Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 9.1893-1894

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1 cm
facsimile
Motograplstsclic WcihngcljtKarbeitcn.

von vr. 2l. Mi et he (Rakbenow).

^ie Photographie bietet ihren Jüngern viel-
fache Gelegenheit, hübsche Weihnachts-
gaben durch ihre Kunst herzustellen, die an
Originalität und Wirkung bei einigem Ge-
schmack des Verfertigers ihresgleichen suchen.
Wir glauben unfern Lesern einige Vorschläge
machen zu dürfen.

Lichtschirme aus Milchglas.

Auf eine gewöhnliche Trockenplatte oder
noch besser Diapositivplatte wird ein passen-
des Landschafts-, Gruppen- oder Porträt-
negativ im Kopierrahmen kopiert, nachdem
man durch eine ovale Maske aus Stanniol
oder schwarzem Papier, welche man zwischen
Negativ und Platte legt, dafür gesorgt hat,
daß ein breiter weißer Rand unbelichtet
bleibt. Man belichtet und entwickelt wobei
man bei Anwendung gewöhnlicher Lrocken-
platten dafür Sorge trägt, daß kein Schleier
entsteht (Bromkaliznsatz), fixiert in saurem
Bade und wäscht aus. Das getrocknete
Diapositiv wird dann mit Leinöl auf der
Schichtseite bestrichen und mit Lackölfarben
in der von uns beschriebenen Weise leicht
koloriert. Diese Arbeit nimmt man am
besten bei Lampenlicht vor, damit man die
Wirkung beobachten kann. Dann wird das
Bild mit einer gleich großen Milchglasplatte
bedeckt, auf der man ebenfalls mit Lackfarbe
eine passende Umrahmung malen kann und
durch einen Bleirand*) verglast. Das Bild
wird entweder an Kettchen um die Lampen-
glocke gehängt oder mit einem passenden
Ständer versehen.

Iveihnachtskarten.

Die hübsche englische Sitte der Christ-
mas-cards bürgert sich in Deutschland mehr
und mehr ein und bietet dem Amateur-
Photographen Gelegenheit, Kunst und Ge-
schmack zu zeigen. Man kann solche Karten
sehr hübsch in Eisenblaudruck (am besten
eignen sich See- und . Winterlandschaften)
Herstellen, wobei man. passend^ yignettiert.
Ein wunderhübscher Effekt läßt sich auch
folgendermaßen erreichen. Als Grundlage
dient eine einfache Helle (elfenbeinfarbige)

>) Sehr hübjcke Berglasun en sind stets he,
R. TNbot, Berlin, Kaiser Wilhelmstr. 48, erhältlich

Karte; diese wird mittelst eines Zerstäubers
zunächst mit folgender Lösung eingestäubl:

Wasser 100 eein

Zitrvnensanres Eisenoxyd-

Ammoniak lO Zr

Rotes Blutlaugensalz 8 A>-

Chlorsaures Kali 0,3 Ar ^

Beim Einstänben verfährt man so, daß
die Flüssigkeit die Karte in ganz feinen
Tröpfchen benetzt und daß dies zugleich un-
gleichmäßig stattfindet. Man schneide sich
beispielsweise eine Schablone von obenstehender
Form und spritze so, daß die Menge der j
aufgestäubten Flüssigkeit nach unten ab- ^
nimmt. Dann läßt man trocken werden
und kopiert in Hellem Licht unter einem
mitteldichten Negativ 2—3 Stunden. Beim !
Eintauchen in kaltes Wasser tritt das Bild!
tiefblau heraus. Will man die so ent-
standenen Bilder noch kolorieren, so muß
man das Papier wieder leimen, was durch
Eintauchen in dünne Gelatinlösung (l: 60)
leicht gelingt. An Stelle des Eisenblaudrucks
kann in ähnlicher Weise auch das Silbcr-
salzverfahren oder die Platinotypie ver-
wendet werden, doch erfordert dies mehr
Übung.

stehend geschmolzen, hierauf fugt man soviel
laues Wasser zu, daß die ganze Lösung
etwa 85) ccm beträgt und benutzt sie noch
warm. Man darf die Gelatinelösung nicht
zu dünn ausstrcichen. Tie Bilder läßt man
in der angegebenen Lage trocken werden
und beschneidet sie dann. Sie bleiben voll-
kommen flach. I252VI

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Kanonenschuß.

Aufnahme von NI. S trohbaet, Scbnitz in Sachsen.

wie man da? Nöllen unaufgezogencr
Abzüge vermeidet.

von Vr. A. Niiethe (Rathenow).

üuscht man unaufgezogene Abzüge auf
Colloidin-, Aristo- oder Albuminpapicr
aukzubcwahrcn, ohne daß sie sich rollen, so
kann man folgendermaßen verfahren: die
Abzüge werden wie gewöhnlich gewaschen
und noch naß aus einen Bogen Fließpapier
einzeln gelegt (Bildseite abwärcks). Hierauf
bestreicht man die Papierseite mittelst eines
sauberen Pinsels mit folgender Lösung:
gewöhnliche Gelatine ö gr
Wasser 80 ccm

Die Gelatine wird in kaltem Wasser
angeguollen (2 Stunden) ausgedrückt und
in einer kleinen Flasche in heißem Wasser

777 SO OLI'LOO -/7-S/-7—/SS/-.

(Tsr^s»/^.

77«? 974(7(1-9 /.4.V /v(/1'^/1.4^/7

Vrdaktiovslchluß 7. Sktobrr. — ^urgabe 2l. Sklobcr.

llnbalt des dritten Beites: Friedrich

Pecht. Tie Jahresausstcllung 1893 der Künstler-
genossenschaft zu München (Schluß). - Jean
Raille u r. Tie neueste Richtung in der Malerei

(5 W. Tre Kongreße zu Nürnberg und München.

— Personal- n. Ateliernachrichten. Die Kunst im
Kaufe: vr I. Stock bau er. Moderne Gläser.

— Bücherschau. Der Kmateur-^botograpb: Dr.
Ad. Mi ethe. Photographische Weihnachtsarbeiten.
Derselbe. Das Rollen nnaufgezogcner Abzüge
zu vermeiden. — Briefkasten rc. Aikderbeikagen.
Ferdinand Roybet. Liebesantrag — E. von
Gebhardt. Tie Bergpredigt. — G. vonHoeß-
lin. Maria, die Mutter der Liebe.

verantwortlicher Redakteur: Fritz Schwartz. — Druck der Bruckmann'schen Buchdruckerei in München.
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