. Auf Aufforderung des hic-
stgen RabbinerS, 0r. Geiger, zur B-spr-chung üd-r
allgcmeine. daS Judenthnm bctteffende Angelcgenhci-
len hat stch am gcstrigen Tage IM Krel« achtbarer
MLnner ans^ dcn ^verschiedensten LebenSstellungen von

lebcn in daS Bacerland, daS Bewußtsein thrcc retigiosen
halte. b ^

Seit ctwa 8 Mvnaten stnd in Bcrtin ungcfähr tau-


Qeffentliche Anfrage.

ihreVerpflichtungen gegen den Staat zu erfüllen.
Nr. 163 vom 14^Jul,^ die pflichtige^, StaatS-

Fremdenfrequenz in Heidelberg.

Jn Gasthöfen ^ Jn Privathäufern
3860_ 17

Summa: 3877.

Hierzu die früheren 15,297.

Jm Ganzen 19,174.

Obrigkeitliche Bekanntmachungen und Privat-Anzeigen

Großh. Amtsgericht Heidelberg.

Nr. 15140. I. Ü. S.

gegrn

Georg Lacher von Heidelberg,

Franz Ludwig Watdemaicr von St.
Zlgen,

Johann Georg StüHinger von Lei-
men,

Aohann Bernhard WiederShetmer
von Heidelberg,

Earl Gerber.von Heidelberg,

Carl Frichrich Kolb von Heidelberg,
Fra^ Wilhelm GeierhaS von Nuß-

Georg Julius Wolf von Doffenheim,
Peter Phtlipp Träumer von Kirch^
heim,

Iohann Georg Felir Renner von
Heiderberg,

wegen Refraction
wird Tagfahrt zur Haupwerhandlung auf
Mittwoch, den 30. August,

Morgens 9 Uhr.

angeordnet und werdrn htezu die Angeschuldigten
mtt dem Andrvhen vorgeladen, daß im Faüe ihres
«usbleibens daS Urtheil nach dem Ergebniß der

H Hridew'erg, den^ 13^ Iuli"'/86ö!'

Großh. AmtSgertcht:

H. Süpfle. ^ ^ ^

Arbeiten-Vergebung.

Nr. 3678. Die Lerstellung eineS Widerlegers
des Abzugdohlens lm Mörtelsteiner Tuunel, be-
ftebcnd m ^

Steinhauerarhett ^ ^ . . 880 fl.

Gesammtanschlag: 1760 fi
soll im Soumissivusweg an einen Meister ver-
geben werden.

Hierru LuKtragende wollen ihre Angebote in
Procenten des VoranschlagS ausgedrückt, verfiegelt
und portofrei langstrns bis zum

22. d. MtS., Morgens 9 Uhr,
auf d«m technischen Bureau der unterfertigten Stell«
einreicken und können dafelbst bis rur SoumiffionS-
eröffnung auch Voranfchlage und Dedingungen ein-
grsehcu werden

Heidelberg, den 14 Iult 1865.

Großb. Effenbahnamt:

Der Borstand: Der Bez.-Ingenteur:

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