Heidelberger Zeitung — 1865 (Juli bis Dezember)

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Al-xandria, 27. Zuli. Gcstern 2 Todcs-
fallc an der Cholera.

Wien, 28. Juli, Vormittags. Die amt-
liche „Wiener Zeitung" veröffentlicht das Fi-
nanzgesetz für 1865. Die Staatsräthe Schnned
und Fließer sind pensionirt. Dic „Ostdeutsche
Post" vernimmt, daß der bisherige Polizeimi-
mstcr Mecsery zum Präsidenten, v. Laffer
zum Viceprasidenten des Staatsraths designirt
sei. — Dic Herren v. Holzgethan und v. Hock
sollen Staatsräthe werden.

Wien, 28. Juli. Graf Bloome ist in
Specialmission nach Gastein abgereist.

Paris, 28. Juli, Morgens. Nach dem
„Moniteur" ist dcr Zins der L-chatzscheinc auf
1i/z und 2 pCt. festgesetzt.

Aus Baden. Nach der „Kass. Ztg." hat
ver Badearzt Geh. Medicinalrath Dr. Beneke
in Nauheim einen Ruf nach Badcn-Baden an-
genommen. — JnStetten bei Lörrach wurde
den 25. Juli am Jakobitag bei Sonnenwirth
Ofenhausle dahier neuer selbstproducirter Wein
verkostet und von sämmtlichcn Anwesenden, etwa
50 Bürgern, für sehr gut befunden, was denn
auch Veranlassung gab, das Jaköbifest recht
fröhlich und bis spät in die Nacht zu feiern.

Universitärs - Srachrichten.

Der Profesior Dr. Rindfleisch zu Zürich ist
zum ordentlichen Profesfor in der medicinischen
Facultät der Universität zu Bonn ernannt
worden.

/X Vom Neckar, 21.Juli. Dcr „Bad. Beobachrer"
kheill in Nr. 162 mit, daß zwischen dein Psarrer in S.
bei Mannbeim und dcn weltlichen Mitgliedern dcs OrkS-
schulraths ein Sireit über den On, wo die OrkSschul-
rathSsiyungen abgehalten merden sollen, entstanden sei.
Der Pfarrer. welcher nach Mittbeilnngen d. Bl. nur
auf .„dringenden" Wnnscb des OberkirchenralhS den Vor-
sitz übcrnommen habe, will dic Sitzunzen im Pfarr-
haus halten nnd die gegnerische Teite will sie auf dem
Rath hauS gehälten wissen u»d wird darin vom Kreis-
schulrath uirterstützt. DieseS Blatt knüpst nun daran
nach seiner bekannten Logik einige Folgerungen, die wir
hier nickt übergehen konnen. Es fäbrt also fort: „Es
ist zu verwnndern (!!), daß derselbe (der KreiSschulrath)
dieser Diffcrenz nicht im Sinne (!) der EonfessionSschule
zuvorkommt. Denn will man die Confessionsschüle^so

daß er auf daS RalhhauS geht. Zu verlangen, daß daS
RathhailS der Ort zu den Sitzungen j'ei. hat im Hinter-
grund die Jdce der Gemeindc- oder Communalschule,

Das Amt eines Schoffen hatte Hr. Apotheker Neu-
maier uud Gemeindcrath MatheS Müller von hier.

gräflich bad. Forstgehilfen Kilian Kinzer vou Max-
WilhelniShöbe gcgen Dalent. SchLfer, Mich. Schäfer,
Georg Barth, Adam Schäfer, Konrad Haged»rn

kränkung Beide Parthieen waren durch Rechtsamvälte
vertreien, Kläger durch Hrn. Arnold und die Beklaqten
durch Hr». Z ut t von Mdsbach. Die von beiden Theilen
berufene Zeugenabhör, sowie die interefsanten Vorträge

: Eberbach, 24. Juli. Dem in Nr. 162 JhreS

>( Aus dem Amtsbezirk SinSheim, 24. Juli.

^SinSheir^

* Heidelberg, 28. Juli. Zur Enzänznng unserer
noch ^daö Ergebnch vom 1. Mai 1864 bis dahin 1865

Kleinlein, Jakob. .
Rapp, Theodor . .
Maier, Jakob. . .
Heinz, Franz . . .
Siegel, Jakob. . .
Kolb, Jakob . - - -

235.970 Maas
235,840 „

170,630 .

159,350 „

100,800 „
89.250 .

72,430 „

70.560 .

1966 fl. 25 kr.
1965 „ 20 ..
1588 „ 35 „
1327 „ 55 .
840 „ -
743 „ 45 „
003 . 35 „
588 „ - .

Southampton, 26. Jnli. Das Postdampfschiff deS
Nordd. Lloyd „Amerika", Capk. H. Wessel«, welche-
Newyork am 15. Juli verlassen hatte. passirte heute
10^4 Uhr VormitlagS nach 'einer schnellen Reise von 10
Tagen Hurstcastle. Daffelbe bringt qußer der neuesten
Po,t 448 Passagiere nnd volle Ladung. (Mitgecheitt
durch.die Agentur deS Hrn. Conrad Herold in Mann-

Obrigkeitliche Bekanntmachungen und Privat-Anzeigen.

Die oröentliche Conscription für das Jahr 1866 betr.

Da nunmchr die Vorarbeiten zur ConscriPtion für das Jahr 1866 beginnen, werden in
Gemäßheit des § 17 d-s ConfcriptionSgesetzeS vom Zahr 1825 alle Badencr, welche in der
Zeit »om 1. Januar bis 31. Dezember 1865 das zwanzigste L-benSjahr zurüSgelegl habdn
«der zurücklegen, hiemit aufgesordert, sich bei dem Gemeinderach ihres Orts zu mclden oder
anmelden zn lassen, und ihre Zntcressen bei der Vorbcreitimg dcr AuShebung nach Vorschrift
des Gesetzes und der Vollzugsverordnungen rechtzeitig zu wahren, sofort aber Hatestrns am
31. Oktobcr d. Z. stch zu Hause emzufindeii, UIN auf Vorladung vor der Aushebungsbchörde
oerjvnlich crscheinen zu können oder aber b-i Zeiten vie ErMrung abzugebcn, daß, ivenn sie
durch daS Loos zum Dienst gerufen werden, ste cinen Mann einstellen, widrsgenfalls in Er-
maiiglung eines nach § 22 des Conscriptionsgesetzcs untauglich machende» Gebrechens dicsclben
»ls tauglich angesehen und — falls ste das Lods zum Milttärdienst trifst — nach Borschrift
dcS I 4 des Gejetzes vom 5. Oktvbcr 1820 als Ungehorsame behandelt werdcn sollen.

Die Großherzoglichen Bczirksämter wctden braustragt, für die Bekauntmachung oorstcheu-
der Aufsorderuug auch durch die Lokalblättcr und aus die für Verkündigung iu den einzclnen Ge-
meiudeii vorgeschriebcne Weise Sorge zu tragen.

Karlsruhe, den 20. Zuni 1865.

Großh. Ministeriuin des Znneru:

(gez.) A. Lamey.

v<>>. Baumgärtuör.

Vorstehendeu Ministerial-Erlaß bringen wir in Fdlge bczirksamtlichen AuftrageS »om 24.
d. M., Rr. 15,664, zur öfsentlichen Kemitniß, mit der Austorderung an alle hierher gehörige
Pflichtige, beziehungsweise deren g-setzliche Vertreier, sich, sowsit di-s nvch nicht geschehen,
binncn acht Tagen
zur Ausnahme in dic Vorbereitungsliste bei uns zu melden.

Dabei wird erinnert, daß DienstbcsreiungSgesuche wegen Unentbehrlichleit sür die Fnmilic
längstens bis zum Ablaufe des 8tLgigen Auslagetermins der Aufnahmsliste, also längstens bis
Mitte August d. I., eingereicht sein müssen, spälere Gesuche aber nur dann angenommen wer-
den dürscn, wenn ste durch ein inzwischen eingetreteneS Ercigniß unterstntzt sind;

serner daß

I-der Pflichtige dic Bcrbindlichkeit hat, während der Ziehungstagsahrt oder längens inncrhalb

Tagen nach derselben dem Conscriptionsamte s-ine etwaigen iinßeelich »icht etkennbnre»
Kebrechen anzumelden und Beweir dafür anrutreten, bei Vermeiden anaemessener Geld- oder
G-sLngnißstraf-. ' .

H-idelberg, den 26. Juli 1865.

, Der Gemeinderath

als Borbercituizgsbehörde zur Conscription:

Hostftseiaer.

Großb. Bczirksamt Wiesloch.
Anfforderung.

Lr. 4SÜI. Die Sfther Meier von Baierthalivtll
nach Amcrika -riSwandern. Aftr Diejeoigrn, wrlchr
Ansprüche an dtesrlbe haben, wcrden aufgefordert,
dicfe längstrns

Freitag, de» II. Auaust,

Morgens 9 Uhr,

anher anzunrriden, widrigenfaüs ihnen nicht Mkhr
?u ihrer Befricdigung verholfen werden kann.

Wrrsloch, den 28. Zuli I8SS.

Gr. BrzirkSamt:

3. «b-rle.

VersteigerungszmücknahMe.

Dte gegen Müllermeister Philipp Wetkum von
Rohrbach auf Montag, den 31. Iuli 1865, Vor-
mtttags 9 Uhr, auf vem RathhauS in Rohrbach
angcordnete ZwangSliegenschaftSverstetgerung findet
nicht statt.

Hetdelberg, den 25. Iult 1865.

Der VollstreckungSbeamte:

Led erer.

Dienstag, den 1. August,
Nachmittags 2 Ahr,

werdcn in dem Universttätskell-r (Angustiner-
straße Nr. 2)

8 Stück gutgehaltene Aas°
ser, 3'/- biö 88 Ohm hal-
_ tend, nebK Faßlager,

an dcn Meistbietenden »erfteigert.

NSHere Auskunst ertheill H-rr Ober-Pedell
Kaiscr. _ss2p

Der Anterzeichnete

macht hiermit dte ergebene Anzetgr, daß er fich da-
hter zur Ausüvung der Gesammtheilkundc nieder-
gelassen hat. Wohnung bei Herrn Schreinrrmet-
strr Hang neben dem AmtsgrrichtSgckiäude.
Reckargemünd, den 27. Iukt 1865.

(2? W. Dollweiler, prerkt. Arzt.
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